vergrößernverkleinern
Letzte Gemeinsamkeit: Doug Mason (r.) und Co-Trainer Clayton Beddoes © imago

Nach dem schlechtesten Saisonstart der Klubgeschichte haben die Kölner Trainer Doug Mason gefeuert. Sein Co-Trainer wird Nachfolger.

Köln - Zahnlos, punktlos, lustlos - und jetzt auch den Trainer los: Nach der siebten Niederlage in Folge ist die Entlassung von Doug Mason beim deutschen Vizemeister Kölner Haie beschlossene Sache.

Mason, der bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren den KEC als das Real Madrid des Eishockey bezeichnet hatte, hat am Montag um 12 Uhr seine Papiere von KEC-Boss Thomas Eichin erhalten. Mason erklärte erst der "Bild": "Ich bin 30 Jahre im Geschäft. Ich habe damit gerechnet. Es war eine professionelle Entscheidung des Klubs. Es wird eine schwere Saison für die Haie."

Der achtmalige Deutsche Meister hatte nach der 2:5-Niederlage bei den Nürnberg Ice Tigers am Montag gleich mehrere Krisensitzungen angesetzt, um nach der beispiellosen Pleitenserie zum Start der Deutschen Eishockey Liga (DEL) die Notbremse zu ziehen.

Mason rechnete schon mit Rauswurf

Coach Mason rechnete bereits mit seinem Rauswurf.

"Man hat mir noch nichts gesagt, aber ich gehe davon aus. Morgen ist ein neuer Trainer hier, aber die Probleme sind die alten", sagte der 53-jährige Kanadier dem Kölner "Express" schon nach der Rückkehr aus Nürnberg.

Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin hatte schon am vergangenen Freitag nach der peinlichen 1:2-Heimniederlage gegen die keinesfalls starken Hamburg Freezers Masons Ende angedeutet: "Wenn es am Sonntag wieder eine Niederlage gibt, dann wird es eng. Wir werden uns am Montag zusammensetzen."

Schlechtester Saisonstart der Klubgeschichte

Vor einer Woche nach der fünften Pleite (1:5 gegen Aufsteiger Kassel Huskies) hatten Eichin und Sportkoordinator Rodion Pauels ihrem Trainer noch den Rücken gestärkt und das Team in die Pflicht genommen. Die erhoffte Reaktion der Mannschaft blieb allerdings aus.

Statt eines Befreiungsschlages legten die Rheinländer den schlechtesten Saisonstart in der Klubgeschichte hin.

Der Abstand zu den Playoff-Plätzen beträgt bereits 12 Punkte, und auch der zehnte Platz, der zur Teilnahme an den Vor-Playoffs berechtigt, ist mit neun Zählern schon weit entfernt. Dass die Haie nicht Letzter sind, liegt nur an der besseren Tordifferenz gegenüber Schlusslicht Füchse Duisburg.

Sportdirektor fassungslos

"Wir haben in den entscheidenden Situation nicht das gemacht, was wir hätten tun sollen", meinte der fassungslose Pauels nach dem Nürnberg-Spiel.

Danach schwieg er und verwies auf das Ergebnis der Gesprächsrunden mit der Geschäftsführung, der sportlichen Leitung und dem Trainerteam am Montag.

Co-Trainer Beddoes als Nachfolger

Ab sofort übernimmt der bisherige Co-Trainer Clayton Beddoes, der noch 2005 als Schreiner gearbeitet hat, die Position des Chefcoaches. Sein Co-Trainer wird Andreas Lupzig. Unterstützt wird das Duo von Torwart- und DNL-Trainer Rupert Meister.

Beddoes dürfte die Haie bereits am Freitag im Auswärtsspiel bei den Frankfurt Lions betreuen.

Hardy Nilsson eine Alternative

Eine Alternative zum Kanadier könnte später aber auch Hardy Nilsson sein.

Der Schwede, zuletzt Sportdirektor bei RB Salzburg, führte den KEC einst als Coach zu drei Deutschen Meisterschaften (1986 bis 1988).

Zum Forum ? jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel