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Der Kanadier Paul Gardner ist seit Dezember 2008 Cheftrainer bei den Freezers © getty

Nach ihrer desolaten Vorstellung liegen die Hamburger endgültig am Boden. Für Trainer Gardner scheint die Uhr abzulaufen.

Hamburg - Nach dem 0:6-Heimdebakel zum Auftakt des 15.Spieltags ( ab 19.15 Uhr LIVESCORES) gegen Rekordmeister Adler Mannheim liegt der einstige hanseatische Vorzeigeklub endgültig am Boden.

Die Verantwortlichen wirken in der Krise hilflos, die Spieler lassen jedes Aufbäumen vermissen, und die Fans verlieren langsam die Geduld.

"Das Spiel gegen Mannheim war ein Spiegelbild der Saison. Wir nutzen einfach unsere Chancen nicht und geraten dann immer wieder in Rückstand", sagte Hamburgs Cheftrainer Paul Gardner sichtlich ratlos nach der zweithöchsten Heimniederlage seit dem 0:7 gegen die Frankfurt Lions am 4. Februar 2005.

Damals hatte es viele Verletzte gegeben, heute gibt es für die sportliche Bankrotterklärung andere Gründe. (DATENCENTER: DEL)

Mangelnder Wille

Den Spielern mangelt es an Einsatz- und Kampfeswillen, nach jedem Rückstand bricht die Mannschaft auseinander.

Aus den letzten beiden Spielen bei den Iserlohn Roosters (3:8) und gegen die Adler kassierte die Abwehr indiskutable 14 Gegentore.

Stammkeeper Jean-Marc Pelletier, 2007 mit Mannheim noch gefeierter Meister, ist nur noch ein Schatten früherer Tage.

Söldnermentalität

Derjenige, der die Spieler, die von Hamburger Medien als "Söldner" beschimpft werden, verpflichtet hat, ist bereits entlassen worden.

Doch nach dem Abgang des langjährigen Geschäftsführers Boris Capla Ende September sind die Leistungen der Freezers sogar noch miserabler geworden.

Gardner vor dem Aus

Deshalb wird die Luft für Trainer Gardner immer dünner.

Die vor einer Woche vom Generalbevollmächtigten Moritz Hillebrand ausgesprochene Jobgarantie scheint bereits wieder hinfällig zu sein.

"Er ist unser Trainer, aber man kennt ja die Gesetzmäßigkeiten", sagte Hillebrand.

Sollte Hamburg auch am Dienstag gegen die Frankfurt Lions unter die Räder geraten, dürfte der Kanadier kaum noch zu halten sein.

Fanblock leer

Die Unterstützung der Fans wird sich in Grenzen halten. Bereits gegen Mannheim blieb im ersten Drittel der Fanblock aus Protest weitestgehend leer.

Die Liebe, die beim ersten DEL-Heimspiel der Freezers am 12. November 2005 in der 83 Millionen Euro teuren Arena entfacht wurde, ist merklich abgekühlt.

Der Zuschauerschnitt sank von knapp 12.000 Zuschauern in der Saison 2004/05 auf mittlerweile nur noch 7800 Besucher. "Irgendwann hat auch der größte Fan keine Kraft mehr, mit blinder Euphorie ans Werk zu gehen", sagte Hillebrand ehrlich.

Hamburg im Keller

Der von der Anschutz-Gruppe eingesetzte Generalbevollmächtigte sucht händeringend einen neuen Geschäftsführer.

Dieser wird mit harter Hand aufräumen müssen. Noch hat sich niemand gefunden, der den Schleudersitz beim Krisen-Klub übernehmen will.

Dabei verfügt der Verein mit 6,8 Millionen Euro nach Mannheim, Berlin und Düsseldorf den vierthöchsten Etat der Liga.

In der Tabelle sitzt Hamburg aber im Keller fest.

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