vergrößernverkleinern
Hoch her ging es in der letztjährigen Finalserie. Am Ende setzten sich die Eisbären durch © getty

Vor dem DEL-Auftakt zwischen Haien und Eisbären gibt sich der Vize bescheiden. Der Meister hingegen kündigt Großes an.

Von Jan Reinold

München - Am Donnerstag (ab 19.30 LIVESCORES) startet die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) mit der Wiederauflage des letztjährigen Finales zwischen Vizemeister Kölner Haie und Meister Eisbären Berlin in ihre 15. Saison.

Und die Rollenverteilung vor dem Eröffnungsspiel scheint klar. "Berlin ist der Favorit, wir sind krasser Außenseiter", sagt Haie-Verteidiger Andreas Renz bei Sport1.de.

Trotzdem verspricht "Eisen-Renz" bissige Haie: "Die Mannschaft ist zusammengerückt. Jeder weiß was zu tun ist, um so eine Top-Mannschaft zu schlagen."

"Auf Augenhöhe"

Letzte Saison gab es das Duell Haie gegen Eisbären gleich acht Mal, nur ein Mal gewannen dabei die Kölner.

"Wir haben in den Playoffs schon gut gegen Berlin gespielt und ein Spiel gewonnen", sieht Renz das Positive.

"Die anderen haben wir zwar verloren, aber nur sehr knapp mit einem Tor Unterschied. Wir waren in den Playoffs auf Augenhöhe."

Generalprobe verpatzt

Ob dem wirklich so ist, muss der erste DEL-Meister (1995) noch unter Beweis stellen. Die Generalprobe setzten die Haie jedenfalls in den Sand.

Im Pokal am vergangenen Wochenende schieden die Kölner (wie auch Berlin) nach einer 2:3-Pleite gegen Zweitligist REV Bremerhaven und eines 3:1-Sieges gegen die ebenfalls zweitklassigen Tower Stars Ravensburg als Dritter ihrer Vorrundengruppe bereits in der ersten Runde aus.

"Wir waren zu blöd", polterte Haie-Manager Rodion Pauels nach dem Aus. "Man kann nicht zufrieden sein, wenn man Zweitligisten nicht aus dem Weg räumen kann."

Unglückliches Pokal-Aus

Renz sieht das jedoch etwas anders als sein Manager. "Wir haben in beiden Spielen gutes Eishockey gezeigt und, was Chancenverhältnis und Torschüsse angeht, klar dominiert", meint der 31-Jährige.

Auch an der Einstellung hapere es beim Vizemeister nicht: "Wir wissen, dass die Saison kein Selbstläufer wird, nur weil wir letztes Jahr im Finale gestanden haben", betont Renz.

"Wir sind gewarnt, denn ein Jahr nach einer Finalteilnahme ist meist noch schwerer. Wir sind der Gejagte, die Erwartungen sind sehr hoch".

McLlwain fällt aus

Schwerer noch als das Aus im ohnehin ungeliebten Pokal dürfte jedoch die Verletzung von Kapitän Dave McLlwain wiegen.

Der 41-Jährige zog sich im Pokalspiel gegen Ravensburg nach einem Ellbogencheck eines Gegenspielers eine Gehirnerschütterung zu und fällt für den Saisonstart ebenso aus wie Torwart Robert Müller (Reha) und Stürmer Daniel Rudslätt (Meniskuseinriss).

"Uns fehlen mit Dave McLlwain, Robert Müller und Daniel Rudslätt absolute Spitzenspieler und wichtige Persönlichkeiten auf dem Eis", bekennt Renz.

Turbulente Sommerpause

Die Verletzung von Routinier McLlwain und die anschließende Massenschlägerei auf dem Eis waren jedoch nur der vorläufige Höhepunkt einer turbulenten Vorbereitung der Haie.

Neben dem Schock der erneuten Erkrankung von Goalie Müller und der Herz-Operation bei Renz mussten die Haie auch den Abgang von Top-Stürmer Ivan Ciernik (105 Tore in 186 Spielen) nach Sibir Nowosibirsk verkraften.

"Es war natürlich sehr heftig, die Erkrankung von Robert, der Wechsel von Ivan, die Verletzung von Daniel, meine OP, etc.", gibt auch Renz zu, "aber so etwas schweißt eine Mannschaft auch zusammen."

"Knüppelharter Start"

Wirft man einen Blick auf das Auftaktprogramm der Domstädter, dürfte das auch dringend nötig sein. Denn das Eröffnungsspiel gegen die Eisbären ist nur der erste Knaller eines "knüppelharten Starts", wie es Haie-Trainer Doug Mason ausdrückt.

Danach folgt das "Doppelderby" am Sonntag und Dienstag gegen Erzrivale DEG Metro Stars, anschließend geht es zu den Iserlohn Roosters an den Seilersee.

"Berlin, zwei Mal Düsseldorf und in Iserlohn - das geht wahrscheinlich nicht viel härter", meint auch Renz. "Auf der anderen Seite ist es ganz gut, wenn man sich gleich zum Start mit den Besten messen kann."

Berlin haushoher Favorit

Mit den Eisbären gastiert am Donnerstag gleich der Beste der Besten am Rhein - jedenfalls wenn man einer Umfrage der DEL-Trainer Glauben schenkt.

13 der 16 Chef-Coaches nannten die Eisbären, die in vergangenen vier Jahren drei Mal Meister wurden, auch als neuen Titelträger.

"In jede Saison gehe ich mit dem gleichen Ziel. Ich will alle Spiele gewinnen", formuliert Berlins Meister-Trainer Don Jackson unmissverständlich. "Wir wollen 2009 am Ende der Hauptrunde an erster Stelle stehen und im Finale der Playoffs den Meistertitel holen."

Vor dem Spitzenspiel in Köln, für das Neuzugang Matt McIlvane (Ellbogenverletzung) und Constantin Braun (Trainingsrückstand nach Schulter-OP) ausfallen, denkt auch Eisbären-Geschäftsführer John Peter Lee nicht daran, die Erwartungen zu dämpfen: "Unser Ziel ist es, jedes Jahr Meister zu werden", stellt der Ex-Profi klar.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel