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Vorschau Daniel "Dany" Heatley wurde 1981 in Freiburg im Breisgau geboren © getty

Statt Stanley-Cup heißt es WM-Halbfinale mit Kanada gegen Schweden für den in Deutschland geborenen Top-Stürmer Dany Heatley.

Quebec - Wenn Dany Heatley das Trikot mit dem roten Ahornblatt überstreift, hat sich sein großer Traum wieder nicht erfüllt.

Wieder wird sein Name nicht auf dem Stanley Cup eingraviert werden, wieder muss sich der kanadische Eishockey-Star mit dem Trostpreis begnügen.

Doch der 27-Jährige hat mittlerweile Gefallen daran gefunden - seine fünfte WM ist mehr als nur eine lästige Pflichtübung.

Sogar die Enttäuschung, mit den Ottawa Senators schon in der ersten Play-off-Runde der NHL ausgeschieden zu sein, hat Heatley schon verdrängt. "Alle haben nur davon geredet, wie schlecht alles in diesem Jahr war", sagte der Torjäger.

Jetzt gegen Schweden

Am Freitagabend tritt er mit Rekordweltmeister Kanada gegen Schweden um den Einzug ins WM-Finale an.

"Doch ganz so schlecht war es nicht. Wir hatten gute und schlechte Phasen. Doch das ist abgehakt. Denn jetzt habe ich jede Menge Spaß, definitiv", sagt Heatley.

Topscorer Heatley

Dieser Spaß drückte sich in Zahlen aus: Vor dem Halbfinale hatte Heatley in sieben Spielen bereits zehn Tore erzielt und sechs weitere vorbereitet.

Das war die beste Ausbeute eines WM-Scorers seit 1993, als Eric Lindros in Deutschland für Kanada elf Treffer und sechs Assists verbuchte.

WM-Rekord angepeilt

Sogar den kanadischen WM-Rekord hat der Stürmer im Visier: Steve Yzerman, in Halifax und Quebec General Manager des WM-Gastgebers, hatte 1990 in der Schweiz 20 Punkte erzielt.

Die WM-Rekordbücher des Eishockey-Mutterlandes hat Heatley ohnehin bereits neu geschrieben. Da er schon von 2002 bis 2005 regelmäßig an Weltmeisterschaften teilnahm und lediglich in den vergangenen beiden Jahren fehlte, hat er bereits in den Gruppenspielen in Halifax Bestmarken aufgestellt.

Starke Quote

Mit 48 Scorer-Punkten in 41 WM-Spielen hatte er Yzerman (39) schon längst als erfolgreichsten kanadischen WM-Stürmer abgelöst, mit 30 Toren Marcel Dionne (21) ebenfalls deutlich hinter sich gelassen.

Dass Heatley, mit den Ahornblättern 2003 und 2004 bereits Weltmeister, einmal der WM-Rekordstürmer seines Landes werden würde, hätte vor neun Jahren niemand geglaubt.

DEB streckte Fühler aus

Damals war der 18-Jährige nicht von seinem Verband zum Trainingslager für die Junioren-Nationalmannschaft eingeladen worden. Weil er in Freiburg im Breisgau geboren war, fragte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), an, ob er nicht für Deutschland spielen wolle.

"Als Dany nicht bei der U-20-WM war, haben wir mit ihm gesprochen. Wir haben alles versucht", erinnerte sich Reindl. Doch der Deutschkanadier, dessen Vater Murray beim SC Riessersee und beim ERC Freiburg spielte und eine Deutsche heiratete, nahm das Angebot nicht an.

Playoffs statt WM

Ein Jahr später berief ihn der kanadische Verband dann doch ins WM-Team der U 20, und seitdem trägt Heatley regelmäßig das Ahornblatt auf der Brust. Nur in den vergangenen beiden Jahren, als er mit Ottawa in den NHL-Playoffs über die erste Runde hinauskam, fehlte er.

Vor knapp einem Jahr war er fast am Ziel seiner Täume, als er mit den Senators erst im Stanley-Cup-Finale scheiterte. Jetzt blieb ihm wieder nur der Trostpreis.

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