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Die Düsseldorfer EG wurde in der letzten Saison Vizemeister © getty

Mit ihren Siegen klettern Düsseldorf und Köln nach oben. Sorgen bereitet der DEL aber wieder mal die schwache Zuschauer-Resonanz.

München - Die rheinischen Rivalen durften zufrieden sein am achten Spieltag der Deutschen Eishockey Liga:

Die Düsseldorfer EG schob sich mit dem 4:2-Sieg gegen DEL-Rekordmeister Adler Mannheim nach schwachem Saisonstart auf Platz sechs. (STENOGRAMME: 8. Spieltag)

Die Kölner Haie kehrten durch das 4:3 nach Verlängerung gegen die Hannover Scorpions nach zwei Niederlagen wieder auf Erfolgskurs zurück und liegen als Fünfter knapp vor dem Rivalen.

Dennoch war Trainer Igor Pawlow nicht zufrieden: "Wir haben 170 Sekunden mit Fünf gegen Drei gespielt, und es ist nichts passiert. Das ist inakzeptabel", sagte der Russe und lobte seinen Schweizer Torhüter Lars Weibel als "Matchwinner".

Sonderlob für Hinterstocker

Diese Rolle spielte bei der DEG ausgerechnet Youngster Martin Hinterstocker.

Der 20-Jährige rückte für den enttäuschenden Shane Joseph in den Paradesturm mit Brandon Reid und Adam Courchaine, bereitete prompt das 1:1 durch Reid vor (33.) - und heimste ein Sonderlob seines Trainers ein.

"Martin hat der Reihe richtig Auftrieb gegeben und der gesamten Mannschaft Energie verliehen", sagte Harold Kreis.

Kaum Besucher in Köln und Düsseldorf

Alarmierend war und ist hingegen die Zuschauer-Resonanz:

6013 Zuschauer sorgten in der Kölnarena aktuell für den schlechtesten Besuch seit dem Umzug aus dem Eisstadion an der Lentstraße 1998.

Im Düsseldorfer Dome verloren sich zuletzt nur 4579 Fans.

Nur Eisbären enteilen der Konkurrenz

Ganz anders der Meister: Die Eisbären Berlin laufen der Konkurrenz davon und ziehen die Fans in Scharen an. (DATENCENTER: 8. Spieltag)

Die Verfolger nehmen sich gegenseitig die Punkte weg und werden von ihren Anhängern im Stich gelassen.

Während 14.100 Zuschauer in Berlin den souveränen 6:2-Sieg des Tabellenführers gegen die Hamburg Freezers bejubelten, kamen zu den sechs anderen Spielen der achten Runde lediglich 22.434 Besucher - im Schnitt 3739.

"Wir müssen uns Gedanken machen"

"Ich habe zwar eine schwache Zuschauerzahl befürchtet, aber so etwas natürlich nicht", sagte Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin, der mit rund 7000 Besuchern gerechnet hatte.

Und weiter: "Wenn es in den nächsten Wochen ähnlich ist, müssen wir uns Gedanken machen."

Den bisherigen Minusrekord hatten die Haie am 4. November 2007 mit 6450 Zuschauern gegen die Füchse Duisburg aufgestellt.

Fast schon normal für DEG

In Düsseldorf ist man derartigen Kummer seit dem Umzug von der traditionsreichen Brehmstraße in die neue Arena im Vorort Rath vor drei Jahren gewohnt.

Nur ein einziges Mal, beim vierten Finale in der vergangenen Saison gegen Berlin, war der Dome mit 13.376 Zuschauern ausverkauft.

Diesmal hatte sogar Mannheims Trainer Doug Mason mit den Düsseldorfer Verantwortlichen Mitleid: "Verlierer sind jene 5000 Zuschauer, die heute nicht da waren", sagte der Holland-Kanadier.

Elf Klubs unter Vorsaison-Schnitt

Damit nicht genug: Elf der 15 DEL-Klubs liegen nach den ersten acht Spieltagen unter dem Zuschauerschnitt der Vorsaison.

Auch wenn zu diesem frühen Zeitpunkt die Zahlen noch nicht sehr aussagekräftig sind, ist der Trend bei einigen Vereinen zumindest besorgniserregend.

Die Krefeld Pinguine, die beim 4:2 gegen die Kassel Huskies nur 2467 Fans begrüßten, liegen schon 1000 Besucher unter dem Vorsaisonschnitt.

Auch Nürnberg "rückläufig"

In Nürnberg sahen nur 3039 Zuschauer das 6:2 gegen die Iserlohn Roosters.

"Das war beste Werbung fürs Eishockey. Wir hätten eigentlich eine volle Halle verdient", meinte Nationalspieler Björn Barta.

Die Franken (minus 900) hinken ebenso wie Hannover (minus 2200), Mannheim (minus 1100), Düsseldorf (minus 1500) und Köln (minus 1000) den Zahlen der vergangenen Spielzeit schon deutlich hinterher.

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