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Doug Mason (hinten) kam 2006 aus Iserlohn zu den Kölner Haien © getty

Trotz der fünften Pleite im fünften Spiel halten die Haie an ihrem umstrittenen Trainer fest, wie der Geschäftsführer versichert.

München - Auch nach der fünften Pleite im fünften Saisonspiel und dem vorläufigen Tiefpunkt trägt Doug Mason weiter die sportliche Verantwortung beim deutschen Eishockey-Vizemeister Kölner Haie.

"Doug Mason bleibt Trainer", stellte Geschäftsführer Thomas Eichin nach einer blamablen Vorstellung des achtmaligen Champions beim 1:5 (0:3, 0:0, 1:2) gegen Aufsteiger Kassel Huskies klar. Köln steht in der Tabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL) weiter ohne Punkt da.

Das Kontrastprogramm lief beim Deutschen Meister Eisbären Berlin, der gegen Köln in der Finalserie vor knapp fünf Monaten mit 3:1 Siegen die Oberhand behalten hatte.

Eisbären mit Gala an die Spitze

Mit einer 11:0 (5:0, 2:0, 4: 0)-Gala gegen den Überraschungs-Tabellenführer Augsburger Panther weihte das Team von Trainer Don Jackson die mit 14.000 Zuschauern ausverkaufte nagelneue Arena in Berlin-Friedrichshain ein und übernahm mit der Optimalpunktzahl von zwölf Zählern aus vier Spielen die Spitze.

Denis Pederson erzielte zwei Tore, Nathan Robinson legte drei Treffer auf.

Heimniederlage für DEG

Kölns Erzrivale Düsseldorfer EG kassierte eine 2:3 (2:1, 0:1, 0:1)-Heimniederlage gegen die Frankfurt Lions, für die Chris Taylor mit seinem zweiten Treffer des Tages das Siegtor erzielte. Der EHC Wolfsburg kam mit dem 5:0 (1:0, 1:0, 3:0) gegen die Hannover Scorpions zum ersten Heimsieg.

Die Krefeld Pinguine gewannen 6:1 (1: 0, 2:1, 3:0) gegen die Füchse Duisburg, die wie Köln noch ohne Punkt sind und Schlusslicht bleiben. Den ersten Saisonsieg und damit die ersten Punkte feierten die Straubing Tigers mit dem 4:2 (1:0, 2:0, 1:2) gegen die Iserlohn Roosters.

"Nicht alles über den Haufen werfen"

Eichin lieferte den verwunderten Journalisten auch die Begründung für die Kölner Nibelungentreue zu Mason.

"Es sind erst zehn Tage in der neuen Saison gespielt. Deshalb können wir nicht alles das, was gut war, gleich über den Haufen werfen. Mit Doug Mason gibt es unserer Meinung nach die größte Chance, da wieder herauszukommen", sagte der frühere Mönchengladbacher und Nürnberger Fußball-Profi zur Situation nur knapp fünf Monate nach der Finalserie gegen die Eisbären Berlin.

Beddoes schon als Nachfolger gehandelt

Gegen Kassel hatten die Verantwortlichen einen Sieg gefordert und damit den Druck auf Mason weiter erhöht. Es war angenommen worden, dass eine Niederlage das Aus für den Holland-Kanadier bedeutet hätte. Als erster Nachfolge-Kandidat wurde der derzeitige Kölner Assistenz-Trainer Clayton Beddoes gehandelt.

Eichin nahm vielmehr alle im Verein in die Pflicht, vom "Geschäftsführer" über den "Sportdirektor" bishin zu den "Spielern und Trainern". Gegen die Hamburg Freezers steht für Köln am kommenden Freitag das nächste Heimspiel an.

Hohn und Spott von den Rängen

Ryan Gaucher (5.), Dustin Wood (12.) und der Ex-Kölner Sean Tallaire (15.) in Überzahl machten bereits im ersten Drittel alles klar für die Kassel Huskies. Die nur 8183 Fans in der riesigen Halle pfiffen sich die Seele aus dem Leib und hatten nur Hohn und Spott für das schlechteste Drittel in der laufenden Saison.

"Die Spieler waren angespannt. Nach den vier Niederlagen konnte wir ein 0:3 überhaupt nicht gebrauchen", erklärte Mason und meinte zur Situation: "In Köln muss man mit Druck fertigwerden."

Selbst bei den Niederlagen zuvor gegen Meister Eisbären Berlin (1:2), die DEG (0:2, 4:7) und die Iserlohn Roosters (4:6) hatten die Kölner mehr geboten. Im Schlussdrittel sorgten nocheinmal Tallaire (48.) bei 5:3-Überzahl und Hugo Boisvert (50.) für ein Kölner Debakel. Das 1:5 durch Kamil Piros (52.) war noch nicht einmal Ergebniskosmetik.

Schwer fassbarer Absturz

Was letztendlich zu dem beispiellosen Absturz der Haie geführt hat, ist für Außenstehende schwer fassbar. Schmerzlich vermisst wird Nationaltorhüter Robert Müller, der sich einer erneuten Kopf-Operation unterziehen musste. Seine Stellvertreter Stefan Horneber und Frank Doyle standen häufig auf verlorenem Posten.

Ein kompletter Ausfall bei den Gastgebern war der mit viel Vorschusslorbeeren verpflichtete ehemalige kanadische NHL-Profi Mike Johnson (661 NHL-Spiele).

Schmerzlich vermisst wird auf Kölner Seite weiterhin der DEL-Top-Torjäger Ivan Ciernik, der nach Meinungsunterschieden mit Mason trotz eines bis 2011 laufenden Vertrages die Haie verließ.

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