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Alexander Barta wechselte 2005 von den Eisbären Berlin zu den Hamburg Freezers © imago

Seit dem Comeback von Alex Barta geht es mit Hamburg wieder bergauf. Bei Sport1.de spricht er über die Partie gegen Mannheim.

Von Rainer Nachtwey

München/Hamburg - Keine sportliche Leitung, der Trainer vor der Ablösung und als Tabellenletzter zehn Punkte hinter Platz sechs, der die direkten Qualifikation für die Playoffs bedeutet: Die Hamburg Freezers waren vor dem Deutschland-Cup meilenweit von ihren vor der Saison formulierten Zielen entfernt.

Nach der Länderspielpause meldeten sich die Hanseaten mit zwei Siegen beim Tabellendritten Augsburg (2:1) und gegen Iserlohn (3:2) zurück.

Gegen Meisterschaftsfavorit Mannheim gilt es den Aufschwung am 21. Spieltag (ab 18.30 Uhr LIVESCORES) zu bestätigen (DATENCENTER: 21. Spieltag).

"Mit Mannheim haben wir noch eine Rechnung offen", gibt sich Kapitän Alexander Barta gegenüber Sport1.de kämpferisch.

Der Nationalspieler steht symbolisch für den Aufwärtstrend der Hamburger. Gegen Augsburg gab er sein nach langer Verletzungspause sein Comeback auf dem Eis.

Im Interview mit Sport1.de spricht der Mittelstürmer über das Spiel in Mannheim, die Knieverletzung und Greg Poss.

Sport1.de: Sie sind nach acht Wochen Verletzungspause aufs Eis zurückgekehrt. Wie geht es ihrem linken Knie nach dem Innenbandriss?

Alexander Barta: Sehr, sehr gut. Es zwickt nicht mehr und bereitet mir keine Probleme.

Sport1.de: Haben Sie noch Bedenken, wenn Sie in die Zweikämpfe gehen?

Barta: Beim ersten Spiel war der Kopf noch nicht ganz frei. Aber im zweiten Spiel habe ich überhaupt keine Bedenken mehr gehabt.

Sport1.de: Sie haben letzte Saison eine schwere Verletzung überwunden. Wie schwer fällt es Ihnen, mit einer Verletzung umzugehen?

Barta: Letztes Jahr war das neu für mich, weil das meine erste größere Verletzung war. Und es hat sehr lange gedauert, bis ich wieder zurück war. Aber mir ist klar, wenn man 15 Jahre Profi-Eishockey spielt, dass man sich zwangsläufig verletzt. Die letzte Verletzung hat mir gezeigt: Wenn man vernünftig trainiert, kommt man auch wieder zurück und man verlernt das Eishockey nicht.

Sport1.de: Während Ihrer Verletzungspause ging es mit den Freezers bergab. Wie schwer ist es Ihnen gefallen, nur zuzusehen und nicht eingreifen zu können?

Barta: Das ist doppelt bitter, wenn man nicht helfen kann und zusehen muss, wie Spiel um Spiel verloren wird. Es würde vieles angenehmer machen, wenn die Mannschaft die Punkte einfahren würde.

Sport1.de: Hilft ein schnelles Erfolgserlebnis - wie die zwei Siege gegen Augsburg und Iserlohn - bei der Rückkehr aufs Eis?

Barta: Klar. Man fühlt sich bestätigt, dass man vermisst wurde, dass die Mannschaft einen braucht. Das gibt einem Selbstvertrauen, wenn man so einen Start hinlegt und sechs Punkte holt.

Sport1.de: Sie haben das Selbstvertrauen angesprochen: Sie standen gegen Augsburg erstmals wieder auf dem Eis und erhielten gleich viel Eiszeit.

Barta: Das macht die Sache um einiges einfacher, wenn der Trainer auf einen setzt und man sich den gewissen Status, den man zuvor hatte, nicht wieder neu erarbeiten oder verdienen muss.

Sport1.de: Zwei Spiele, zwei Siege: Jetzt wartet mit Mannheim ein Meisterschaftsfavorit. Was ist gegen die Adler drin?

Barta: Die Adler sind natürlich Favorit. Wir wissen: Wenn jeder seine Leistung abruft und mit dem nötigen Einsatz und der Leidenschaft ins Spiel geht, dann haben wir gute Chancen das Spiel zu gewinnen. Unser Ziel ist natürlich die drei Punkte bei uns zu behalten. Wir haben die ja auch bitter nötig. Jeder von uns weiß, dass es mit den zwei Siegen allein nicht damit getan ist, um da unten wieder rauszukommen.

Sport1.de: Gegen die Adler haben Sie diese Saison bereits eine 0:6-Klatsche kassiert. Ist das noch eine Portion Extra-Motivation?

Barta: Wenn man zu Hause 0:6 verliert, ist das beschämend, und ich hoffe, dass sich jeder daran zurückerinnert und jedem klar ist, dass da noch eine Rechnung offen ist.

Sport1.de: Was muss müssen die Freezers gegen Mannheim beachten, damit es zum dritten Sieg im dritten Spiel reicht?

Barta: Dass jeder Einsatz und Leidenschaft mitbringt, weil ohne gewinnt man in unserer Situation kein Spiel. Und wir müssen von der Strafbank wegbleiben. Denn Mannheim hat das nötige Talent, Spiele in Überzahl zu entscheiden. Jeder muss eine ähnliche Leistung wie am Wochenende bringen.

Sport1.de: Trainer Paul Gardner stand zuletzt sehr in der Kritik. Wie ist das Verhältnis zwischen Ihnen als Kapitän und dem Coach?

Barta: Wir haben ein sehr, sehr gutes Verhältnis. Er hilft mir, er gibt das nötige Vertrauen, und ich versuche, das durch meine Leistung zurückzuzahlen. Er ist ein sehr menschlicher Trainer, er findet sehr gut den Spagat zwischen Privatem und Beruflichem.

Sport1.de: Zuletzt brachte sich Greg Poss als Trainer oder Manager ins Gespräch. Sie haben unter ihm Ihr Debüt in der Nationalmannschaft gegeben. Was halten Sie von Greg Poss?

Barta: Sehr viel. Er hatte aus den Nürnberg Ice Tigers, obwohl die keinen besonders hohen Spieleretat hatten, eine Spitzenmannschaft geformt. Gut, in der Nationalmannschaft hatte er nicht ganz so viel Erfolg, aber das würde ich nicht auf ihn schieben. Er ist auf jeden Fall ein kompetenter Mann.

Sport1.de: Das heißt, Sie sprechen sich für eine Verpflichtung aus?

Barta: Nein, ich bin nicht in der Position, das zu kommentieren, ob man ihn jetzt nehmen sollte oder nicht. Das habe ich auch nicht zu entscheiden. Aber er ist ein fähiger Mann, der viel Erfahrung sowohl in der DEL als auch im Ausland gesammelt hat.

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