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Die Spieler der Bietigheim Steelers bejubeln den entscheidenden Sieg im vierten Spiel gegen München © getty

Der Zweitliga-Meister ist sportlich qualifiziert, braucht aber mehr Geld vom Hauptsponsor und eine Sondergenehmigung für die Halle.

Bietigheim - Das Tor zur DEL steht den Bietigheim Steelers seit Freitagabend offen.

Ob sie den Schritt hindurch wagen, ist allerdings ungewiss.

Zwar sind die Schwaben nach dem entscheidenden 5:2-Sieg im vierten Finalspiel beim EHC München Zweitliga-Meister und haben sich sportlich für die höchste Spielklasse qualifiziert.

Für den Aufstieg fehlen allerdings noch Sponsorengelder und eine Ausnahmegenehmigung der DEL-Klubs.

Porsche müsste Etat erhöhen

"Wir brauchen ein klares Bekenntnis von unserem Hauptsponsor Porsche. Nur wenn er seinen Etat deutlich erhöht, können wir es machen. Das ist der alles entscheidende Faktor", sagt Sportdirektor Michael Komma.

Derzeit liegt der Bietigheimer Etat bei 2,8 Millionen Euro. Das war in der vergangenen Saison Zweitliga-Spitze, wäre für die DEL aber deutlich zu wenig.

Dort liegt das durchschnittliche Budget der Klubs bei 5,3 Millionen Euro.

Entscheidung bis Ende April

Allein die Lizenz, die zur Teilnahme am Spielbetrieb berechtigt, kostet 800.000 Euro - achtmal so viel wie für eine Zweitliga-Lizenz.

Während die Mannschaft am Samstag die Meisterschaft mit einem Autokorso von der Eishalle zum Rathaus ausgiebig feierte, liefen im Hintergrund bereits die Gespräche mit dem Hauptsponsor.

Eine Entscheidung wird in den nächsten Tagen fallen, denn bis Ende April muss Bietigheim die Unterlagen bei der DEL einreichen.

Porsche-Chef gilt als Steelers-Fan

Da Porsche-Chef Wendelin Wiedeking als Steelers-Fan gilt, ist es allerdings wahrscheinlich, dass der Autobauer bereit ist, das Budget aufzustocken.

Aber selbst dann wäre Bietigheim auf eine Sonderregelung angewiesen.

Die Eishalle im Ellental erfüllt die Voraussetzungen der DEL nicht, weil sie nur 3300 Zuschauer fasst und modernen Standards nicht genügt.

Ein Umzug nach Stuttgart ist nur für einzelne Spiele möglich. Die dortige Arena ist fast ausgelastet und mit 32.000 Euro Kosten pro Spiel zu teuer.

DEL-Teams müssen zustimmen

Die Steelers benötigen daher eine Ausnahmegenehmigung für die Halle im Ellental, der die 15 DEL-Mannschaften mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen müssen. Komma ist nach dem Finalsieg zuversichtlich, diese zu bekommen.

"Ich glaube, die DEL will unbedingt ein 16. Team. Dann gäbe es zwei Heimspiele mehr, für die kleineren Klubs ist das bares Geld", erklärt er.

Auch sportlich muss es passen

Die Steelers wollen die DEL anpacken, sagt Komma, aber nicht um jeden Preis: "Wir sollten es nur machen, wenn wir in der Lage sind, eine einigermaßen attraktive Mannschaft ins Rennen zu schicken."

Der Verein könne es sich nicht leisten, jahrelang abgeschlagen auf den hinteren Plätzen zu stehen.

"Es macht nur Sinn, wenn wir uns sportlich kontinuierlich verbessern können", fordert Komma: "Sonst bin ich dagegen."

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