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Steve Walker spiet seit der Saison 2000/01 bei den Eisbären Berlin © imago

Für die Eisbären kommt es ganz dicke: Kapitän Walker verletzt sich im Spiel gegen Krefeld schwer. Berlin rettet zwei Punkte.

Berlin - Tabellenführer Frankfurt Lions hielt Winterschlaf, doch Titelverteidiger Eisbären Berlin nahm das vorweihnachtliche Geschenk zum ersten Advent nicht an.

Während der hessische Spitzenreiter beim ERC Ingolstadt 3:6 verlor und nach einem müden Start die zuvor sieben Spiele andauernde Siegesserie reißen ließ, konnte der Deutsche Meister die Gunst der Stunde am 25. Spieltag nicht nutzen. (Stenogramme 25. Spieltag)

Die Hauptstädter schrammten beim 4:3-Sieg nach Penaltyschießen bei Schlusslicht Krefeld Pinguine haarscharf an einer Niederlage vorbei.(DATENCENTER: 25. Spieltag)

Steve Walker verletzt

Viel schwerer als die verpasste Tabellenführung dürfte vor dem Spitzenspiel am Dienstag gegen den DEL-Rekordmeister und aktuellen Vierten Adler Mannheim allerdings der Ausfall von Kapitän Steve Walker wiegen.

Der kanadische Stürmer wurde Ende des zweiten Drittels heftig vom Krefelder Charlie Stephens gecheckt und musste mit einer schweren Innenbanddehnung vorzeitig vom Eis.

"Wir rechnen damit, dass er die nächsten sechs Wochen fehlt", sagte Teamarzt Dr. Jens Ziesche nach einer Untersuchung. Eine Operation ist nach Betrachten der Ergebnisse der Kernspintomographie nicht notwendig.

"Unglücklich erwischt"

"Für mich war es ein normaler Zweikampf. Ich habe ihn leider unglücklich erwischt. Es tut mir leid, wenn er sich verletzt hat", sagte Stephens, der von den Schiedsrichtern für das Foul eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassierte.

Mit dem kämpferisch überzeugenden Auftritt gegen den großen Favoriten retteten die Krefelder Spieler um Stephens wohl auch ihrem Trainer Martin Jiranek den Job.

Anfangs zu undiszipliniert

"Im Endeffekt können wir froh sein, dass wir noch zwei Punkte bekommen haben", sagte Eisbären-Coach Don Jackson, dessen Mannschaft acht Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit noch 2:3 hinten gelegen hatte.

"Anfangs waren wir zu undiszipliniert. Im letzten Drittel haben wir aber Charakter gezeigt und sind zurückgekommen", sagte Jackson.

Zwar zogen die Berliner in der Tabelle mit 46 Zählern nach Punkten mit Frankfurt gleich, die bessere Tordifferenz aber haben die Hessen.

Hoffen auf Wende in Krefeld

Eigentlich waren die Tage des Deutsch-Kanadiers beim DEL-Schlusslicht gezählt, aber nach dem überzeugenden Auftritt ließ die Klubführung noch einmal Gnade walten.

"Wir waren auf dem Boden und haben gehofft, dass dieses Spiel unser Sprungbrett nach oben wird. Wir haben gut gekämpft", sagte Jiranek.

Er hofft, dass "das Spiel ein Wendepunkt war und es jetzt aufwärts geht".

"Nicht genug Benzin im Tank"

Enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft war dagegen Frankfurts Trainer Rich Chernomaz.

"Wir hatten nicht so viel Benzin im Tank wie Ingolstadt", sagte der Kanadier und kündigte mit Blick auf die vielen Gegentore - die Lions lagen nach einer guten halben Stunde schon 1:5 zurück - an:

"Wir werden in dieser Woche ausgiebig unser Defensiv-Verhalten üben."

Nürnberg weiter erfolgreich

Das Team der Stunde bleiben derweil die Nürnberg Ice Tigers nach ihrem 3:2-Erfolg gegen die Iserlohn Roosters.

Verloren die Franken im Oktober noch alle ihre neun Spiele, gewannen sie im November sieben von acht Duellen.

"In der Defensive stehen wir ein bisschen sicherer, unser Torhüter ist ein bisschen besser und im Angriff sind wir ein bisschen effizienter", sagte Manager Lorenz Funk junior.

Erwartungen immer noch gering

Vor der Saison schrammte Nürnberg knapp an der Insolvenz vorbei, daher sind die Erwartungen beim Tabellenachten gering:

"Diese Siege tun uns gut, aber wir müssen realistisch bleiben. Unser Ziel bleibt Platz zehn", sagte Funk, der nur einen Mini-Spieler-Etat von rund zwei Millionen Euro zur Verfügung hat.

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