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Wechselt aus Nürnberg in die russische KHL: Ahren Spylo © getty

Haie-Manager Pauels befürchtet 150 Wechsel in die neue Ost-Liga. Einige Abgänge sind schon sicher - darunter auch deutsche Nationalspieler.

München - In der DEL geht die Angst vor den kaufwütigen Funktionären der russischen KHL um.

Die neue russische Elite-Liga startet im September. Bis dahin müssen die deutschen Klubs um ihre Stars zittern.

Auch der Manager der Kölner Haie, Rodion Pauels, sieht die Liga in einer prekären Situation. "Die Russen klauen noch 150 Spieler", sagte er der "Bild".

Nachdem die Kölner bereits letzte Saison ihren Torhüter Travis Scott in Richtung Ural verloren hatten, wurde der erste schmerzliche Abgang für nächste Saison schon verzeichnet.

Stars wechseln nach Russland

Topscorer Ivan Ciernik wechselte zu Astana. Und jetzt sollen auch noch beim Tschechen Kamil Piros russische Vermittler angefragt haben.

"Das ist nur der Anfang", sagte Pauels, "auch wenn ich sage, ich bin hier kein Russen-Kaufhaus, muss ich aber doch der Realität ins Auge sehen."

Und Realität ist, dass bereits einige DEL-Stars, beziehungsweise Nationalspieler in die neue KHL gewechselt sind.

Ciernik, Ahren Spylo, Dimitri Kotschnew (beide Nürnberg), Eduard Lewandowski (Mannheim) und Dimitri Pätzold (San Jose/Worcester) gehören dazu.

Weitere Abgänge befürchtet

Weitere Wechsel sind wegen den hohen Gehältern, die in Russland bezahlt werden, nicht auszuschließen.

Pauels weiter: "Ich befürchte, dass die Russen nächste Saison noch einmal Spieler klauen. Sie werden ihre Liga aufstocken. Und wenn sie wirklich eine ernsthafte Konkurrenz zur NHL werden wollen, brauchen die dort mehr Stars."

Der Manager vermutet, dass diese hauptsächlich aus europäischen Ligen kommen werden.

Weniger Geld, mehr Lebensqualität

Das sieht DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke etwas anders. Er hält es durchaus für denkbar, dass NHL-Spieler des Geldes wegen nach Russland wechseln.

Grundsätzlich äußerte Tripcke gegenüber der "Eishockey News" allerdings ähnliche Bedenken wie Pauels:

"Es ist richtig, dass die russische Liga mit ihren finanziellen Möglichkeiten zu einer großen Konkurrenz für die anderen europäischen Ligen geworden ist. Selbst die NHL kann teilweise bei den Gehältern nicht mehr mithalten."

Tripcke glaubt trotzdem, dass Stars in der DEL bleiben werden: "Der eine oder andere Spieler überlegt sich sicherlich zweimal, ob er lieber für weniger Geld in der DEL spielt, dafür aber mehr Lebensqualität genießen kann oder ob er für mehr Geld in der KHL Abstriche im Umfeld macht."

Felix Götz

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