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Michael Hackert spielt in der DEL für die Adler Mannheim © getty

In der Affäre um erneute Verstöße gegen die Meldepflicht der NADA werden frühestens Ende der Woche Entscheidungen gefällt.

Berlin - Das sagte Eckard Schindler, Dopingbeauftragter des Deutschen Eishockey-Bundes, nach einem Treffen des zuständigen Gremiums in München.

"Es wurde lediglich diskutiert, aber noch nicht entschieden. Das wird in den meisten Fällen hoffentlich bis Ende der Woche geschehen", sagte Schindler.

Zunächst wurde das so genannte "DEB Missed Test Policy Gremium" neu besetzt. Der kommissarische DEB-Präsident Uwe Harnos schied aus und gab seinen Vorsitz an Rechtsanwalt Alexander Stolberg ab. Werbung

Nationalspieler unter den Betroffenen

Insgesamt müssten laut Schindler "mindestens fünf" Vorfälle aufgearbeitet werden.

Darunter sollen sich auch Nationalspieler befinden, die erst vor kurzem wegen Verstößen gegen Meldepflicht-Auflagen öffentlich abgemahnt wurden.

Sollte ihnen nun zum zweiten Mal innerhalb von 18 Monaten ein Verstoß gegen Artikel 6 des NADA-Codes nachgewiesen werden, droht den Spielern eine dreimonatige Sperre. Namen wurden bislang nicht bekannt.

"Eingriff in die Persönlichkeitsrechte"

Nach Informationen des "sid" gehört der Mannheimer Michael Hackert, der bereits einmal verwarnt wurde, nicht zu den Betroffenen.

Dennoch wehrt sich der Nationalstürmer gegen das Abmeldesystem.

"Das ist ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und nervt wahnsinnig", sagte Hackert: "Es wäre schön, wenn mal jemand viel Zeit aufbringen und Geld in die Hand nehmen würde, um dagegen vorzugehen."

Fall Busch wirkt nach

NADA-Sprecherin Ulrike Spitz zeigte Verständnis: "Wir wissen, dass wir den Sportlern vieles abverlangen. Aber es gibt keine Alternative zum Kontrollsystem mit unangemeldeten Kontrollen."

Erst im Frühjahr hatte der Fall Florian Busch für Aufsehen gesorgt.

Der Berliner hatte am 6. März eine unangemeldete Dopingkontrolle zunächst verweigert und fünf Stunden später nachgeholt.

Endgültiges Urteil steht aus

Der DEB hatte danach eine öffentliche Verwarnung ausgesprochen, Busch durfte sowohl im DEL-Saisonfinale als auch bei der WM auflaufen.

Die NADA wertet dagegen den verweigerten Test gemäß ihres Codes als positiven Test und verlangt eine Sperre.

Der Fall liegt derzeit vor dem Ad-hoc-Schiedsgericht des Deutschen Olympischen Sportbundes.

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