vergrößernverkleinern
Jakob Kölliker trat für die Schweizer Nationalmannschaft zweimal bei Olympia an © imago

Noch vor seinem Debüt fordert der Bundestrainer eine geringere Ausländerquote. Zwei Klubs lobt er für ihre Nachwuchsarbeit.

Von Annette Bachert

München - Jakob Kölliker ist erst seit ein paar Monaten Bundestrainer, aber die Ideen und Veränderungswünsche sprudeln bereits aus ihm heraus.

Nicht nur, dass er den Nationalmannschafts-Kader seines Vorgängers Uwe Krupp auf der ein oder anderen Position verändert hat oder in der Defensive auf den aussortierten Christoph Schubert setzt (News).

Nein, er will auch die deutsche Liga umkrempeln.

Erster Ansatzpunkt Köllikers sind die insgesamt geringen Spielanteile deutscher Profis.

Verbesserte Identifikation

Mit momentan bis zu zehn Ausländern pro Team bleibe für viele deutsche Talente zu wenig Zeit auf dem Eis. Das wiederum wirke sich auch auf die Leistung der DEB-Auswahl aus.

"Ich würde mir wünschen, dass in Zukunft zwei bis drei Quotenplätze für ausländische Spieler abgebaut werden", sagte der 58-Jährige der "Sport Bild".

Zudem sei das Kommen und Gehen der ausländischen Spieler nicht ideal für die Identifikation der Zuschauer mit ihre Lieblingsspielern und -teams (BERICHT: Kölliker neuer Bundestrainer).

Mannheim und Berlin als Vorreiter

Jürgen Arnold, der Aufsichtsratschef der Liga, stimmt Kölliker zu, spricht aber von einer langsamen Veränderung: "Auch wir wollen die Ausländerplätze reduzieren, aber mit Maß. Nächste Saison verringern wir auf neun."

In diesem Zusammenhang verweist Arnold aber auch auf eine ganz entscheidende Rolle: "So etwas geht nur, wenn genug deutsche Nachwuchsspieler da sind."

Bezüglich der Nachwuchsarbeit sieht Kölliker durchaus Verbesserungen, abgesehen von den Adler Mannheim und Eisbären Berlin sei aber auch dort noch deutlich Luft nach oben.

Aufstieg "macht den Reiz aus"

Neben einer geringeren Ausländerquote spricht sich der Bundestrainer auch für die Wiedereinführung des Auf- und Abstiegs in der DEL aus.

"Das macht schließlich den Reiz aus", erklärt der gebürtige Schweizer.

Dies scheint aber weder für die DEL noch für den DEB eine Alternative zu sein. Denn der aktuelle Kooperationsvertrag beider Parteien wurde erst im Juli diesen Jahres geschlossen und hat eine Laufzeit bis 2018.

Dieser Kontrakt besagt, dass es keine Relegationsspiele zwischen erster und zweiter Liga geben wird. Als Alternative sollen stattdessen Wildcards vergeben werden (BERICHT: DEB und DEL einig: "Ein historischer Tag").

WM-Medaille möglich

In wieweit Köllikers Vorschläge und Wünsche künftig berücksichtigt werden, ist noch unklar.

Sicher ist jedoch, dass der Krupp-Nachfolger mit der Nationalmannschaft große Ziele anstrebt. Hinsichtlich der Titelkämpfe im kommenden Jahr fragte er: "Warum sollte bei der WM keine Medaille möglich sein?"

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel