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Stephan Retzer (.) und Vitalij Aab bringen den Puck nicht an Kassles Goalie Hauser vorbei © getty

Es kriselt in Hamburg: Nach acht Niederlagen stecken die Freezers weiter im Formtief. Ganz anders der große "Bruder".

Berlin - Die Eisbären Berlin dominieren an der Tabellenspitze, der "kleine Bruder" aus Hamburg steckt als Schlusslicht im Keller fest:

Die Lage bei den beiden Klubs des US-Milliardärs Philip Anschutz in der DEL könnte derzeit kaum unterschiedlicher sein.

Während der deutsche Meister aus der Hauptstadt am 12. Spieltag mit einem 4:0-Erfolg bei den Hannover Scorpions die Tabellenführung erfolgreich verteidigte, kassierten die Hamburg Freezers mit dem 3:4 bei den Kassel Huskies schon die achte Niederlage in den letzten neun Spielen.

Die "Bild-Zeitung" taufte die Freezers bereits in "Krisers" um(DATENCENTER: 12. Spieltag).

Vertrauen in Trainer Gardner

"Wir müssen jetzt schnell raus aus dieser Situation. Die Mannschaft muss sich zusammenraufen. Neun Punkte Abstand zum sechsten Platz sind schon eine ganze Menge zu diesem Zeitpunkt der Saison", sagte Hamburgs Generalbevollmächtigter Moritz Hillebrand.

Obwohl das Erreichen der Playoffs - Hamburg kam in seinen sieben DEL-Jahren stets in die Meisterrunde - mit nur neun Punkten auf dem Konto schon jetzt stark gefährdet ist, hält das Freezers-Management weiter zu Trainer Paul Gardner.

"Das Vertrauen ist vorhanden. Wir sind bekannt dafür, dass wir Trainern über einen längeren Zeitraum das Vertrauen aussprechen", sagte Hillebrand, der übergangsweise den kürzlich beurlaubten Geschäftsführer Boris Capla ersetzt.

Keine weiteren Neuzugänge

Statt des Trainers nimmt Hillebrand nun die Mannschaft in die Pflicht: "Die Spieler haben es selber in der Hand, sich da rauszuspielen. Schließlich geht es auch um zukünftige Verträge", sagte der Generalbevollmächtigte.

Weitere Neuzugänge schloss Hillebrand vorerst aus: "Das Team bleibt so. Es ist stärker, als es jetzt dasteht."

Coach Gardner erkannte in Kassel immerhin einen Aufwärtstrend. Schließlich hatte sein Team einen schnellen 0:3-Rückstand zwischenzeitlich ausgleichen können.

"Meine Spieler haben alles gegeben. Wir hätten mehr als eine Niederlage verdient gehabt", meinte der Kanadier, der nach der 3:5-Heimschlappe am vergangenen Freitag gegen Ingolstadt der Mannschaft noch gehörig die Meinung gesagt haben soll.

Eisbären betreiben Wiedergutmachung

Während es bei den Hanseaten kriselt, zeigte der Vorzeige-Anschutz-Klub aus Berlin, wie man mit Rückschlägen perfekt umgeht.

Zwei Tage nach dem 2:6 daheim gegen die Frankfurt Lions betrieben die Eisbären in Hannover erfolgreich Wiedergutmachung.

"Die Jungs haben die richtige Antwort nach der Niederlage am Freitag gegeben", sagte Berlins Trainer Don Jackson, dessen Mannschaft nun 26 Punkte auf dem Konto hat.

Ärgster Verfolger der Eisbären mit nur einem Zähler Rückstand bleiben die Adler Mannheim. Der Ex-Meister feierte mit dem 4:1 beim EHC Wolfsburg seinen fünften Sieg in Folge. Dritter ist Frankfurt (21 Punkte) nach dem 5:2-Erfolg über die nun punktgleichen Kölner Haie (Stenogramme 12. Spieltag).

Köln ohne fünf Stammkräfte

Die Kölner Haie mussten gleich mehrere Nackenschläge einstecken.

Die Verteidiger Andreas Renz und Mirko Lüdemann kassierten eine Match- bzw. eine Spieldauerdisziplinarstrafe, Nationalstürmer Christoph Ullmann zog sich einen Innenbandriss im linken Knie sowie eine Meniskusverletzung zu und muss rund drei Monate pausieren.

Damit fehlen den Haien am kommenden Samstag im Heimspiel gegen die Iserlohn Rossters voraussichtlich fünf Stammspieler.

"Wir waren kampfbereit, sind viel gelaufen, waren aber wohl zu emotional. Die Matchstrafe gegen Renz war umstritten, weil Lions-Spieler Christoph Gawlik weitergespielt hat", sagte Kölns Trainer Igor Pawlow: "Die Punkte können wir uns wiederholen, aber gerade Ullmann wird uns fehlen."

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