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Phil Taylor wurde am 13. August 1960 im englischen Burslem geboren © getty

Bei der Darts-WM in London scheiden mit Phil Taylor und Raymond van Barneveld die beiden Topgesetzten im Viertelfinale aus.

London - Das Viertelfinale der PDC World Darts Championship 2011 wird in die Geschichtsbücher eingehen, aufregender kann der Start in eine neue Saison nicht verlaufen.

Der absolute Topfavorit Phil Taylor unterliegt Mark Webster und scheidet erst zum zweiten mal frühzeitig aus.

Auch Raymond van Barneveld verpasste den Einzug in das Halbfinale (So., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

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Mark Webster - Phil Taylor 5:2 (3:2,2:3,3:0,3:1,1:3,3:1,3:2)

Im letzten Viertelfinale gab es die Sensation dieser WM, als Phil Taylor mit einem 2:5 gegen Mark Webster aus dem Wettbewerb geworfen wurde.

So etwas gab es in der Geschichte der PDC Weltmeisterschaft erst ein einziges Mal. 2011 ist die 18. Auflage der WM und nur vor drei Jahren scheiterte Phil Taylor frühzeitig. Sechzehn Mal stand "The Power" im Finale, dreizehn davon gewann er. Nun verlor er gegen einen Spieler, der wie er auch schon mal BDO-Weltmeister war.

Mark Webster hatte nach seinem Wechsel zur PDC lange Zeit Probleme, zu seiner besten Form zurück zu finden. In den letzten Monaten wurde der Waliser beständig besser und er unterbaute dies mit einer beeindruckenden Leistung. Taylor war nicht in absoluter Bestform, doch gegen den wie entfesselt aufspielenden Mark Webster hätte er auch mit 100 Prozent so seine Schwierigkeiten gehabt.

Mit einer unglaublichen Sicherheit überstand "Webby" jedes Comeback von Taylor in dieser Partie und er konnte immer wieder einen drauf setzen. So gelang Webster auch ein wichtiges 121er Bullfinish im ersten Leg des sechsten Satzes. Taylor hatte gerade die Partie aus seiner Sicht ins Lot gebracht und ein Satzgewinn mit Vorlage hätte der Nr.1 den 3:3 Ausgleich gebracht. Taylor vergab in dieser Phase einige Finishes knapp auf das Bullseye, Webster hingegen nutzte seine Chancen.

Im siebten Satz führte Webster bereits mit 2:0, doch Taylor kam noch einmal heran. Bei 82 Rest traf er die einfache 3, die Treble 19 gab ihm aber noch die Chance, um auf 3:4 zu verkürzen. Doch der dritte Dart ging knapp an der Doppel 11 vorbei und nun musste "The Power" hoffen. Doch er wartete vergeblich und auch sein gefürchtetes Kauen auf den Flights half ihm dieses Mal nicht weiter.

Webster hatte 61 Rest und nach einer 7 und einer 14 setzte er seinen ersten Matchdart wie so viele Darts zuvor sicher in die Doppel 20. Danach war die größte Bühne im Dartsport noch zu klein für Mark Webster und er hätte am liebsten die ganze Welt umarmt.

Gary Anderson - Raymond van Barneveld 5:1 (1:3,3:1,3:0,3:1,3:2,3:1)

Mit einem 110er Finish holte sich Raymond van Barneveld den ersten Satz in seiner Partie gegen Gary Anderson zum Auftakt der Abend-Session. Das war dann aber der letzte Grund für den Weltmeister von 2007 zum Jubeln.

Was dann folgte, ist "Barney" wohl zum letzten Mal vor zwei Jahren im WM-Finale passiert. Er wurde vom Schotten regelrecht an die Wand gespielt.

Anderson spielte einen verhaltenen ersten Satz, doch dann wuchsen dem "Flying Scotsman" Flügel. Anderson hatte in seinen Spielen zuvor die drei höchsten Averages dieses Turniers geworfen und er fügte mit 102,75 einen vierten hinzu. Wenn der schwache erste Durchgang nicht gewesen wäre, hätte die Bestmarke von knapp 108 aus seiner letzten Partie fallen können.

Zur Eröffnung des zweiten Satzes warf Anderson zwei seiner insgesamt zehn 180er. Der siebte Dart ging deutlich daneben in die einfache 1, dieses Missgeschick passierte ihm im weiteren Verlauf der Partie übrigens noch einmal nach sechs perfekten Darts. Es wurde aber noch eine 121 und eine sichere Doppel 10 zum 10-Darter.

Von diesem Augenblick an war Gary Anderson nicht mehr aufzuhalten und "Barney" war nahezu chancenlos. Der Niederländer versuchte alles, doch mehr als fünf Legs konnte er in den nächsten 5 Sätzen nicht holen und er kassierte mit 1:5 eine seiner schmerzvollsten Niederlagen.

[kaltura id="0_7jayy7kv" class="full_size" title="Anderson eliminiert Barney "]

Terry Jenkins - Wes Newton 5:4 (3:0,0:3,1:3,3:2,3:2,0:3,2:3,3:1,3:1)

Richtig spannend wurde es in der ersten Partie des Tages, dem einzigen Spiel, das über alle möglichen Sätze ging. Newton, der in der Runde zuvor sicher gegen Mensur Suljovic gewann, wurde für vergebene Doppel in der Spielmitte bestraft.

Gleich der erste Satz ging an Jenkins, für Newton war es der erste Satzverlust überhaupt bei dieser WM. Danach wechselte die Führung mehrmals. Newton führte 2:1, war aber in dieser Partie nicht so sicher auf Doppel wie noch gegen Mensur und so drehte Jenkins die Partie.

"The Bull" holte sich zwei knappe Durchgänge über fünf Legs und nun führte er mit 3:2. Ein weiteres Mal kippte die Partie und nach zwei Satzerfolgen übernahm Newton mit 4:3 zum zweiten Mal die Führung. Doch auf eines kann man sich stets verlassen, auf den unbändigen Siegeswillen eines Terry Jenkins.

"The Bull" gibt niemals auf und seine Bemühungen wurden dieses Mal belohnt. Nach einem 170er Finish im achten Satz legte Jenkins noch einmal zu und er schaffte tatsächlich zum ersten Mal den Einzug in das Halbfinale der WM.

Adrian Lewis - Vincent van der Voort 5:2 (3:1,3:1,2:3,3:0,3:1,2:3,3:0)

Dort steht auch erstmals Adrian Lewis, der nach dem sicheren 5:2 über Vincent van der Voort seinem großen Traum einen Schritt näher gekommen ist.

Van der Voort konnte seine Form aus der Partie gegen Simon Whitlock nicht bestätigen und musste die Überlegenheit seines Gegners an diesem Tag anerkennen.

Adrian Lewis warf 13x180 und einen Average von knapp über 100. 2:0 und 4:1 führte "Jackpot" in dieser Partie, die einiges einseitiger verlief als erwartet. Nach dem bitteren 0:5 gegen Phil Taylor vor einem Jahr in der gleichen Runde hat Adrian Lewis nun die große Chance, endgültig in die Fußstapfen seines ehemaligen Mentors zu treten.

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