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Franz Reindl (M.) war 2004 nach Zachs Rücktritt für kurze Zeit Bundestrainer © getty

Der DEB-Sportdirektor Franz Reindl bestätigt versäumte Dopingkontrollen einiger Nationalspieler. Nun droht eine lange Sperre.

München - Dem deutschen Eishockey steht womöglich ein neuer Doping-Skandal ins Haus.

Einige Nationalspieler sollen innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal gegen die Meldepflicht der Nationalen Anti-Doping-Agentur verstoßen und eine Kontrolle versäumt haben.

Eine entsprechende Meldung des "Mannheimer Morgens" bestätigte Franz Reindl, Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes: "Es hat Vorfälle gegeben. Zunächst einmal gibt es den Vorwurf der NADA. Nun wird jeder Einzelfall genau untersucht und dann eine Entscheidung getroffen." Den Spielern droht eine dreimonatige Sperre. Werbung

Reindl nennt keine Namen

Es handele sich, so Reindl, um ein schwebendes Verfahren. Die Angelegenheit geht nun vor das unabhängige "DEB Missed Test Policy Gremium".

Namen wollte der Ex-Nationalspieler deshalb nicht nennen. Offen ist, ob die womöglich betroffenenen Akteure aus dem Kreis der neun Nationalspieler (Robert Dietrich, Petr Fical, Michael Hackert, Frank Hördler, Lasse Kopitz, Daniel Kreutzer, Aleksander Polaczek, Denise Soesilo und Carina Spuhler) kommen, die der DEB jüngst öffentlich wegen eines erstmaligen Verstoßes gegen die Meldepflicht-Auflagen verwarnt hatte.

Spieler nehmen Stellung

Das "DEB Missed Test Policy Gremium" wird am Dienstag die Fälle verhandeln.

Die betroffenen Spieler haben bereits eine Stellungnahme abgegeben. Die jeweiligen Entscheidungen werden dann der NADA gemeldet.

Streit im Fall Busch

Erst im Frühjahr hatte der Fall Florian Busch für Aufsehen gesorgt. Der Berliner hatte am 6. März eine unangemeldete Dopingkontrolle zunächst verweigert und fünf Stunden später nachgeholt.

Der DEB hatte danach eine öffentliche Verwarnung ausgesprochen, Busch durfte sowohl im DEL-Saisonfinale als auch bei der WM auflaufen.

Die NADA wertet dagegen den verweigerten Test gemäß ihres Codes als positiven Test und verlangt eine Sperre.

Der Fall liegt derzeit vor dem Ad-hoc-Schiedsgericht des Deutschen Olympischen Sportbundes.

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