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Jeff Friesen spielte von 1997 bis 2001 mit Marco Sturm bei den San Jose Sharks © imago

Im Sport1.de Interview spricht Eisbären-Neuzugang Jeff Friesen über die Herausforderung Berlin und seine persönlichen Ziele.

Von Rainer Nachtwey

München/Berlin - Er ist wohl der spektakulärste Neuzugang in der DEL: Der zweimalige Weltmeister und Stanley-Cup-Champion von 2003 mit den New Jersey Devils Jeff Friesen verstärkt den Deutschen Meister Eisbären Berlin 146988(DIASHOW: Die Top-Transfers der Liga).

Friesen gibt damit nach einem Jahr Pause aufgrund einer Leistenverletzung in der DEL sein Comeback auf der Eisfläche.

"Unser Ziel ist ganz klar der 'Three-peat'", gibt der 33 Jahre alte Kanadier die Ziele bei Sport1.de vor. "Ich freue mich schon riesig auf den Saisonstart."

Im Sport1.de-Interview spricht er über das Autofahren in Berlin, seine persönlichen Ziele und sein wichtigstes Tor.

Sport1.de: Herr Friesen, wie sind Ihre ersten Eindrücke von Deutschland und Berlin?

Jeff Friesen: Deutschland ist großartig. Berlin ist eine sehr schöne, geschichtsträchtige Stadt. Es ist etwas Einmaliges, hier zu spielen, eine tolle Erfahrung. Für mich ist das alles sehr aufregend. Und zum Glück sprechen hier viele Leute englisch, das hilft mir enorm. Aber das Autofahren ist noch eine echte Herausforderung.

Sport1.de: Und wie ist Ihr Eindruck von den Eisbären?

Friesen: Ich bin hier bei einem Team gelandet, das die letzten fünf Jahre viel gewonnen hat. Das ist eine große Herausforderung. Eine super Organisation. Und es erleichtert mir die Rückkehr auf das Eis, weil ich mit vielen sehr guten Spielern in einer Mannschaft bin.

Sport1.de: Sie haben letztes Jahr aufgrund einer Leistenverletzung nur fünf Spiele in der AHL für die Lake Erie Monsters bestritten. Wieso haben sich dazu entschieden, Ihr Comeback in Europa zu starten?

Friesen: Zuerst war mir nur wichtig, wieder gesund zu werden. Und dann musste ich die Optionen abwägen. Peter John Lee (Manager der Eisbären, Anm. d. Red.) hat mich zu einem Probetraining eingeladen und das hat wunderbar geklappt. Und jetzt bin ich hier.

Sport1.de: Sie hatten mehrere Angebote. Was sprach für die Eisbären?

Friesen: Marco Sturm ist ein sehr guter Freund von mir. Als er erfuhr, dass ich mich dafür interessiere, in Deutschland zu spielen, hat er den Kontakt zu Peter John Lee hergestellt. Und dann hat von Anfang an die Chemie gestimmt.

Sport1.de: Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Saison mit den Eisbären?

Friesen: Unser Ziel ist ganz klar der "Three-peat", die dritte Meisterschaft in Folge zu gewinnen. Und natürlich wollen wir in jedem Saisonspiel auf einem hohen Niveau spielen und unser Bestes abrufen.

Sport1.de: Welche Erwartungen haben Sie an sich selbst?

Friesen: Vor der Vorbereitung war mein Ziel gesund zu werden. Das habe ich geschafft. Jetzt freue ich mich auf den Saisonstart und hoffe, möglichst bald zu meiner Topform zurückzufinden. Aber ich muss von Spiel zu Spiel denken und mir auch Zeit lassen. Schließlich habe ich ein Jahr lang nicht gespielt. Ich freue mich schon darauf Tore zu schießen, Vorlagen zu geben und Spiele zu gewinnen. Das wird jetzt eine aufregende Zeit in meiner Karriere.

Sport1.de: Denken Sie über eine Rückkehr in die NHL nach?

Friesen: Nein, das ist zurzeit kein Thema. Ich bin froh, dass ich wieder gesund bin und jetzt hier in Berlin spielen kann. Ich genieße die Zeit hier. Ich konzentriere mich jetzt voll und ganz auf die neue Saison und verschwende keinen Gedanken an die NHL.

Sport1.de: Sie haben fast 1000 NHL-Spiele absolviert, haben den Stanley Cup gewonnen. Lastet deshalb ein besonderer Druck auf Ihnen?

Friesen: Druck ist immer da, und ich bin überzeugt, dass man etwas Druck braucht, um Leistung zu zeigen. Und mittlerweile bin ich es gewohnt, mit Druck umzugehen und es macht mir auch Spaß, diesen Druck zu spüren. Für mich ist es wichtig, einen guten Start hinzulegen.

Sport1.de: Haben Sie sich schon einen Eindruck vom Niveau der DEL machen können?

Friesen: Wir haben in der Vorbereitung nur ein Spiel gegen ein DEL-Team bestritten. Das war gegen Wolfsburg. Von daher ist schwer darüber etwas zu sagen. Aber wenn ich mir das Team so ansehe, haben wir sehr viele talentierte Spieler. Im Moment konzentriere ich mich auch mehr auf unsere Mannschaft und nicht auf die gegnerischen.

Sport1.de: Gibt es ein besonderes Tor in Ihrer Karriere, an das Sie sich immer erinnern werden, wie das erste NHL-Tor, ihre beiden Tore in Spiel 7 der Stanley-Cup-Finals gegen Ihr Ex-Team Anaheim oder ihr Game-Winning-Goal gegen Ottawa in Spiel 7 der Conference-Finals?

Friesen: Ja, das sind natürlich besondere Tore gewesen. Im siebten Spiel der Finalserie zu treffen, vor allem wenn dein Team gewinnt, das vergisst man nicht so schnell. Und durch Trainer Don Jackson werde ich auch immer an das Tor gegen die Senators erinnert, das uns damals erst in die Finalserie gebracht hat. Denn Don war 2003 in Ottawas Trainerstab.

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