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Florian Busch steuerte einen Assist zum Berliner 2:1-Sieg über Magnitgorsk bei © getty

Nach dem DOSB-Urteil führt Florian Busch Berlin zum Champions-League-Sieg gegen Magnitgorsk bei und wartet nun auf einen Anruf.

Berlin - Sein breites Grinsen flimmerte über den Videowürfel der neuen Arena am Berliner Ostbahnhof und war für jeden der 13.500 Zuschauer gut zu sehen.

Florian Busch ließ vor dem Champions-League-Spiel der Berliner Eisbären gegen Metallurg Magnitgorsk seiner Freude über den Freispruch in der Affäre um die verweigerte Doping-Probe freien Lauf.

Als die Eisbären am Ende das letzte Gruppenspiel mit 2:1 gewonnen hatten, war der Triumph perfekt.

Frohe Kunde kurz vorm Bully

"Der Sieg über die Russen war die Krönung", sagte Busch, der nach einem juristischen Hickhack endlich wieder durchatmen konnte: "Ich bin erleichtert. Der Druck in den vergangenen neun Monaten war sehr groß."

Erst kurz vor dem Spiel hatte er die frohe Kunde erfahren, dass das Adhoc-Schiedsgericht des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) von einer Sperre absieht. (NADA-Code greift nicht) "Ich konnte locker aufspielen", meinte der 23-Jährige.

"Buuuschi"-Rufe

Als der Nationalspieler aufs Eis lief, feierten ihn die Fans mit "Buuuschi"-Rufen. Beflügelt von den Anfeuerungen bereitete Busch die 1:0-Führung durch Andy Roach vor. Den zweiten Eisbären-Treffer steuerte Denis Pederson bei.

Auch wenn das Ausscheiden des deutschen Meisters aus der Königsklasse bereits vor dem Spiel feststand, verließen die Berliner die Champions League erhobenen Hauptes.

Schließlich hat sich der Klub international einen Namen gemacht und nebenbei in der neueingeführten Königsklasse rund eine halbe Million Euro aus Startgeld und Siegprämien eingenommen.

"Gerne für Deutschland"

Der warme Geldregen war Busch am Mittwoch weniger wichtig als das Ende einer monatelangen Ungewissheit.

Nun will er sich auch wieder für die Nationalmannschaft anbieten: "Der Bundestrainer hat mit mir noch nicht gesprochen. Ich hoffe aber auf eine Berufung. Ich spiele gern für Deutschland."

Der DEB hatte den Spieler nach einer zunächst verweigerten und später nachgeholten Kontrolle am 6. März nur mit einer öffentlichen Verwarnung, einer Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit belegt.

Unterschrift steht noch aus

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte gegen das milde Urteil Einspruch eingelegt und eine zweijährige Sperre gefordert - allerdings ohne Erfolg.

Um einen zweiten Fall Busch auszuschließen, haben mittlerweile alle Nationalspieler den NADA-Code mit ihrer Unterschrift anerkannt.

Busch muss das noch nachholen. Der Verband hat das Anti-Doping-Regelwerk der NADA in seine Statuten aufgenommen.

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