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Stefan Ustorf wechselte 1994 in die NHL und kehrte 1997 in die DEL zu den Eisbären zurück © imago

Der Umzug der Eisbären in die neue O2-World ruft viele Kritiker auf den Plan. Stefan Ustorf freut sich bei Sport1 auf die neue Arena.

Von Julian Ignatowitsch

54 Jahre lang war der Wellblechpalast die Heimspielstätte der Eisbären Berlin. Nun beginnt für den amtierenden Deutschen Meister eine neue Zeitrechnung in der O2-World.

Mit der Partie gegen den überraschenden Tabellenführer Augsburger Panther (So, 16.30 Uhr LIVESCORES) eröffnet der Klub um den ehemaligen Nationalspieler Stefan Ustorf die neue Heimspielstätte.

Bei Sport1.de spricht der 34 Jahre alte Stürmer über Nervosität vor dem ersten Spiel, den Abschied vom "Welli", die Vorteile der neuen Arena und das Spitzenspiel des 4. Spieltags.

Sport1: Herr Ustorf, am Sonntag steht für die Eisbären Berlin das erste Spiel in der neuen O2-World an. Wie groß ist die Vorfreude bei Ihnen und innerhalb der Mannschaft?

Stefan Ustorf: Sehr groß, wir haben lange genug darauf gewartet. Wir waren auch schon im Vorfeld in der Halle, es wirkt alles sehr imposant. Wenn die Arena dann am Sonntag auch noch ausverkauft ist, wird das sicher etwas ganz Besonderes. Ich bin schon sehr gespannt.

Sport1: Sind sie nervöser als sonst?

Ustorf: Ich bin vor jedem Spiel etwas nervös, das gehört dazu. Dennoch würde ich sagen, dass die Vorfreude eindeutig überwiegt.

Sport1: Der Gegner, die Augsburger Panther, ist wie ihr Team sehr stark mit drei Siegen in drei Spielen in die neue Saison gestartet. Von daher können sich die Fans auf ein echtes Spitzenspiel freuen.

Ustorf: Auf jeden Fall. Ich bin fest davon überzeugt, dass die DEL das bei der Ausarbeitung des Spielplans genauso geplant hatte. Nein im Ernst: Die Augsburger hätte man nicht so weit oben erwartet, aber sie stehen derzeit völlig zu Recht dort und spielen hervorragendes Eishockey. Erster gegen Zweiter- besser geht es doch nicht!

Sport1: Trauern Sie auch etwas dem Auszug aus dem Wellblechpalast hinterher?

Ustorf: Sicherlich ist es nicht ganz einfach, so eine tolle Heimstätte wie den Wellblechpalast, in dem wir über Jahre gespielt und unsere größten Erfolge gefeiert haben, zu verlassen. Aber wenn man in eine der schönsten Arenen Europas umzieht, fällt der Abschied nicht ganz so schwer.

Sport1: Erwarten Sie sich vom Umzug in die hochmoderne O2-World auch einen sportlichen Schub?

Ustorf: Ich hoffe es. Schließlich sind alle Spieler dem Verein für so ein tolles Umfeld dankbar und möchten ihren Teil zurückgeben.

Sport1: Zuletzt wurden in Berlin aber auch kritische Stimmen laut, die die Großinvestitionen rund um das "Mediaspree"-Projekt, zu dem auch die O2-World gehört, heftig attackierten. Von einem Aufstand der Bürger war die Rede. Wie stehen Sie dazu?

Ustorf: Wenn es in Deutschland keinen gibt, der sich beschwert, würde ich mir ernsthaft Gedanken machen. Meiner Meinung nach haben die Investitionen und die neue O2-World viele positive Aspekte: Es werden Arbeitsplätze geschaffen, große Events und sportliche Highlights kommen nach Berlin. Aber in Deutschland ist man es ja schon gewohnt, dass erst einmal gemault wird.

Sport1: Das kennen Sie aus Amerika anders?

Ustorf: Nicht nur aus den USA, sondern aus vielen Ländern. Bei uns ist es leider so, dass neue Dinge oft schlecht gemacht werden. Die Halle spricht doch für sich. Ich bin mir sicher, dass sie über Jahre ihre positiven Auswirkungen entfalten wird. Insgesamt ist die Zustimmung zu dem Projekt in der Berliner Bevölkerung aber auch weit aus größer als deren Ablehnung.

Sport1: Die Eisbären sind bei Trainern und Fans erster Meisterschaftsanwärter, zählt in Berlin nur die Titelverteidigung?

Ustorf: Die Meisterschaft ist natürlich unser großes Ziel. Wir wollen attraktives Eishockey spielen und auch in der Champions-League erfolgreich sein. Dazu hat die Mannschaft auch definitiv das Potenzial. Aber wir müssen hart arbeiten und denken zunächst nur von Spiel zu Spiel.

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