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Die DEG und Lance Nethery scheiterten vergangene Saison im Finale an den Eisbären © getty

Durch die Pleite gegen Schlusslicht Straubing rutscht die DEG immer tiefer in die Krise. Trainer und Manager schlagen Alarm.

Berlin - Der Meister ist obenauf, der "Vize" am Tiefpunkt: Während Titelverteidiger Eisbären Berlin die Deutsche Eishockey Liga (DEL) weiter nach Belieben dominiert, brennt bei der Düsseldorfer EG nach dem katastrophalen Saisonstart der Baum.

Das Team lässt jede Leidenschaft vermissen, was die Fans mit Liebesentzug und Manager Lance Nethery mit einer deftigen Standpauke bestraften.

"Wir haben Spieler, die gut bezahlt werden, die schöne Autos und tolle Wohnungen haben und pünktlich ihr Gehalt bekommen. Aber Leistung bringen sie nicht", wetterte Nethery nach dem 2:3-Debakel gegen Schlusslicht Straubing Tigers. (STENOGRAMME: 6. Spieltag)

Kein Biss, kein Herz

Der Kanadier vermisste "Einstellung, Biss und Herz. Wir brauchen auf die Tabelle nicht zu schauen, wir haben eh keine Punkte."

Da untertrieb Nethery bewusst, doch sieben Zähler aus sechs Spielen sowie Platz elf sind ganz sicher nicht der Anspruch des achtmaligen Meisters.

Möglicherweise, so vermutete der Manager, sei der Erfolg der vergangenen Saison einigen Spielern zu Kopf gestiegen: "Einige ruhen sich auf der Vizemeisterschaft aus. Dabei haben wir gar nichts gewonnen."

Kreis prangert Einstellung an

Trainer Harold Kreis klang fast schon resignierend, als er die "mangelhafte kämpferische Einstellung" anprangerte: "Das ist ja nicht das erste Mal."

Der ehemalige Nationalspieler, der nun auch stärker unter Druck gerät, nahm seine Spieler vor der Begegnung am Donnerstag bei den ebenfalls kriselnden Hannover Scorpions in die Pflicht:

"Jetzt muss von der Mannschaft ein Impuls kommen."

Zuschauer bleiben fern

Dieser ist auch dringend notwendig, wenn der Abwärtstrend bei den Zuschauerzahlen gestoppt werden soll. Gegen Straubing kamen gerade mal 4007 Zuschauer in die Arena.

Bereits zum dritten Mal wurde die 5000-Besucher-Marke deutlich verfehlt, was den Klub bezogen auf den Heimvorteil und die Finanzen vor erhebliche Probleme stellt.

Berliner Fans protestieren

Selbst die Berliner beklagten bei ihrem ungefährdeten 9:4-Sieg gegen die Kassel Huskies kurzzeitig fehlende Unterstützung der Fans. (DATENCENTER: 6. Spieltag)

Nach dem zwischenzeitlichen 4:0 durch Zugang Jeff Friesen folgte ein fünfminütiger Schweigeprotest der 13.600 Anhänger gegen die angeblich zu hohen Eintrittspreise und einige unzureichende Zuschauer-Bedingungen in der Arena.

Sportlich dagegen läuft beim Top-Favoriten, der sich für die 3:8-Auftaktpleite vor zwei Wochen in Kassel revanchierte, alles rund.

"Wir sind auf einem guten Weg", sagte Trainer Don Jackson nach dem fünften Sieg in Serie.

Vor allem das erste Drittel mit schnellem Passspiel und aggressivem Forechecking war eine Demonstration der Stärke.

Augsburg Verfolger Nummer eins

Verfolger Nummer eins sind überraschend die Augsburger Panther. Die Schwaben beendeten mit einem 4:2 die Siegesserie der Kölner Haie, die zuletzt viermal in Folge gewonnen hatten und Platz zwei nun an die Panther abgeben mussten.

"Wir haben uns den Sieg durch Kampf und Einsatz verdient", sagte Panther-Trainer Larry

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