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Daniel Kreutzer sammelte in der DEL-Hauptrunde 2007/08 19 Scorer-Punkte © imago

Wegen Formfehlern dürfen Daniel Kreutzer und Alexander Polaczek vorläufig doch spielen. Aber das Hickhack ist lange nicht vorbei.

Berlin - Die Sperren sind vorerst ausgesetzt, das juristische Hickhack kann sich aber noch monatelang hinziehen.

Am Montag einigten sich der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) mit den Nationalspielern Daniel Kreutzer von den DEG Metro Stars und Alexander Polaczek von Nürnberg Ice Tigers, die dreimonatigen Suspendierungen gegen die Stürmer wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Richtlinien ab Mittwoch auszusetzen.

Die Angelegenheit soll wegen der juristischen Komplexität in einem Hauptsacheverfahren geklärt werden.

"Ich bin superglücklich. Das war keine leichte Zeit. Aber ich habe halt nicht gedopt", sagte Kreutzer, der wie Polaczek seinen Klubs wieder zur Verfügung steht und auch zum Saisonstart der DEL am 4. September eingesetzt werden darf.

Nach dem Vergleich, der in Rücksprache mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) sowie dem Bundesinnenministerium (BMI) zustande kam, war die für Dienstag angesetzte mündliche Verhandlung vor dem Landgericht München, bei dem Kreutzer und Polaczek eine Einstweilige Verfügung erwirken wollten, hinfällig geworden.

Erleichterung bei Spielern und Vereinen

Stattdessen hat nun der Rechtsanwalt der Spieler, Klaus Sturm, bis Ende Oktober Zeit, das Hauptsacheverfahren einzuleiten.

"Das Verfahren zieht sich mit Sicherheit noch ein paar Monate hin. Sollte ich wirklich gesperrt werden, hoffe ich, dass ich eine mögliche Reststrafe im Sommer absitzen kann", erklärte der DEG-Kapitän Kreutzer.

Auch in Nürnberg war die Erleichterung groß: "Wir sind froh, dass Polaczek die Vorbereitungsspiele mitmachen und kann und zum Saisonstart dabei ist. Er ist für uns eine wichtige Person und er hat darunter sehr gelitten", sagte Ice-Tigers-Manager Otto Sykora.

"Juristisch hochbrisant"

"Es ging uns darum, Schaden für das deutsche Eishockey, die Spieler, den DEB und die DEL abzuwenden, und zu versuchen, den richtigen Weg zu finden", erklärte der kommissarische DEB-Präsident Uwe Harnos derweil die Einigung.

"Die Problematik ist groß und juristisch hochbrisant. Die Sperren sind ausgesetzt bis zur Entscheidung in der Hauptsache. Der Vergleich ist im Wesentlichen darin begründet, dass es Formfehler gab", sagte Sturm.

Kreutzer hatte wie Polaczek, der künftige NHL-Profi Robert Dietrich und Nationalspielerin Andrea Lanzl zum zweiten Mal gegen Meldeauflagen der NADA verstoßen und war daraufhin vom zuständigen DEB-Gremium bis zum 31. Oktober gesperrt worden.

Fehlerhafte Formalien

Die Kaderathleten des nationalen Testpools müssen mittels eines Internet-Meldeformulars der NADA einmal im Quartal Angaben zum Wohnsitz, dem Aufenthaltsort sowie Ort und Zeit des Trainings, der Wettkämpfe und Trainingslager machen und Änderungen im Rahmen der 24-Stunden-Frist melden.

Rechtsanwalt Sturm gab zwar Versäumnisse seiner Klienten zu, verwies allerdings auch auf fehlerhafte Formalien. Laut dem Berliner Anwalt soll Polaczek die zweite vor der ersten Verwarnung erhalten haben (Sturm: "Wie soll er sich da verändern?").

Kreutzer hätte für den Zeitraum seiner ersten Verwarnung noch gar keine Athletenvereinbarung mit der NADA unterschrieben gehabt.

DOSB befasst sich mit Fall Busch

Im Zuge des Skandals um Florian Busch war der NADA-Code in die Regelwerke des DEB aufgenommen, der Kooperationsvertrag mit der DEL verändert und das so genannte "Missed Test Policy Gremium" neu besetzt worden.

Der Nationalstürmer vom Deutschen Meister Eisbären Berlin hatte am 6. März eine unangemeldete Dopingkontrolle zunächst verweigert und fünf Stunden später nachgeholt.

Der DEB hatte danach eine öffentliche Verwarnung ausgesprochen, Busch durfte sowohl im DEL-Saisonfinale als auch bei der WM auflaufen.

Die NADA wertet dagegen den verweigerten Test als positiven Test und verlangt eine Sperre. Der Fall liegt derzeit beim Ad-hoc-Schiedsgericht des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

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