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Straubings Jürgen Rumrich hadert mit der Chancenauswertung seines Teams © imago

Nach zwei Pleiten steht dem Ex-Nationalspieler und Neu-Coach mit den Straubing Tigers das Wasser schon jetzt bis zum Hals.

München - Null Tore, null Punkte: Der ehemalige Nationalspieler Jürgen Rumrich hat sein Debüt als Cheftrainer in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verpatzt.

"Das habe ich mir ganz, ganz anders vorgestellt", sagte der 41-Jährige nach der 0:3-Heimpleite der Straubing Tigers gegen die Iserlohn Roosters.

Schon zum Saison-Auftakt am Freitag waren die Niederbayern bei den Hamburg Freezers mit 0:6 unter die Räder geraten.

Nach nur zwei Spielen steht der 182-malige Nationalspieler, der 2005 nach acht Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen seine Karriere beendet hatte, mit seinem Klub bereits dort, wo ihn die meisten Experten auch am Ende der Saison erwarten - auf dem letzten Tabellenplatz.

Mini-Etat als schlechte Voraussetzung

Eine Erklärung für den Fehlstart hatte Rumrich schnell parat: "Wer kein Tor schießt, kann kein Spiel gewinnen."

Das Problem des früheren Nationalstürmers: Ausgerechnet bei seiner ersten Bewährungsprobe als Trainer hat er die schlechtesten Voraussetzungen.

Straubing hat seinen Etat um 300.000 Euro reduziert, für das Personal auf dem Eis stehen nur geschätzte 1,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Mangelnde Chancen-Auswertung

Es fehlt ein richtiger Torjäger, auch Kreativkräfte im Angriff sind Mangelware.

"Iserlohn hat zwei Tore in Überzahl erzielt, wir hatten sieben Powerplay-Chancen und haben nichts daraus gemacht", klagte Rumrich, der im März nach zwei Jahren als Co-Trainer und Teammanager den Kanadier Bob Manno als Chefcoach beerbt hatte.

"Er hat sich diese Chance allemal verdient", sagte der Sportliche Leiter Jürgen Pfundtner.

Tremblay mit verdacht auf Kreuzbandriss

Leichter wird Rumrichs Aufgabe in den nächsten Wochen nicht: Verteidiger Yannick Tremblay, mit der Erfahrung von 390 NHL-Spielen als Führungsspieler vorgesehen, schied am Freitag mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus.

Wenig Grund zur Freude hatte auch Rumrichs ehemaliger Nationalmannschaftskollege Tino Boos.

Der Stürmer der Hannover Scorpions bestritt zwar am Sonntag als dritter Spieler nach seinen früheren Kölner Teamkollegen Andreas Renz und Mirko Lüdemann sein 800. DEL-Spiel, doch bei der 1:5-Heimpleite gegen die Frankfurt Lions stahl ihm ein anderer die Schau.

Sprechchöre für den Ex-Spieler

Frankfurts Kapitän Eric Schneider, der erst vor wenigen Wochen Hannover aus finanziellen Gründen verlassen hatte, führte die Hessen an seiner alten Wirkungsstätte mit dem frühen 0:1 (4.) und der Vorlage zum vorentscheidenden 1:2 (24.) zum Sieg und wurde zudem von den Scorpions-Fans gefeiert.

Mit Transparenten und Sprechchören begrüßten die 3764 Zuschauer ihren abgewanderten Liebling. 146988(DIASHOW: Die Top-Transfers der Liga)

Dass der Kanadier als einziger Spieler den Sparkurs in Hannover mit einer 25-prozentigen Kürzung des Grundgehalts nicht mitgemacht und von der Möglichkeit der Vertragsauflösung Gebrauch gemacht hat, nahm ihm niemand übel.

Ehrung für Schneider

"Es ist mir sehr schwer gefallen", sagte Schneider über seinen Abschied nach drei Jahren in Hannover: "Aber der Klub hat mich sehr gut behandelt."

Vor dem Spiel war Schneider noch zusammen mit Boos von Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth geehrt worden - Boos für sein 800. DEL-Spiel, Schneider für drei Jahre mit 171 Scorerpunkten in 178 Spielen.

Während der deutsche Ex-Nationalspieler danach sein Jubiläum ganz schnell vergessen wollte, genoss der Kanadier seine Rückkehr in vollen Zügen.

Fauser fällt wochenlang aus

Die Kölner Haie müssen mehrere Wochen auf ihren Angreifer Gerrit Fauser verzichten.

Der Neuzugang erlitt im ersten Spiel am vergangenen Freitag in Iserlohn (5:6 nach Verlängerung) eine Innenbandverletzung im Knie.

Ähnlich schlimm erging es Ilja Vorobjev von den Frankfurt Lions. Der Stürmer wird auf unbestimmte Zeit fehlen.

Vorobjes mit schwerer Gehirnerschütterung

Der Stürmer zog sich im Auswärtsspiel am Sonntag bei den Hannover Scorpions (5:1) eine schwere Gehirnerschütterung zu, als er von seinem Gegenspielers Andre Reiss mit dem Stock unabsichtlich am Kopf getroffen wurde.

Vorobjev war zunächst bewusstlos auf dem Eis liegengeblieben und hatte die Nacht in einem Hannoveraner Krankenhaus verbringen müssen.

Eine genauere Diagnose der Verletzung soll in dieser Woche in Frankfurt erfolgen.

Bereits in der vergangenen Saison hatte Vorobjev ebenfalls eine schwere Gehirnerschütterung erlitten und war rund sechs Monate ausgefallen.

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