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Adrian Lewis steht nach einem 6:5-Erfolg über James Wade erneut im Finale der Darts-WM © imago

Adrian Lewis erreicht erneut das Endspiel der Darts-WM - zuvor wird er fast vom Winde verweht. Im Finale wartet "The Hammer".

Von Carsten Arlt

London - Dramatik, Hochspannung und Kuriositäten, dieser Halbfinaltag bei der PDC World Darts Championship wird in die Geschichte eingehen.

Vorjahressieger Adrian Lewis erreichte nach einer grandiosen Aufholjagd erneut das Finale der Darts-WM in London (ab 21 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+)und kann weiterhin von der erfolgreichen Titelverteidigung träumen.

Der Engländer kämpfte sich am Sonntag gegen seinen Landsmann James Wade nach einem 1:5-Rückstand zurück in die Partie und setzte sich am Ende mit 6:5 (1:3,2:3,3:2,0:3,1:3,1:3,3:1,3:2,3:0,3:0,3:0)durch.

"Das war wahrscheinlich mein größter Sieg aller Zeiten. Ich bin sprachlos", sagte Lewis. Im Finale trifft die Nummer zwei der Weltrangliste am Montag auf Andy Hamilton.

Der Engländer besiegte im zweiten Halbfinale den Australier Simon Whitlock ebenfalls mit 6:5 (3:0, 2:3, 3:1, 3:1, 0:3, 2:3, 0:3, 0:3, 3:2, 3:1, 4:2) und steht damit erstmals im Finale der PDC Weltmeisterschaft.

Beim Stand von 3:5 stand Hamilton bereits vor dem Aus, doch der Engländer zeigte sich genauso wie sein Finalgegner nervenstark und wandelte den Rückstand noch in einen Sieg um.

"The Hammer" startet besser

In den ersten vier Sätzen war "The Hammer" der etwas bessere Spieler und führte zu diesem Zeitpunkt verdient mit 3:1.

Es hätte auch 4:0 stehen können, wenn Hamilton im zweiten Satz das Bullseye im fünften Leg getroffen hätte. Zu Beginn des fünften Satz wechselte Simon Whitlock seine Shäfte und ab diesem Zeitpunkt lief es besser beim Australier.

Ein 170er Finish ebnete den Weg zum 3:0 in diesem Durchgang. Andy Hamilton führte mit 2:0 im sechsten Satz, bevor seine Sicherheit etwas nachließ.

Whitlock zeigt Nerven im Kopfspiel

Die hohen Scores kamen nun nicht mehr so regelmäßig und dies nutzte Simon Whitlock aus. "The Wizard" gewann neun Legs in Folge und drehte die Partie. Nun führte er mit 5:3 und benötigte nur noch einen Satz zum Finaleinzug.

Was nun folgte, war wohl eine Lehrstunde in der Frage, ob Darts auch ein Kopfspiel ist.

Simon Whitlock hatte im Juli im Viertelfinale der World Matchplay mit 15:8 gegen Andy Hamilton geführt. Er brauchte nur noch ein Leg und verlor am Ende nach kurzer Verlängerung mit 15:17. Genau diese Situation steckte nun in beiden Köpfen.

Hamilton holt den Hammer raus

Simon Whitlock wurde unsicherer und Andy Hamilton holte den Hammer raus. Whitlock spielte weiterhin gut, aber nun nicht mehr gut genug.

Andy Hamilton holte Leg um Leg auf und brachte die Partie tatsächlich noch in den elften und entscheidenden Satz.

Hier fiel die Entscheidung im fünften Leg, als Hamilton mit einem 13-Darter das erste Break in diesem Durchgang schaffte.

[kaltura id="0_zodqpdqt" class="full_size" title=" Jackpot im H henflug"]

Whitlock eröffnete zwar das nächste Leg mit seiner vierzehnten 180 (Hamilton: 10), doch der Engländer hatte im Verlauf die besseren Scores und eine Doppel 8 brachte ihm seinen Traum einen Schritt näher.

Wind bremst Lewis

Auch das Halbfinal-Spiel zwischen Adrian Lewis und James Wade bot jede Menge Dramatik.

Als die Fans dachten, sie hätten schon alles gesehen, wurden sie eines besseren belehrt. Erstmals in der Geschichte der PDC Weltmeisterschaft wurde das Halbfinale mehrere Male unterbrochen, weil auf der Bühne ein zu starker Wind wehte.

Beide Spieler waren stark beeinträchtigt, wobei James Wade etwas besser mit den Umständen zurechtkam.

Woher der doch recht starke Luftzug kam, konnte wohl nicht festgestellt werden, nach einer längeren Pause wurden im Alessandra Palace alle Klimaanlagen abgestellt und alle Türen geschlossen.

Lewis vor dem Aus

Nun waren die Bedingungen zwar immer noch nicht ideal, es wurde noch heißer auf der Bühne und im Saal, aber es war für beide Spieler gleich. Ein leichtes Lüftchen wehte immer noch, als die Träume einer Titelverteidigung "vom Winde verweht" schienen.

Lewis kam lange Zeit nicht ins Spiel, hatte zudem nahezu das ganze Publikum gegen sich und stand beim 1:5 vor dem sicheren Aus. James Wade hatte das ganze Theater in den ersten beiden Sätzen am besten verdrängen können und war nahezu fehlerlos auf Doppel in der ersten Spielhälfte.

Wade vergibt Siegchance

Dies änderte sich aber fast schlagartig und "The Machine" verlor die Sicherheit. Als Parallele zur ersten Partie wurde Wade etwas schwächer und Adrian Lewis bekam zum widerholten Mal bei dieser WM die zweite Luft.

"Jackpot" verkürzte auf 2:5 und es hätte doch noch ein schnelles Ende geben können, doch James Wade verpasste die Doppel 18, um die Partie 6:2 nach Hause zu bringen. Stattdessen checkte Lewis zum 3:5 und gab kein einziges Leg mehr ab.

Stoke-on-Trent-Finale ohne Taylor

Wade fand nicht mehr zurück zu seinem besten Spiel und wurde nun von einem Adrian Lewis überrannt.

Es folgte das 5:5, und als James Wade im zweiten Leg des elften Satzes etliche Darts auf Doppel vergab, machte Lewis das entscheidende Break und ein 161er Finish zum Match spülte ihn erneut ins WM-Finale. (LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+)

Eine mehr als bittere Niederlage für James Wade, der so nah wie nie zuvor an seinem ersten Titel war. Nun gibt es im Finale der PDC World Darts Championship erstmals das Ortsduell aus Stoke-on-Trent, aber erstaunlicher Weise ohne ihren berühmtesten Sohn Phil Taylor.

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