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Jochen Hecht bei einem seiner letzten Einsätze für das DEB-Team im Mai 2005 © getty

Jochen Hecht geht davon aus, dass er von der NADA das Okay bekommt und zur WM fliegen darf. Sein Ziel hat er bereits formuliert.

Buffalo/München - Der Flug ist gebucht, die Versicherung abgeschlossen: Jochen Hecht ist bereit für die Eishockey-WM.

Doch der NHL-Profi, beim Turnier in der Schweiz der große deutsche Hoffnungsträger, weiß noch nicht, ob er am Freitag (ab 16.15 Uhr LIVE) gegen Weltmeister Russland tatsächlich auf dem Eis steht.

Denn die Genehmigung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) steht noch aus, weil der 31-Jährige nicht zu Beginn des Jahres für den Testpool gemeldet war.

"Ich habe schon damals die Athletenvereinbarung unterschrieben", sagte Hecht dem SID, "ich habe sie auch zurückgefaxt. Aber irgendetwas ist schiefgelaufen."

Hecht fehlte auf der Liste

Dem Deutschen Eishockey-Bund lagen zum Stichtag 31. Dezember 2008 die Unterlagen des Stürmers der Buffalo Sabres nicht vor, bestätigte DEB-Generalsekretär Franz Reindl: "Er war auf der Liste, die wir der NADA geben mussten, nicht drauf."

Alle anderen deutschen NHL-Profis hatten rechtzeitig die Athletenvereinbarung, mit der sie sich dem Kontrollprogramm unterziehen, unterschrieben.

Warten auf die Dopingprobe

Bis Dienstag 24 Uhr will der DEB auf das Grüne Licht der Bonner Anti-Doping-Wächter warten, denn für Mittwoch ist Hechts Flug in die Schweiz terminiert.

Die NADA wartet derweil auf die Analyseergebnisse der Dopingprobe, die der NHL-Profi am Freitag in Buffalo abgegeben hat.

"Wir tun, was wir können. Aber wir müssen uns an die Regeln halten", sagte NADA-Sprecherin Ulrike Spitz.

Hecht hofft auf Okay

Die sehen vor, dass für eine WM nur die Spieler auflaufen dürfen, die mindestens sechs Monate im Testpool sind und regelmäßig kontrolliert werden.

"Es sind aber Ausnahmefälle möglich", sagte Spitz. Der Antrag des DEB auf Wiedereingliederung in das Kontrollprogramm werde so schnell wie möglich bearbeitet, "aber alles braucht seine Zeit. Er hätte halt früher gemeldet werden müssen."

Hecht geht davon aus, dass er rechtzeitig das Okay bekommt.

Das WM-Ziel: Die Top Acht

Denn für die WM hat sich der ehemalige Mannheimer viel vorgenommen.

"Ich will eine enttäuschende Saison mit einem positiven Erlebnis beenden", sagte der Stürmer, der mit den Sabres zum zweiten Mal nacheinander die Playoffs um den Stanley Cup verpasste.

Deshalb hat er auch nicht lange überlegt, als Bundestrainer Uwe Krupp anrief. "Zu Hause sitzen und zuschauen, wie die anderen in den Playoffs spielen - das tu ich mir nicht an."

In der Schweiz, wo die deutsche Mannschaft in der Vorrunde neben Russland auch auf die Gastgeber und Frankreich trifft, will er das Viertelfinale erreichen.

"Das Ziel ist es, wieder unter die besten Acht zu kommen", sagte Hecht, der zuletzt bei der WM 2005 für den DEB auflief.

Ein Abstieg ist nicht möglich

Damals stieg die deutsche Mannschaft ab - eine Erfahrung, die Hecht "schon verdrängt" hatte.

Erst nach längerem Überlegen fiel ihm wieder ein: "Wir haben damals gegen Dänemark verloren. Das war ein hartes Los."

Wiederholungsgefahr besteht nicht, nicht nur weil die DEB-Auswahl 2010 WM-Gastgeber ist und somit in der Schweiz gar nicht absteigen kann.

"Wir haben jetzt auch eine bessere Mannschaft als damals", meinte Hecht. Die Entwicklung unter Krupp, der nach dem Abstieg das Kommando übernahm, hat er aus der Ferne verfolgt: "Er hat viele Neue dazugeholt, viele Junge. Sie sind wieder aufgestiegen, haben gut gespielt und sind dafür belohnt worden." (zum Artikel: Krupp gibt Aufgebot bekannt)

"Ich werde mich einfügen"

Den Bundestrainer kennt Hecht nur als Spieler.

"Wir haben 1998 bei Olympia in Nagano noch zusammengespielt", sagte er: "Er war immer ein harter Arbeiter. Das verlangt er jetzt von seinen Spielern wohl genauso."

Eine Sonderrolle beansprucht Hecht nicht: "Die Mannschaft steht, ich bin der Letzte, der dazustößt. Ich werde mich einfügen. Ich will der Mannschaft helfen und nicht Unruhe reinbringen."

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