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Mensur Suljovic steht momentan auf Platz 46 der PDC Rangliste © getty

Der Österreicher setzt sich überraschend gegen "The Machine" durch. Newton und Whitlock machen mit ihren Gegnern kurzen Prozess.

München - Mensur Suljovic hat mit einem sagenhaften 4:2 Erfolg über James Wade für die größte Sensation bei der PDC World Darts Championship 2011 gesorgt.

Der Sieg über die Nummer zwei der PDC ist ja an sich schon sensationell.

Nun steht auch noch erstmals in der WM-Geschichte ein Spieler aus dem deutschsprachigen Raum im Achtelfinale (LIVE im TV auf SPORT1) beim größten Dart-Event überhaupt.

(Stellen Sie Ihre Fragen zum Darts an darts@sport1.de)

Die zweite Runde:

SPORT1 fasst die Partien zusammen:

Mensur Suljovic - James Wade 4:2 (1:3,3:2,3:2,2:3,3:1,3:2)

Als vor vier Jahren die ersten Ranglistenturniere der damaligen GDC (später dann PDC Europe) ausgetragen wurden, bestimmte Mensur Suljovic zusammen mit Michael Rosenauer das Geschehen.

Beide wechselten sich bei den Turniersiegen ab, am Ende des Jahres hatte Mensur leicht die Nase vorn und er sicherte sich mit einer Wildcard seine erste Teilnahme an der WM. Seitdem ist der Österreicher dort Dauergast und wir sind stolz, dass es einer von "uns" jetzt soweit geschafft hat.

Mit dem Erfolg über Michael van Gerwen hatte Mensur zum dritten Mal die zweite Runde erreicht, weiter kam er, wie seine deutschen und österreichischen Kollegen zuvor, aber nie. Mit James Wade hatte er dann eine der schwersten Aufgaben vor sich, immerhin konnte "The Machine" in diesem Herbst zwei Major Turniere gewinnen.

Mensur mit der Einschläferungs-Taktik

Nach einem 3:1 im ersten Satz sah es auch erst einmal nach dem erwarteten Spielverlauf aus. Mit einem 111er Finish meldete Mensur dann aber erstmals leichte Ansprüche an und eine Doppel 9 brachte ihm sogar das 2:0 im zweiten Satz. Wade ließ einen 12-Darter folgen und glich dann auch zum 2:2 aus.

Mensur behielt die Nerven und warf im entscheidenden Leg seine erste von insgesamt sieben 180er. Es folgte ein 97er Finish und die Partie war ausgeglichen. Nun ahnte James Wade vielleicht schon, dass dies ein langer und steiniger Weg für ihn in die dritte Runde werden könnte.

Mensur spielte ruhig und ließ sich zeitweise viel Zeit, für das Spiel seines Gegners war dies sichtlich keine Förderung. Aber James Wade kennt Mensur Suljovic von vielen Turnieren in den letzten Jahren und konnte sich auf den Stil des "Gentle" einstellen.

Spannung pur im vierten Satz

Im ersten Leg des dritten Satzes verpasste Mensur hauchdünn ein 170er Finish. Wade traf die Doppel 20 zur Führung, doch Mensur glich postwendend aus, als Wade zwei Darts zum 2:0 nicht nutzen konnte. Es folgten 13-Darter von beiden Spielern und auch dieser Durchgang musste im fünften Leg entschieden werden.

Einmal mehr war Mensur der bessere Spieler, wenn es eng wurde und ein 96er Finish brachte ihm die 2:1 Führung. Mensur spielte dabei 20, Treble 16 und Doppel 14 und er war schon hinter der Bühne, als James Wade immer noch am Board stand und den Wurf nachrechnete.

Es blieb weiter hochspannend und auch der vierte Satz ging über die volle Distanz. Mensur hatte 120 Rest, traf dann aber mit dem ersten Dart die einfache 5 und somit war das Finish nicht mehr möglich. Es folgten zwei Würfe ins Bullseye für 15 Rest, ihm hätte mit dem letzten Dart aber schon eine 25 für 40 Rest gereicht.

Match kostet viele Nerven

Mensur bekam noch eine Chance, er traf die einfache 3 und verpasste beide Satzdarts auf die Doppel 6. James Wade nutzte diese Chance und er glich mit einer Doppel 10 zum 2:2 aus. Mensur ärgerte sich kurz über seine verpasste große Chance zum 3:1, doch er musste sich schnell beruhigen denn es gab keine Pause nach diesem Satz.

Es folgte das vielleicht wichtigste Leg in diesem Spiel, denn Mensur behielt die Konzentration und schaffte mit einem 72er Finish sofort ein Break. Es folgte das 2:0 bevor er sieben Darts zum Satzgewinn nicht nutzte. Als Wade dann ein 127er Finish im vierten Leg knapp auf Doppel 8 verpasste, hatte Mensur seine Sicherheit zurück und er führte nun mit 3:2.

Es folgte ein Break von Wade zu Beginn von Satz 6, doch das Comeback wurde schnell von Mensur mit einem 13-Darter gestoppt, wobei er alleine 2x180 in diesem Leg warf. Im dritten Leg strapazierte Mensur die Nerven seiner Fans vor Ort und an den Bildschirmen, als er sich viel Zeit ließ, um endlich die Doppel 2 zu treffen.

[kaltura id="0_7o6jz99v" class="full_size" title="Lewis fertigt Dudbridge ab"]

Größter Erfolg seiner Karriere

Nur noch ein Leg, alleine das Zuschauen war unerträglich. Wie muss es dann erst für Mensur gewesen sein? Bei 121 Rest wurde es still im Saal, Mensur traf die Treble 20 und die Treble 11, doch der Matchdart auf die Doppel 14 ging daneben. Wade war dieses Mal zielsicher und checkte 75 sicher mit zwei Darts zum 2:2.

Im letzten Leg durfte aber Mensur eröffnen und eine weitere 180 ebnete seinen Weg. Bei 60 Rest traf er sicher die einfache 20, der zweite Matchdart ging knapp über das Ziel, doch der letzte Dart saß sicher in der Doppel 20 zum Matchgewinn.

Was nun folgte war grenzenloser Jubel bei Mensur Suljovic, der den größten Erfolg seiner Karriere feiern durfte. Dieser Tag geht auch in die Geschichtsbücher der PDC Europe ein. Mensur hat nun einen Tag Pause, für ihn geht es am Donnerstag mit der Partie gegen Wes Newton um den Einzug in das Viertelfinale, unglaublich aber wahr.

Mark Walsh - Alan Tabern 4:3 (2:3,0:3,3:1,3:1,1:3,3:2,6:4)

Die erste Partie des Tages war absolut hochklassig und Mark Walsh und Alan Tabern gaben alles. Insgesamt fielen 18x180 in diesem Spiel, dass bis in den Tiebreaker ging, bevor ein Sieger feststand. Alan Tabern führte mit 2:0 und 3:2, musste sich am Ende aber doch noch knapp geschlagen geben. Im letzten Satz hatte "The Saint" sogar sechs Matchdarts, doch er nutzte sie alle nicht. Beim 5:4 im letzten Satz ging "Walshie" erstmals in Führung und er behielt die Nerven. Ihm reichte ein Matchdart, um mit einem 102er Finish erstmals das Achtelfinale der WM zu erreichen.

Vincent van der Voort - Wayne Jones 4:2 (3:1,1:3,3:0,3:1,0:3,3:2)

Vincent van der Voort reichten am Ende vier Breaks, um einen 4:2 Erfolg über Wayne Jones zu feiern. Einen eindeutigen Favoriten gab es in dieser Partie nicht. Der Niederländer hatte zwei PDC Europe Events in Gladbeck gewinnen können und auch Wayne Jones feierte mit Platz 2 bei der European Championship seinen größten Erfolg in diesem Jahr in Deutschland.

Im sechsten Satz führte Jones mit 2:1, er bekam aber keine Chance auf Doppel, um die Partie doch noch einmal auszugleichen. Zum Match warf van der Voort ein 116er Finish und er stellt damit sein bisher bestes WM-Ergebnis ein.

Terry Jenkins - Steve Brown 4:1 (3:0,3:0,2:3,3:0,3:2)

Bevor Steve Brown sich akklimatisiert hatte auf der Bühne, hatte er auch schon acht Legs in Folge verloren. Nun hatte der "Bomber" seine beste Phase und drei Legs in Folge ließen ihn auf 1:2 verkürzen.

Lange Freude hatte er aber nicht an seinem Zwischenhoch, denn Jenkins legte nach und gewann den nächsten Satz zu Null. Das erste Leg des fünften Satzes ging auch an "The Bull", bevor Brown ein 126er Finish warf. Zwei Legs später hatte Jenkins aber die erste Chance zum Sieg, diese vergab er aber noch.

Im fünften Leg war Terry Jenkins aber sicherer und ihm reichten zwei Darts zum 80er Finish. Jenkins spielt nun in der nächsten Runde gegen Mark Walsh.

Wes Newton - Brendan Dolan 4:0 (3:2,3:1,3:2,3:1)

Auch Wes Newton gehört zu den Spielern, die erstmals in der dritten Runde der WM stehen. Nach einem sicheren 3:0 über Darin Young gab "Av it" auch gegen Brendan Dolan keinen Satz ab.

Dolan kam mit einem 3:0 über Kevin Painter in Runde 2 und er knüpfte in den ersten beiden Legs an diese Leistung an. Der Nordire führte mit 2:0, doch er vergab in den nächsten drei Legs fünf Chancen zum Satzgewinn.

Im fünften Leg warf Newton ein 135er Bullfinish und ab diesem Zeitpunkt übernahm er komplett die Kontrolle. Dolan versuchte noch einmal alles, musste am Ende aber die Überlegenheit des Engländers anerkennen.

Simon Whitlock - Denis Ovens 4:0 (3:1,3:0,3:1,3:0)

Denis Ovens, in der ersten Runde noch knapp erfolgreich über Jyhan Artut, bekam von Simon Whitlock eine kostenlose Lehrstunde. 7x180, ein Average von 102,86 und eine unglaubliche Sicherheit auf Doppel ließen einen chancenlosen Ovens zurück. Simon Whitlock zeigte an diesem Abend wieder die Form, die ihn vor einem Jahr bis in das Finale gebracht hatte.

Lediglich zwei Legs gestattete er seinem Gegner, der nach Spielende froh war, dass diese Demonstration ein Ende hatte. Der "Wizard" hingegen untermauerte seine Ansprüche auf den Titel, sein nächster Gegner ist am Donnerstag Vincent van der Voort.

Heute stehen die letzten vier Partien der zweiten Runde an, bevor es nahtlos mit den ersten beiden Spielen des Achtelfinales weiter geht. Die Abend-Session wird ein Treffen der Weltmeister, denn Raymond van Barneveld, Mark Webster und Phil Taylor geben sich die Ehre.

SPORT1 überträgt LIVE im TV in der Zeit von 14:30 Uhr bis 16:55 Uhr und ist dann ab 21:15 Uhr erneut Live dabei.

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