Die Darts-Übertragungen haben auch SPORT1-Redakteur Wolfgang Kleine in ihren Bann gezogen - für Augen und Ohren sei viel geboten.

Es ist wir jedes Jahr um Weihnachten herum. Man schaut auf den Fernsehschirm, und da sieht man Pfeile, eine Scheibe, mehr oder weniger skurril verkleidete Fans in der übervollen Halle und Männer, die mit oder ohne Bauch ganz konzentriert in eine Richtung blicken.

Mit Pfeilen in der Hand, immer drei, versuchen sie zielbewusst die 2,37 Meter entfernte und an der Wand hängende Scheibe zu treffen.

Ein Sprecher mit dem Timbre eines Michael Buffer dröhnt ins Mikrofon: "Onehundredfourty!" Die Menge im Saal ist begeistert. Sie schwenken Fähnchen, Schilder mit lustigen oder ernsten Aufschriften wie "180" und singen.

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Während die Männer für die sportlichen Inhalte sorgen, tun das sogenannte Walk-In-Girls für die Optik. "Miss Manchester" oder "Miss Liverpool" tänzeln wie bei Germany's next Topmodel zunächst vor den Matadoren der Pfeile her, und dann die Treppe von der Bühne wieder runter.

Der Jubel ist ihnen gewiss. Und dann treten die Helden der Szene, meist Millionäre, in den Mittelpunkt. Sie heißen "The Power", "Darth Maple", "The Prince of Wales", "The Matador", "The Hammer" oder "The Flash".

Sie peilen die Scheibe an, lassen den Pfeil schwirren und der sitzt dann meist an der richtigen Stelle auf der Scheibe. Dabei steht der Hallensprecher mit der Bariton-Stimme knapp neben dem Zielobjekt.

Da kommt schon ein wenig Angst beim Betrachter vor dem TV-Schirm auf: Hoffentlich verirrt sich der Pfeil nicht in die falsche Richtung, und wir erleben das Drama um "Wilhelm Tell" in verschärfter Version.

All das nennt man Darts. Es gehört inzwischen zu Weihnachten wie der Tannenbaum. Und dann hört man bei dieser WM wieder den Saalsprecher mit der sonoren Stimme, während die Fans völlig ausflippen: "Whaaanhandredeightyiiiii!"

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eines bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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