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Negativschlagzeilen um Florian Busch überschatteten die WM 2008 © getty

Der Fall Florian Busch hat Spuren hinterlassen. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke hofft, dass sich die Wogen bis zum Saisonstart glätten.

München - Der Fall Busch hat über die WM in Halifax hinaus Spuren im deutschen Eishockey hinterlassen.

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke ist seit dem Vorfall nicht gut auf den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) zu sprechen.

"Ich war unter anderem mit Rodion Pauels und Charlie Fliegauf (den Managern von Köln und Wolfsburg, Anm. der. Red.) in Halifax bei der WM", erzählt er im Interview mit der Fachzeitung "Eishockey News":

"Auf der Straße wurden wir von frustrierten deutschen Fans für die Versäumnisse des DEB verantwortlich gemacht."

NADA: Verweigerter Dopingtest

Was war passiert? Der DEB hatte Florian Busch, den 23 Jahre alten Flügelspieler der Eisbären Berlin, nach Kanada mitgenommen, obwohl er vorher eine Doping-Probe verweigert hatte und nach den Richtlinien der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA hätte gesperrt werden müssen.

Es war nicht der einzige deutsche Aufreger einer verkorksten WM: Die NADA war verblüfft, dass die NHL-Legionäre Marco Sturm, Christoph Schubert, Dennis Seidenberg und Dimitri Pätzold sowie fünf weitere Spieler nicht bei der Agentur gemeldet waren.

Krupp sorgte für Eklat

Und schließlich sorgte Bundestrainer Uwe Krupp für einen Eklat, als er den unzufriedenen Fans durch die Blume empfahl, nach Hause zu fliegen, wenn sie das DEB-Team nicht unterstützen wollen würden.

Aus den eigenen Erfahrungen auf den Straßen von Halifax schließt Tripcke, dass den deutschen Eishockey-Fans nicht klar ist, wie die Zuständigkeiten zwischen DEL, DEB und der Eishockey-Spielbetriebs-Gesellschaft (ESBG) verteilt sind.

"Dies zeigt deutlich, dass letztlich die DEL-Klubs das Problem auszubaden haben", befürchtet Tripcke: "Der Verband bekommt vielleicht negative Presse, aber er hat fast kein wirtschaftliches Risiko durch Sponsoring-Engagements und Zuschauer zu tragen."

Lernen von der DEL?

Er hofft, dass sich die Wogen bis zum Beginn der neuen DEL-Spielzeit am 4. September glätten.

"Vom DEB erwarten die Klubs aber schon konkrete Maßnahmen, um derartige Dinge in Zukunft zu verhindern und besser zu handhaben", fordert der gelernte Rechtsanwalt: "Gerade auch im Hinblick auf die WM 2010 (in Deutschland, Anm. d. Red.) und die Nationalmannschaft sollte dieser mehr auf das Know-how der DEL zurückgreifen."

Tobias Kimmel

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