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DEL-Geschäftsführer Tripcke ist im "normalen" Leben Rechtsanwalt © getty

Das Image des deutschen Eiskockeys ist angekratzt. Der DEL-Geschäftsführer blickt zwar nach vorne, weiß aber um den Schaden.

Berlin - WM-Chaos, Doping-Ärger, juristische Nachspiele: Durch die vielen Negativ-Schlagzeilen wurde das Image des deutschen Eishockeys arg ramponiert.

Mit einer neuen Super-Arena, einem neuen Modus und einer Offensive im Anti-Doping-Kampf will die Deutsche Eishockey Liga (DEL) bei der am Donnerstag beginnenden 15. Saison die Sportart wieder in ein besseres Licht stellen.

"Es ist an der Zeit, dass Eishockey wieder sportliche Nachrichten produziert. Wir müssen nach vorne schauen, ohne die alten Dinge zu vertuschen", sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke vor dem ersten Bully im Spitzenspiel von Vizemeister Kölner Haie gegen Titelverteidiger Eisbären Berlin am Donnerstag.

Das Highlight der Saison

Die Liga hofft vor allem auf die Strahlkraft des 150 Millionen Euro teuren "Neuzugangs" der Berliner: die 14.200 Zuschauer fassende modernste Arena Europas.

"Das ist ein Highlight der Saison. Die Arena bedeutet einen Quantensprung für die Eisbären und könnte durch die verstärkte öffentliche Wahrnehmung auch der DEL Auftrieb geben", sagt Tripcke.

Rekordsumme beim Gesamt-Etat

Durch die Aufstockung der Liga auf 16 Teams (Kassel ist neu dabei), schraubten die Klubs den Gesamt-Etat auf eine Rekordsumme von 84,3 Millionen Euro.

Auch der Schnitt liegt mit 5,3 Millionen Euro höher als der im Vorjahr (5,2).

Im Vergleich zu den Summen in der osteuropäischen Kontinental Hockey League (KHL) sind das Peanuts. Bereits in dieser Saison sind einige DEL-Topspieler dem Lockruf des Geldes der KHL gefolgt - ein Trend, der anhalten wird.

Thema Doping begleitet die DEL

"Die DEL ist eine Ausbildungsliga für diejenigen, die das meiste Geld haben", meint Bundestrainer Uwe Krupp.

Ein internes Problem ist, dass das Thema Doping die DEL auch in naher Zukunft begleiten wird.

Zum Saisonauftakt stehen in Florian Busch, Daniel Kreutzer und Aleksander Polaczek drei Spieler auf dem Eis, die wegen Verstöße gegen Anti-Dopingrichtlinien eigentlich gesperrt sein sollten.

Bei Busch (Berlin), der einen Test zunächst verweigert hatte, steht ein Urteil des DOSB-Schiedsgerichtes noch aus.

"Das schadet definitiv"

Bei Kreutzer (Düsseldorf) und Polaczek (Nürnberg) wurden die dreimonatigen Sperren wegen wiederholter Abmeldefehler zunächst ausgesetzt.

"Diese ganze Geschichte ist unschön, zum größten Teil überflüssig und schadet definitiv der DEL", meint Tripcke.

Um den Imageschaden zu begrenzen, geht die Liga in die Offensive und führt zusätzlich zu den 100 Wettkampfkontrollen auf eigene Kosten ab dem 1. Januar stichpunktartig Trainingstests durch.

Zudem wird ein neutraler Anti-Doping-Richter für die DEL installiert.

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