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Rick Nash spielt in der NHL bei den Columbus Blue Jackets © getty

Die Kanadier haben den WM-Titel fest im Visier, die Schweizer hoffen auf ein Wunder, und die USA wollen eine offene Rechnung begleichen.

München - Die Operation WM-Gold wird für Kanadas Stars zum Familienausflug.

Großeltern, Kinder, Väter und Mütter der Spieler bevölkern seit ein paar Tagen das Halifax Metro Centre, sie wollen ihr Team bis zum Triumph im Finale von Quebec begleiten.

"Die Spieler wollen noch nicht nach Hause. Sie haben Spaß miteinander und mit ihren Familien. Sie wollen bis zum Ende hierbleiben", sagte Trainer Ken Hitchcock vor dem Beginn der K.o. -Runde bei der WM im Eishockey-Mutterland.

Norwegen nur Aufwärmgegner

Nach 15 WM-Siegen in Folge, neun davon beim 24. Titelgewinn vor einem Jahr in Moskau, ist im Viertelfinale noch nicht mit einer verfrühten Abreise des Rekordweltmeisters zu rechnen.

Außenseiter Norwegen ist am Mittwoch (21.15 Uhr live im DSF) nicht mehr als ein Gegner zum Aufwärmen, bevor es im Halbfinale am Freitag gegen Tschechien oder Schweden dann tatsächlich um alles oder nichts geht.

"Alle haben Spaß"

Der Druck ist groß: 32 Millionen Landsleute erwarten nicht weniger als den 25. WM-Titel und das Ende des Heimfluchs bei Eishockey-Weltmeisterschaften.

Seit den Sowjets 1986 hat kein Team mehr auf eigenem Eis triumphiert. "Was heißt hier Druck? Wir genießen das, es ist wie Playoffs in der NHL", sagte Hitchcock nach dem 6:3-Erfolg zum Abschluss der Zwischenrunde gegen Finnland: "Alle haben Spaß."

Schweiz braucht ein Wunder

Viel Spaß hatten im bisherigen Turnierverlauf auch die Eishockey-Stars aus Russland.

Die einzige neben Kanada noch ungeschlagene Mannschaft hat in der Nacht zum Donnerstag (1.15 Uhr MESZ) in Quebec zwar eine schwierigere Aufgabe zu lösen als der WM-Gastgeber, ist gegen die Schweiz aber dennoch klarer Favorit.

"Wir brauchen ein Wunder", sagte der frühere deutsche Nationalspieler Ralph Krueger, der mit den Eidgenossen bislang eine grandiose WM spielte.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Erstmals seit den Olympischen Spielen 1952 in Oslo, die auch als Weltmeisterschaft gezählt wurden, hat die Schweiz bei einem Turnier vier Spiele gewonnen.

Dennoch droht - wie jedes Jahr - das Aus in der Runde der letzten Acht. Am Montag war der WM-Gastgeber von 2009 gegen die Sbornaja chancenlos: Nach schnellem 0:4-Rückstand täuschte der 3:5-Endstand über die wahren Kräfteverhältnisse hinweg.

USA haben Rechnung offen

Das brisanteste Duell steigt in der Nacht zum Donnerstag (1.15 Uhr MESZ) in Halifax. Die USA haben mit Finnland nach dem Skandalspiel vom Sonntag noch eine Rechnung offen.

Beim 3:2 profitierten die Finnen von einem Phantom-Tor, als bei ihrem ersten Treffer der Puck von außen durch ein Loch im Netz ins Tor gelangte. Olli Jokinen, Anssi Salmela und David Backes sind nach ihren Matchstrafen vom Sonntag wieder spielberechtigt.

Auftakt der Außenseiter

Den Viertelfinal-Auftakt machen am Mittwoch (19.00 Uhr MESZ) die Ex-Weltmeister Tschechien und Schweden. 19 WM-Titel haben beide Teams zusammen gewonnen, in Kanada spielten sie bislang noch keine Hauptrolle.

Die Schweden blamierten sich beim 2:4 gegen die Schweiz, rehabilitierten sich allerdings beim 5:3 im ersten Duell mit den Tschechen.

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