Einer der erfolgreichsten deutschen Eishockey-Torhütern, Robert Müller, hat seinen letzten Kampf verloren und stirbt im Alter von 28 Jahren.

Die Meldung heute Mittag war ein echter Schock: Trauer um Robert Müller stand in der Pressemitteilung der Kölner Haie.

In dem Moment fiel mir sofort ein, als ich Robert Müller zum ersten Mal live in Aktion gesehen habe.

Es war im Winter 1997/98. Mit meinem Bruder und ein paar Freunden war ich beim Eishockeyspiel des EHC Klostersee im Grafinger Eisstadion.

Doch nicht seine Paraden, mit denen er damals schon seine Klasse unter Beweis stellte, sind mir aus jenem Wintertag in Erinnerung geblieben, sondern die Fanrufe der Grafinger. Nach dem Sieg wollten sie ihren Robert sehen. Sie wollten seine Müller-Rolle sehen, die er nach jedem Sieg auf dem Eis zelebrierte.

[image id="f21b4f30-65ea-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Als ich im November von der Unheilbarkeit seiner Krebserkrankung erfuhr, war ich schockiert. Ich musste mich an jenen Abend in Grafing erinnern, an seine Müller-Rolle, sein Lachen und den schelmischen Ausdruck im Gesicht, als er nach der Showeinlage wieder aufstand.

Nur wenige Tage später traf ich einen Freund aus Studienzeiten, der mit Robert Müller gemeinsam beim EHC Klostersee auf dem Eis stand. Er erzählte mir von der kurzen Zeit, in der er mit Robert Müller spielen durfte, und was er - er war auch Torwart - von ihm gelernt hatte.

Eines blieb mir von jenem Gespräch besonders hängen. Und zwar die Aussagen über die Einstellung von Robert Müller zum Eishockey.

"Ich habe ihn nie einen Tropfen Alkohol trinken sehen", erzählte mir mein Freund damals, "er hat für den Profisport gelebt."

Als er vor kurzem vom Bayrischen Rundfunk mit dem "BR Winterstar 2009" ausgezeichnet wurde, sah man ihm die Schwere seiner Erkrankung bereits an.

Trotzdem hoffte man insgeheim doch auf ein Wunder und dass ihm noch viel Zeit bleiben würde, die er mit seiner Familie verbringen könne.

Sein Tod im Alter von 28 Jahren kam viel zu früh.

Um es mit den Worten von der Band "Heiter bis Wolkig" zu sagen: Niemals geht man so ganz, irgendwas von dir bleibt hier.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel