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Die Haie kamen gegen die Augsburg Panther (M., Steve Junker) mit 0:5 unter die Räder © imago

Nach dem Desaster am 18. Spieltag gegen Augsburg gehen die Fans auf die Barrikaden. Die Pause kommt den Haien daher nur gelegen.

München/Köln - Die Treuesten der Treuen gingen auf die Barrikaden. "Wir haben die Schnauze voll", schallte es durch die fast leere Kölner Arena, als die Haie-Profis mit hängenden Köpfen vom Eis schlichen.

Fliegende Bierbecher, wüste Beschimpfungen, Hohn und Spott begleiteten die Kölner nach dem 0:5-Heimdebakel gegen die Augsburger Panther in die Kabine.

Nach sechs Niederlagen in Folge hat der achtmalige Meister in der DEL den letzten Kredit verspielt.

"Ich kann die Reaktion der Fans verstehen, es war heute nicht viel von uns zu sehen", gab Trainer Igor Pawlow am Ende eines katastrophalen Wochenendes zu, das am Freitag mit der 0:4-Pleite im rheinischen Derby bei der Düsseldorfer EG begonnen hatte.

Fehlende Disziplin

"Es fehlt an Spieldisziplin und Führungstypen", befand der Russe und offenbarte Ratlosigkeit.

Der einzige Führungsspieler, der den Haien derzeit verletzt fehlt, ist Nationalspieler Christoph Ullmann (Stenogramme vom 18. Spieltag).

Die sportliche Talfahrt von der Tabellenspitze, die die Kölner nach vier Spieltagen noch besetzten, auf Rang zehn bringt die Haie in Nöte.

Fans bleiben aus

Die Fans, die am Sonntag ihrem Frust freien Lauf ließen, sind die letzten der Treuen. Immer mehr Anhänger bleiben einfach weg.

Gegen Augsburg verloren sich 6563 Unentwegte in der Arena, der Zuschauerschnitt ist auf 8898 gesunken.

"Wenn man sechsmal verliert und nur noch 6500 Zuschauer hat, kommen einem schon Gedanken", sagte Geschäftsführer Thomas Eichin, dem aufgrund der angespannten finanziellen Lage aber die Hände gebunden sind.

Willkommene Pause

Geld für neue Spieler oder gar einen anderen Trainer hat er nicht. Im Sommer hatten erst nach langen Verhandlungen zehn neue Geldgeber den Spielbetrieb gesichert.

Pawlow glaubt indes weiter an seine Mannschaft. "So schlecht sind wir nicht", behauptete der Russe und fügte mit Blick auf die Pause wegen des Deutschland-Cups (6. bis 8. November) der Nationalmannschaft an: "Das kommt uns jetzt sehr gelegen. Wir müssen die Köpfe wieder frei bekommen."

Überzeugende Antwort

Eher ungelegen dürfte die Pause den Augsburgern kommen, die weiter die DEL-Konkurrenz überraschen. Nach der unerwarteten 4:5-Heimniederlage am Freitag gegen die Kassel Huskies, die eine Serie von sechs Siegen beendete, antwortete das Team von Trainer Larry Mitchell prompt (DATENCENTER: 18. Spieltag).

"Nachdem wir unser schlechtestes Spiel gezeigt hatten, war ich gespannt auf die Reaktion der Mannschaft", sagte der Coach und fügte anerkennend an: "Sie war sehr überzeugend."

Kellerkinder siegen

Nach langer Suche haben auch die Krisenklubs Hamburg Freezers und Nürnberg Ice Tigers endlich eine sportliche Antwort gefunden.

Schlusslicht Hamburg beendete durch das 2:1 nach Verlängerung gegen die DEG eine Serie von vier Niederlagen, die Franken feierten mit dem 3:2 bei den Iserlohn Roosters gar nach neun Pleiten in Folge endlich wieder einen Sieg.

Ehelechner als Rückhalt

"Endlich ist die Niederlagenserie vorüber, darüber sind wir sehr glücklich", sagte Tigers-Trainer Andreas Brockmann: "Wir haben verdient gewonnen, weil wir mehr investiert haben."

Vor allem Torhüter Patrick Ehelechner hatten es die Nürnberger zu verdanken, dass sie im letzten Drittel nur einen 0:1-Rückstand umdrehen mussten.

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