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Verteidiger Andreas Renz (l.) spielt seit 2001 bei den Kölner Haien © imago

Im Interview mit Sport1.de spricht Kölns Andreas Renz über seine Herz-OP und die turbulente Saisonvorbereitung der Haie.

Von Jan Reinold

München - Am Donnerstag unterlagen die Kölner Haie zum Auftakt der 15. DEL-Saison gegen den amtierenden Meister Eisbären Berlin im Heimspiel mit 1:2.

Dabei lief auch Verteidiger Andreas Renz wieder für die Haie auf.

Nur 13 Tage, nachdem er sich wegen seiner jahrelangen Herzrhythmusstörungen in München einem Eingriff am Herzen unterzog, stand "Eisen-Renz" wieder auf dem Eis.

"Ich bin jetzt seit fast zehn Tagen wieder im Training und habe auch von den Ärzten grünes Licht", sagt der 31-Jährige im Interview mit Sport1.de und fügt hinzu: "Ich bin voll einsatzbereit."

Sport1: Herr Renz, wie geht es Ihnen knapp zwei Wochen nach der Operation?

Andreas Renz: Mir geht?s eigentlich wunderbar. Ich bin jetzt seit fast zehn Tagen wieder im Training und habe auch von den Ärzten grünes Licht. Es war nur eine Verödung, ein Eingriff über einen Katheter, der in die Leiste eingeführt wird. Die Stelle, die die Herzrhythmusstörungen auslöst, wurde gefunden und verödet. Es gab eigentlich keine Zeit, in der ich mich schonen musste. Ich bin voll einsatzbereit.

Sport1: Haben Sie nach dem Eingriff irgendwelche Beschwerden verspürt?

Renz: Es ging alles glatt. Nur an der Leiste hatte ich vom Einführen des Katheters ein paar Probleme, das hat dort zu einer Verhärtung geführt. Man kann sich das vorstellen wie beim Blutabnehmen, der Katheter ist wie ein Röhrchen, nur ein bisschen größer. Aber das ist mittlerweile auch schon wieder weg, ich spüre keine Schmerzen. Ich habe schon kurz nach der Operation nichts mehr gespürt.

Sport1: Was hat sich für Sie konkret durch den Eingriff verändert?

Renz: Ich merke keinen Unterschied, da ich die Herzrhythmusstörungen auch nur vier oder fünf Mal pro Jahr hatte. Nach der Operation wurden Tests durchgeführt, die waren alle negativ. Wenn ich Glück habe, bleibt es auch so

Sport1: Befürchten Sie ein erneutes Auftreten der Probleme?

Renz: Nein, bei mir ist die Operation sehr gut verlaufen und in 98 Prozent der Fälle tritt die Störung nach einem Eingriff nicht mehr auf. Man kann so etwas natürlich nie absolut sicher wissen, der Teufel ist ein Eichhörnchen. Entweder ist solch ein Eingriff erfolgreich oder nicht. Ich bin guter Dinge, dass die Störungen weg sind.

Sport1: Müssen Sie nun bestimmte medizinische Sicherheitsvorkehrungen beim Sport treffen?

Renz: Nein, es ist eine relativ harmlose Sache, die ja auch schon lange bekannt war. Ich war auch nie in Lebensgefahr, als ich Eishockey gespielt habe. Sonst hätte ich nie weitergespielt. Es war ein Routine-Eingriff. Die Herzrhythmusstörungen sind einfach mehr geworden, es hat gestört, wenn es während des Spiels oder während des Trainings vorgekommen ist. Die Ärzte haben mir zur Operation geraten und jetzt ist es okay.

Sport1: Können Sie beschreiben, wann und wie Sie diese Herzrhythmusstörungen verspürt haben?

Renz: Meistens kam es nach einem Schuss oder einer ruckartigen Bewegung. Die Rippen haben auf das Herz gedrückt, das bei mir als Sportler ohnehin größer ist, und haben dabei einen Punkt getroffen, der dann diese Störungen ausgelöst hat. Ich habe für ca. zehn bis 15 Minuten Herzrasen bekommen, nach dieser Zeit hat sich das Herz dann wieder von alleine beruhigt. Während des Herzrasens hat sich die Pulsfrequenz auf ca. 170 bis 180 erhöht, was hoch ist, aber keinesfalls lebensbedrohlich.

Sport1: Die Haie haben offenbar eine turbulente Saisonvorbereitung hinter sich.

Renz: Es war natürlich sehr heftig - die Erkrankung von Robert Müller, der Wechsel von Ivan Ciernik, die Verletzung von Daniel Rudslätt, meine Operation, etc. -, aber so etwas schweißt eine Mannschaft auch zusammen. Unser Team ist dadurch noch enger zusammengerückt. Was die Ergebnisse angeht, war es sicherlich nicht die optimale Saisonvorbereitung, obwohl wir spielerisch überzeugen konnten. Es war ein unruhiger Sommer, aber ich hoffe, dass wir uns jetzt wieder auf den Sport konzentrieren können. Ich denke, die großen Querelen sind vorbei.

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