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Florian Busch wechselte 2002 von den Jungadler Mannheim nach Berlin © getty

Das Schweizer Bundesgericht hebt die Sperre gegen Florian Busch endgültig auf. Der CAS wird als "nicht zuständig" angesehen.

Mücnhen/Lausanne - Der Fall Florian Busch ist endgültig beendet. Das Schweizer Bundesgericht hat die Sperre gegen den Nationalspieler aufgehoben, weil es den Internationalen Sportgerichtshof CAS nicht für zuständig ansieht.

Das geht aus der Urteilsbegründung des Bundesgerichts hervor, die am Freitag Buschs Anwälten in der Schweiz zugestellt worden ist.

"Das schweizerische Bundesgericht verneinte im Gegensatz zum CAS das Vorliegen einer gültigen Schiedsgerichtvereinbarung zwischen Florian Busch und der IIHF (Eishockey-Weltverband, d.Red.) und somit auch die Zuständigkeit des CAS", hieß es in einer Pressemitteilung des deutschen Meisters Eisbären Berlin, bei dem Busch unter Vertrag steht.

Anmeldung nicht in Zusammenhang mit Dopingprobe

Die Anmeldung zum Turnier, mit der Busch im Zuge der WM im Mai 2008 in Kanada unter anderem den CAS während des Turniers in Rechtsfragen für zuständig erklärt hat, stehe laut dem Bundesgericht nicht in Zusammenhang mit der Dopingprobe vom 6. März 2008, die Busch zum Verhängnis geworden war.

Busch hatte eine Dopingkontrolle zunächst verweigert und erst später nachgeholt. Die Probe war negativ.

Der derzeit verletzte Stürmer der Eisbären war nach einer Klage der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA vom CAS wegen Verstoßes gegen Dopingrichtlinien bis zum 21. Febuar 2011 sowohl für internationale als auch nationale Spiele gesperrt worden.

Weil er beim Bundesgericht geklagt hatte, durfte er in der Deutschen Eishockey Liga spielen.

Keine wirksame Schiedsklausel

Das Schweizer Bundesgericht kam zu dem Schluss, dass sich entgegen des Urteils des CAS dessen Zuständigkeit außerhalb des WM-Turniers nicht auf das von Busch unterzeichnete Anmeldeformular stützen lässt.

Weiter hält das Bundesgericht fest, dass auch sonst keine Hinweise auf eine wirksame Schiedsklausel gegeben sind. Eine Athletenvereinbarung, in der er den WADA-Code und die grundsätzliche Zuständigkeit des CAS anerkannt hätte, hatte Busch nicht unterschrieben.

WADA muss Verfahrenskosten tragen

Die WADA muss die Kosten des Verfahrens in Höhe von insgesamt 11.000 Schweizer Franken (7360 Euro) tragen.

Nach dem Urteil steht einer Rückkehr von Busch in die Nationalmannschaft, die ihm Bundestrainer Uwe Krupp bereits in Aussicht gestellt hat, noch die Zustimmung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) im Wege.

Der Berliner hat wegen des laufenden Verfahrens die Athletenvereinbarung nicht unterschrieben und gehörte somit auch nicht mindestens sechs Monate vor den Winterspielen im Februar in Vancouver zum NADA-Testpool.

Ausnahmeregelung denkbar

Einer Ausnahmeregelung stimmte die NADA aber bereits bei NHL-Profi Jochen Hecht vor der WM im Frühjahr zu.

"Wir würden das prüfen", hatte die stellvertretende NADA-Geschäftsführerin Ulrike Spitz zuletzt gesagt und auf den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verwiesen: "Die Entscheidung über die Olympia-Nominierung liegt beim DOSB."

Krupp müsste Busch beim Weltverband IIHF bis zum 30. Dezember nominieren, der DOSB ihn in die letzte Nominierungsrunde am 22. Januar 2010 aufnehmen.

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