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Wladimir Putins Privatvermögen soll durch die Finanzkrise auf 12 Milliarden Dollar geschrumpft sein © imago

Der ehemalige russische Präsident will aus der KHL eine europäische Liga machen. Bisher blitzen die Russen im Westen aber ab.

Von Felix Götz

München - Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin beschränkt sich nicht nur auf politische Aufgaben, sondern hält auch einen Großteil der Fäden der russischen KHL (DATENCENTER: Ergebnisse) in den Händen.

"Ich unterstütze die KHL nicht nur, ich habe sie initiiert", erklärte der ehemalige Staatspräsident der staatlichen Nachrichtenagentur "RIA Novosti".

Und der 56-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er in Zukunft auch Vereine aus den westlichen Ligen für sein Projekt begeistern und damit eine ernsthafte Konkurrenz zur NHL bilden möchte.

"Ich würde die KHL gerne zu einer europäischen Liga entwickelt sehen, die Grenzen erweitern nach Tschechien, in die Slowakei und in die Schweiz", sagte Putin.

Russen blitzen im Westen ab

Bisher sind außer den russischen Teams nur Vereine aus Kasachstan, Lettland und Weißrussland mit von der Partie.

Nun soll die Westexpansion folgen. Allerdings blitzten die Russen bisher bei allen Vorstößen in Richtung Westen ab. Obwohl Putin und Co. klarstellten, dass der Mittelpunkt der KHL keineswegs in Moskau liegen müsse.

Im vergangenen Jahr zeigte lediglich der tschechische Meister Karlovy Vary ernsthaftes Interesse, verwarf seine Pläne aber schnell wieder, weil der finanzielle Aufwand enorm gewesen wäre.

Finanzkrise trifft KHL

Ob Putins Erweiterungspläne tatsächlich realisierbar sind, darf zumindest bezweifelt werden, weil die Finanzkrise gerade in der KHL Spuren hinterlassen hat.

Die Liga hätte beinahe verkleinert werden müssen, da einigen der 24 Klubs das Wasser bis zum Hals stand.

Die Liga-Bosse intervenierten und senkte die Mindestlohnsumme um 17 Prozent auf 4,6 Millionen Euro.

NHL liegt klar vorne

Das bedeutet, dass die Verdienste der einzelnen Spieler extrem voneinander abweichen - zwischen 7000 Euro und 14 Millionen Euro pro Jahr ist alles vorhanden.

In dieser Hinsicht liegt die NHL also weiterhin klar vorn, da der Mindestlohn bei etwa 330.000 Euro liegt und die Lohnobergrenze sogar auf über 40 Millionen Euro erhöht wurde. Soll heißen: Die besten Spieler der Welt wird man somit wohl kaum dazu bewegen können, in der KHL zu spielen.

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