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Daniel Kreutzer spielte 164 mal für die Deutsche Nationalmannschaft © getty

Daniel Kreutzer und Aleksander Polaczek werden gegen ihre Sperre von drei Monaten juristisch vorgehen. Dabei steht gar nicht fest, ob die Sperren für die DEL-Ligaspiele überhaupt gültig sind.

München - Die beiden Eishockey-Nationalspieler Daniel Kreutzer und Aleksander Polaczek wollen gegen ihre dreimonatige Sperre juristisch vorgehen.

Beide Akteure waren wie Robert Dietrich und Andrea Lanzl wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Richtlinien vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) bis zum 31. Oktober gesperrt worden.

Die Athleten hatten zum zweiten Mal gegen Meldeauflagen der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) verstoßen.

Unklar war allerdings, ob die Sperren auch in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gelten.

Unabhängige DEL-Antidopingregelungen

"Wir wissen nicht, ob die DEL die Nationalmannschaftssperre für den Bereich der DEL-Ligaspiele übernimmt", sagte Düsseldorfs Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp, Kreutzers Arbeitgeber.

Die DEL hätte eigene, von der NADA unabhängige Antidopingregelungen, gegen die ihre Spieler nicht verstoßen hätten, so der DEG-Boss.

Die DEL wollte sich zu der Angelegenheit erst Anfang der Woche äußern, wenn die entsprechenden Unterlagen eingegangen sind und DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke aus dem Urlaub zurückgekehrt ist.

"Das ist lächerlich"

Eckard Schindler, Anti-Doping-Beauftragter des DEB, erklärte jedoch, er hätte "Signale bekommen", dass die DEL die Sperre von umgerechnet 17 Spieltagen wohl übernehmen werde.

"Das ist lächerlich. Ich habe nie gedopt, werde nie dopen, aber werde nun als Dopingsünder dargestellt. Ich werde gegen die Sperre angehen", sagte der betroffene Kreutzer.

Man käme sich vor wie ein Schwerverbrecher, wenn man immer drei Monate im Voraus seinen Aufenhaltsort angeben müsse, meinte der 28-jährige Stürmer.

Düsseldorf nimmt Anwalt

DEG-Manager Lance Nethery ergänzte: "Wir werden uns jetzt einen Anwalt nehmen und sehen, was wir machen können."

Da mehrere Spieler Probleme mit den Meldeformularen hätten, bestehe zudem großer Nachholbedarf in der Aufklärung, so Nethery.

Unverständnis in Nürnberg

Auch in Nürnberg war der Aufschrei groß.

"Wir haben die Entscheidung mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Herr Polaczek hat uns über die Vorfälle frühzeitig in Kenntnis gesetzt und zu jeder Zeit mit dem DEB kooperiert", hieß es in einer Pressemitteilung der Ice Tigers.

Die Franken werden die Entscheidung der unabhängigen Whereabout-/Missed Test-Gremiums angehen: "Die Vorwürfe stehen nach unserer Auffassung in keinem Verhältnis zur verhängten Sperre. Daher werden wir die Entscheidung rechtlich prüfen."

Dietrich nicht betroffen

Dietrich dürfte dagegen die Sperre kaum treffen. Nach seinem Wechsel zur kommenden Saison in die nordamerikanische Profiliga NHL zu den Nashville Predators ist es unwahrscheinlich, dass die Sperre auch dort greift.

Die vier Spieler hatten zum zweiten Mal innerhalb von 18 Monaten gegen Artikel 6 des NADA-Codes verstoßen. Bei einer weiteren Verfehlung innerhalb des genannten Zeitrahmens droht ihnen gar eine einjährige Sperre.

Eine öffentliche Verwarnung erhielten zudem Sascha Goc, Philip Gogulla, Manuel Klinge und Tatjana Hentschke wegen erstmaliger Verstöße.

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