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Jens Baxmann (r., gegen Carter) ist 2008 mit Berlin Meister geworden © imago

Nach dem 2. Spieltag haben die Berliner eine perfekte Punkteausbeute, bei den Kölner Haien läuft es dagegen gar nicht rund.

München - Der Meister spielt schon wieder meisterlich, der "Vize" trifft das Tor nicht mehr: Für die beiden Finalisten Eisbären Berlin und Kölner Haie hätte die 15. Spielzeit in der DEL unterschiedlicher nicht beginnen können.

Nach dem 2:1 zum Auftakt in Köln demonstrierten die Eisbären auch beim Vorrunden-Primus der vergangenen Saison, den Nürnberg Ice Tigers, eindrucksvoll ihre Stärke.

"Berlin ist eindeutig die beste Mannschaft der Liga", lobte Nürnbergs Trainer Andreas Brockmann nach dem 4:2-Sieg der Eisbären und war vor allem vom Überzahlspiel des Titelverteidigers angetan: "Sie spielen ein ausgezeichnetes Powerplay, viel besser als wir, weil sie eingespielt sind."

Nur zwei Neuzugänge

Am ersten Wochenende machte in der Tat das Überzahlspiel der Berliner den Unterschied: Vier ihrer sechs Tore gegen zwei der vermeintlich härtesten Konkurrenten erzielten sie mit einem Spieler mehr auf dem Eis.

Dabei profitieren sie davon, dass Trainer Don Jackson in das Meisterteam der Vorsaison nur zwei Neuzugänge, den kanadischen Verteidiger Richie Regehr und den amerikanischen Stürmer Matt McIlvane, integrieren musste.

Zahnlose Haie

Vizemeister Köln dagegen spürt schon nach zwei Spielen und zwei Niederlagen das Fehlen seines erfolgreichsten Stürmers.

Torjäger Ivan Ciernik, der nach Krach mit Trainer Doug Mason zum russischen KHL-Klub Sibir Nowosibirsk wechselte, fehlte vor allem beim 0:2 im 180. rheinischen Derby bei den DEG Metro Stars an allen Ecken und Enden.

Ohne den Slowaken, der in der Vorsaison 49 Tore erzielte, waren die Haie im Angriff zahnlos.

Erst ein Tor

Mason wollte allerdings nicht an den abgewanderten Torjäger erinnert werden.

"Nein, nächste Frage", antwortete der Holland-Kanadier kurz und knapp, als er gefragt wurde, ob er Ciernik vermisse. Ohne den Slowaken erzielten die Kölner in den ersten 120 Minuten der neuen Saison kein einziges Stürmertor, lediglich Verteidiger Stephane Julien hatte am Donnerstag gegen Berlin in Überzahl getroffen.

Revanche am Dienstag?

"Ich glaube nicht, dass wir in 52 Spielen nur ein Tor schießen, das glaubt niemand in der Kabine", meinte Mason und erklärte die Abschlussschwäche zur "Kopfsache".

Bereits am Dienstag (19.30 Uhr LIVESCORES) soll im 181. Derby gegen die DEG in der heimischen Kölnarena der Knoten platzen.

"Gott sei Dank sind wir keine Boxer, die acht, neun Monate auf den Rückkampf warten müssen", sagte Nationalspieler Christoph Ullmann: "Das ist das Schöne am Eishockey: Wir können nach 48 Stunden schon wieder alles gutmachen."

44 Saves für Storr

Allerdings bekommen es die Kölner Stürmer um den 683-maligen NHL-Profi Mike Johnson, der in seinen ersten beiden Spielen noch nicht besonders auffiel, auch am Dienstag wieder mit Metro-Stars-Torhüter Jamie Storr zu tun.

Der 32-jährige Kanadier wehrte am Sonntag 44 Schüsse ab und zeigte eine seiner besten Leistungen im Düsseldorfer Trikot.

Vier Teams mit sechs Punkten

Wie Meister Berlin starteten auch die Augsburger Panther, die Krefeld Pinguine und Aufsteiger Kassel Huskies mit der Maximalausbeute von sechs Punkten in die Saison.

"Mit so einem Start haben wir selbst nicht gerechnet", gab Kassels Nationalspieler Manuel Klinge nach dem 3:2 gegen den ERC Ingolstadt zu. Und Trainer Stephane Richer stellte nach dem ersten DEL-Heimspiel nach zweieinhalb Jahren zufrieden fest: "Wir haben bewiesen, dass wir wieder mithalten können."

"Ein optimaler Saisonstart"

Rundum zufrieden war auch DEL-Rekordmeister Adler Mannheim mit fünf Zählern aus den ersten beiden Spielen.

"Letztes Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt null Punkte. Was wollen wir mehr? Das war ein optimaler Saisonstart", meinte Manager Marcus Kuhl nach dem 3:0 gegen die Iserlohn Roosters.

Trainer Dave King lobte vor allem Neuzugang Fred Brathwaite, der 32 Schüsse abwehrte und seine ganze Erfahrung aus 255 NHL-Spielen zeigte: "Er war super, ganz hervorragend."

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