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World Cup in Frankfurt
Phil Taylor und Adrian Lewis verteidigen in Hamburg für England den Titel © imago

Beim World Cup of Darts sind Taylor und Lewis die Gejagten. Der Modus hat es in sich. Deutschland erwischt ein schweres Los.

Von Dominik Laska

München - Sie sind Einzelkämpfer. Eigentlich.

Doch wenn Phil Taylor und Co. beim World Cup of Darts in Hamburg (ab 20 Uhr im LIVESTREAM, ab 22 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) an das Darts-Board treten, geht es in erster Linie nicht um den Erfolg des Einzelnen. Gefragt ist Teamwork.

Denn in Hamburg gehen jeweils zwei Vertreter eines Landes gemeinsam an den Start. Das ausschlaggebende Kriterium für die Startberechtigung ist dabei die Position in der Weltrangliste.

Große Namen müssen zuschauen

So treten zum Beispiel für Titelverteidiger England Phil Taylor und Adrian Lewis die Reise in die Elbstadt an, Größen wie James Wade, Dave Chisnall oder Andy Hamilton sind jedoch zum Zuschauen verdammt.

Ebenso ergeht es Premier-League-Halbfinalist Gary Anderson, der trotz einer bisher starken Saison seinen schottischen Landsleuten Peter Wright und Robert Thornton den Vortritt lassen muss. (SHOP: Jetzt Darts-Artikel kaufen)

Für Deutschland treten wie im vergangenen Jahr der Bremer Andree Welge und der Holzmindener Jyhan Artut ans Oche.

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Es ist ein besonderes Ereignis, wenn die Präzisionskünstler sich zusammentun und nicht für den eigenen Erfolg, sondern für den Erfolg des Landes kämpfen.

SPORT1 erklärt den Modus, blickt auf die Favoriten und beleuchtet die deutschen Chancen:

Modus:

Die 32 teilnehmenden Nationen spielen im K.o.-System gegeneinander. Die 16 topgesetzten Teams bekommen dabei eine Nation zugelost.

In der ersten Runde wird ein Doppel über die Distanz Best-of-Nine-Legs gespielt. Dabei stehen vier Spieler auf der Bühne und beide Teammitglieder werfen abwechselnd auf das Board.

Gerade in diesem Doppel-Modus kann ein gutes Teamwork von großer Bedeutung sein, wie der deutsche Starter Andree Welge im Gespräch mit SPORT1 verrät:

"Wenn einer mal wirklich einen kleinen Durchhänger hat, dann kann der andere ihn noch rausreißen. Im Einzel ist das Leg weg und im Doppel kann der andere, wenn er richtig gut drauf ist, ihn dann da mit durchziehen."

Chance für Außenseiter

Zudem kann es die Chance für die Außenseiter sein, wie Welge weiter erklärt, denn "die Profis sind gewohnt ihren Rhythmus zu spielen. Die Außenseiter spielen dann doch öfter mal kleinere Turniere, wo auch Doppel-Turniere angeboten werden. Im Doppel kann man definitiv eher die großen raushauen, als im Einzel."

Der Doppel-Modus gilt jedoch primär für die erste Runde. Ab der zweiten Runde werden zwei Einzel im Modus best-of-seven gespielt und erst beim Stand von 1:1 muss gegebenenfalls ein weiteres Doppel-Match entscheiden. Im Finale wird die Distanz auf vier Einzel erweitert.

Die Favoriten:

Titelverteidiger England mit Phil Taylor und Adrian Lewis geht als Favorit in die vierte Auflage des World Cup of Darts. Doch vor allem mit den Niederländern wird in diesem Jahr zu rechnen sein.

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Weltmeister Michael van Gerwen und der aktuelle Premier-League-Champion Raymond van Barneveld kommen mit viel Rückenwind nach Hamburg, zumal Taylor als auch Lewis eine Saison mit Hochs und Tiefs zu verzeichnen haben.

Bruder-Duo als Geheimfavorit

Ebenso sieht Welge diese beiden Nationen an vorderster Front, verrät jedoch auch seinen persönlichen Geheimtipp:

"Überraschungstitelträger könnte Belgien sein. Aber durch den Modus, dass am Ende Einzel und danach erst ein eventuelles Entscheidungsdoppel gespielt wird, sind England und die Niederlande schon die ganz klaren Favoriten." (News: Alles zum Darts)

Das belgische Bruderpaar Kim und Ronny Huybrechts hatte im letzten Jahr mit der Finalteilnahme überrascht, verlor dort gegen England aber mit 1:3. Vor allem das blinde Verständnis füreinander könnte am Ende der ausschlaggebende Punkt sein.

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Die deutschen Chancen:

Mit dem Erstrundenlos Südafrika (Devon Petersen und Graham Filby) hat "Team Deutschland" (an Position neun gesetzt) kein einfaches Los gezogen. Gerade Petersen hatte bei der vergangenen Weltmeisterschaft in London für Aufsehen gesorgt und es bis in die dritte Runde geschafft, wo er sich erst James Wade (0:4) geschlagen geben musste.

Ein undankbarer Gegner, wie auch Welge zugibt, denn "von den 16 zugelosten Teams haben wir schon das schlechteste Los erwischt."

Dennoch geht der deutsche Starter zu Recht davon aus, "dass wir in Hamburg Heimspiel haben werden". Die Zuschauer im Rücken zu spüren kann am Ende ein vielleicht nicht unbedeutender Faktor werden.

Im letzten Jahr reichte es vor heimischer Kulisse für das Viertelfinale. Eine Zielsetzung, die auch in diesem Jahr für Genugtuung im deutschen Lager sorgen könnte.

Die erste Runde im Überblick:

Nachmittags-Session:

Finnland - PolenUSA - UngarnHong Kong - NorwegenÖsterreich - SchwedenKanada - JapanDeutschland - SüdafrikaSpanien - Neuseeland

Abend-Session:

Irland - SingapurWales - FrankreichBelgien - IndienNordirland - MalaysiaSchottland - RusslandEngland - ThailandNiederlande - ItalienAustralien - Dänemark

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