vergrößernverkleinern
© imago

Die Eisbären schlagen sich gegen NHL-Klub Tampa Bay beachtlich. Kapitän Ustorf beschäftigt anschließend eine kulinarische Frage.

Berlin - Die Eisbären Berlin kämpften, begeisterten und schnupperten ein Drittel lang an der Sensation, am Ende aber musste sich der deutsche Eishockey-Meister im Duell DEL gegen NHL der individuellen Klasse der nordamerikanischen Superstars geschlagen geben.

Der Doublegewinner erntete nach dem 1:4 im mit Spannung erwarteten Testspiel gegen Tampa Bay Lightning viel Lob von den Gästen, die in punkto Effektivität und Robustheit kostenlosen Anschauungsunterricht gaben.

"Als erstes möchte ich den Speiseplan der Jungs haben, damit ich auch so groß werde. Die sind alle im Schnitt einen Kopf größer als wir", sagte Eisbären-Kapitän Stefan Ustorf scherzhaft und hoffte auf einen Lerneffekt bei den vielen Talenten im Berliner Kader: "Die jungen Spieler haben gesehen, was alles möglich ist. Ältere wie ich haben gemerkt, was für die NHL alles gefehlt hat."

NHL-reife Vorstellung

In der Tat ließ der Stanley-Cup-Sieger von 2004 nach schwachem Beginn ab dem Mitteldrittel nichts mehr anbrennen. Ein ums andere Mal blitzte die individuelle Klasse der Top-Spieler wie Vincent Lecavalier, Martin St. Louis oder der als "Jahrhundert-Talent" gepriesene Steven Stamkos auf.

Zuvor aber waren es die Eisbären, die die 11.800 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften neuen Berliner Arena mit aggressivem Forechecking begeisterten und gar mit 1:0 durch Denis Pederson (17. ) in Führung gingen.

"Im ersten Drittel sah es so aus, als ob alle Profis in der NHL spielen könnten", meinte Lightning-Coach Barry Melrose erstaunt und fragte: "Wie hieß der Spieler mit der Nummer neun? Der kleine Junge war unglaublich schnell, der konnte fliegen." Das Lob ging an seinen kanadischen Landsmann Nathan Robinson, der eine starke Partie bot.

Kölzig schwärmt

"Sie haben ordentlich Dampf gemacht. Das sind gute und schnelle Jungs", meinte auch Kapitän Lecavalier, der mit umgerechnet 5,2 Millionen Euro mehr verdient als alle Eisbären zusammen: "In der Kabine haben wir angesprochen, dass wir körperlich mehr dagegenhalten müssen."

Dass sich der Rückstand bis dahin in Grenzen hielt, war dem neuen Lightning-Torhüter Olaf Kölzig zu verdanken.

Der Berliner Meister-Goalie von 2005 brachte seine ehemaligen Teamkollegen mit starken Paraden fast zur Verzweiflung und geriet anschließend ins Schwärmen. "Die Fans sind immer noch fantastisch, und die Halle ist genau das, was Berlin gebraucht hat", sagte der 38-Jährige.

Lange ist es her

Der Gastauftritt des Klubs aus Florida, der am kommenden Sonntag in Prag gegen die New York Rangers in die neue NHL-Saison startet, war der erste eines Teams aus der nordamerikanischen Profiliga seit fast 50 Jahren in der Hauptstadt.

Zuletzt hatten sich im Mai 1959 im Sportpalast die Boston Bruins und die New York Rangers (6:6) gegenübergestanden.

Zum Forum ? jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel