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Andreas Renz wechselte 2001 aus Schwenningen nach Köln © imago

Die Kölner Haie stehen nach zuletzt sechs Pleiten am gegen die Eisbären Berlin unter Druck. Andreas Renz glaubt an das Team.

Von Robert Gherda

München - Für die Kölner Haie kam die Länderspielpause der DEL genau zum richtigen Zeitpunkt. Sechs mal verloren die Domstädter zuletzt in Serie und rutschten dabei von Platz zwei auf Rang zehn ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Von der Euphorie nach dem guten Saisonstart ist nichts mehr übrig. Zuletzt setzte es bei der DEG (0:4) und gegen gegen die Augsburger Panther (0:5) zwei derbe Klatschen. (Stenogramme vom 18. Spieltag).

Genau der richtige Moment also, um den Kopf freizubekommen und den Akku aufzuladen, wie Andreas Renz bei Sport1.de bestätigt:

"Wir konnten in der Woche etwas abschalten und haben gute Gespräche geführt, wie es wieder aufwärts gehen kann", sagt der 32-Jährige, um jedoch sofort zu betonen:

"Natürlich wird das jetzt aber kein Selbstläufer. Wir dürfen nicht denken, dass wir nach der Pause wieder ein völlig neues Team sind."

Spaß zurückgewinnen

Renz ist sich sehr wohl bewusst, dass die Haie in der Medienstadt Köln nach einer solchen Negativserie besonders unter Druck stehen. Wichtig ist für die Verteidiger dabei, dass das Team wieder die Freude am Spiel zurückgewinnt:

"Ohne Spaß gewinnt niemand etwas. Es geht dabei nicht darum, weniger zu trainieren, oder Hully Gully zu machen", betont der Verteidiger.

"Wir müssen zusammen als Team für ein gemeinsames Ziel arbeiten und alle an einem Strang ziehen."

Nach der Deutschland-Cup-Pause wartet auf die Kölner am 19. Spieltag jedoch gleich ein Brocken. Der Deutsche Meister Eisbären Berlin, der auch in dieser Saison die Tabelle anführt. (alle Spiele ab 19.30 Uhr LIVESCORES)

Renz ist jedoch froh, dass es gleich einen Kracher nach der Pause gibt. "Es ist für alle Beteiligten wichtig, gegen einen guten Gegner gut zu spielen. Ein Sieg würde dem Team einen ungemeinen Push geben", erklärt der Nationalspieler. (DATENCENTER: 19. Spieltag).

"Wir werden alles versuchen, und dass wir etwas drauf haben, haben wir zu Saisonbeginn gezeigt."

Renz nimmt Youngster in Schutz

Der Höhenflug ist jedoch lange her und in Köln wird viel gerätselt, wie es zu diesem Absturz kommen könnte.

Kapitän Mirko Lüdemann bemängelte, dass das Team in der Breite nicht stark genug besetzt sei. Dieses Argument lässt Renz nicht gelten:

"Die jungen Leute in der vierten Reihe machen einen guten Job. Wir haben insgesamt eine starke Mannschaft", berichtete der DEL-Rekordspieler.

"Die Leistungsträger müssen ihre Leistung bringen. Die Liga ist so ausgeglichen, dass es keine Mannschaft verkraften kann, wenn einige Stars ein Formtief durchmachen."

Dieser Negativtrend rührt eventuell auch daher, dass ein Großteil der Spieler ausgelaugt ist.

"Ich kann nicht für mich sprechen, aber es kann schon sein, dass einige überspielt oder müde waren", bestätigt Renz.

Harte Vorbereitung

"Wir hatten eine knochenharte Vorbereitung seit Mitte Juli mit 15 Testspielen. Da besteht immer die Gefahr, dass es einen solchen Einbruch gibt. Und wenn die Frische fehlt und man ein oder zwei Spiele verliert, werden die Beine noch schwerer."

In der Länderspielpause wurde jedoch verstärkt der Fokus auf Regeneration gelenkt.

"Wir hatten eine Woche komplett frei und haben seitdem auch verstärkt darauf geachtet das Trainingspensum etwas zurückzuschrauben. Es gab kürzere Einheiten", lobt der Blueliner.

"Wir haben zuletzt selten mehr als eine Stunde trainiert, um mehr Spritzigkeit zu erlangen."

Renz ist überzeugt, dass die Haie nach der Pause wieder den Anschluss nach oben herstellen werden.

"Wir wollen um die ersten sechs Plätze mitspielen und sind auch stark genug, dies zu erreichen", erläutert der Verteidiger:

"Die nächsten Wochen werden in der DEL ganz entscheidend sein. Das habe ich auch dem Team gesagt. Wir müssen eine Serie starten und unser Selbstvertrauen zurückgewinnen."

Olympia und WM als Fernziel

Renz will jedoch nicht nur mit den Haien höhere Ziele verwirklichen, sondern träumt nach wie vor von Olympia in Vancouver und der WM im eigenen Land. Dass der Kapitän der DEB-Auswahl beim Deutschland-Cup nicht dabei war, stellt dabei kein Hindernis dar.

"Das war so mit dem Bundestrainer abgesprochen. Er hat mir das bereits vor zwei Wochen erklärt und ich hatte kein Problem damit", erklärt der gebürtige Schwenninger.

Für den Routinier ist es auch kein Problem, dass sich andere wie Debütant Jakub Ficenec in seiner Abwesenheit in den Vordergrund spielten.

"Ich habe mich riesig für die Jungs gefreut. Wir brauchen diese Werbung fürs deutsche Eishockey und die positive Stimmung", sagt Renz.

"Wichtig war auch, dass die Spiele vom DSF übertragen wurden."

Auf jeden Fall nach Schalke

Einen Freifahrtschein in der Nationalmannschaft erwartet er ohnehin nicht. "Ich will noch für die deutsche Nationalmannschaft spielen, aber der Konkurrenzkampf um die acht Verteidigerplätze ist schon sehr hart", berichtet Renz.

"Aber ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, das Spiel auf Schalke live zu sehen. Am besten auf dem Eis, aber zur Not auch als Zuschauer."

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