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Igor Pawlows Zeit bei den Kölner Haien ist abgelaufen © imago

Nach der peinlichen Pleite trotz Vier-Tore-Vorsprungs bis kurz vor Schluss verliert der Haie-Trainer seinen Job.

Berlin/Köln - Die Kölner Haie haben auf die sportliche Krise reagiert und Cheftrainer Igor Pawlow sowie Co-Trainer Rupert Meister geschasst.

Zudem ist Rodion Pauels nicht mehr verantwortlich für die sportliche Leitung der Profiabteilung.

Neuer Chefcoach des KEC wird Bill Stewart, als sein Assistent wird ab sofort Niklas Sundblad tätig sein.

Stewart wird zudem bis auf weiteres die Aufgaben des Sportchefs ausüben.

Udo Kießling soll ihm als Vertreter eines Investors beratend zur Seite stehen.

Heftige Talfahrt

Ein unerklärlicher Schwäche-Einbruch hat die Kölner Haie noch tiefer in die Krise gerissen und ist letztlich Trainer Igor Pawlow zum Verhängnis geworden:

Während sich beim packenden und teilweise hochklassigen 4:3-Auswärtssieg der Adler Mannheim bei Meister Eisbären Berlin beide Teams als Gewinner fühlen durften, nahm die Talfahrt der Haie fast schon groteske Züge an.

Der achtmalige Meister verlor trotz einer 5:1-Führung noch 5:6 nach Verlängerung gegen die Hannover Scorpions. (Stenogramme 25. Spieltag)

Krisensitzung mit Eichin

Am Mittwochnachmittag haben sich Geschäftsführer Thomas Eichin sowie Vertreter der Investorengruppe zu einer zweiten Krisensitzung zusammengesetzt und über die Zukunft des gebürtigen Russen und des Sportdirektors Rodion Pauels entschieden.

Eine erste Sitzung hatte bereits unmittelbar nach dem Spiel stattgefunden. Angesichts von vier Niederlagen in Folge mit einer Flut von 28 Gegentoren sowie interner Kritik am harten Training und Coaching war der ehemalige Profi nicht zu halten.

Trainer rechnete mit Entlassung

Pawlow selbst schien nach der Niederlage bereits mit seiner Entlassung zu rechnen. (DATENCENTER: 25. Spieltag)

"Es gibt keinen Trainer, der nicht mindestens einmal entlassen wurde", sagte der 44-Jährige und meinte angesichts der Dramatik in seinem möglicherweise letzten Spiel an der Haie-Bande: "Das Spiel wird in die Kölner Eishockey-Geschichte eingehen."

Play-offs wieder in Gefahr

Knapp 50 Minuten sah es vor 9081 Zuschauern so aus, als könnte Pawlow seinen Kopf noch einmal aus der Schlinge ziehen. Doch plötzlich wendete sich das Blatt.

Durch ein schwaches Zweikampfverhalten, schlechte Wechsel und unerklärliche Fehler verspielten die Rheinländer ihren sicher geglaubten Vier-Tore-Vorsprung. Hannovers Siegtreffer in der Extra-Zeit durch den dreifachen Torschützen Chris Herperger sorgte bei den Kölnern endgültig für blankes Entsetzen.

Die Play-offs, die bereits in der vergangenen Katastrophen-Saison verpasst wurden, sind erneut in Gefahr.

Adler jubeln - Eisbären auch

Pawlow war vor der Saison mit vielen Vorschusslorbeeren nach Köln gewechselt. Der ehemalige lettische Nationalspieler hatte zuvor die Krefeld Pinguine bis ins Play-off-Viertelfinale geführt und sich dabei einen Ruf als "harter Hund" erarbeitet, der viel Wert auf Disziplin und Trainingintensität setzt.

Unterdessen gab es in Berlin kaum unzufriedene Gesichter.

Die Adler freuten sich über den Prestigeerfolg nach zuletzt drei Auswärtsniederlagen in Folge, die Eisbären über die zurückgewonnene Tabellenführung dank des einen Punktes.

"Das war ein gutes Spiel und für die Zuschauer sehr attraktiv. Aber Spiele gegen Mannheim stacheln immer an", sagte Berlins Nationalspieler Constantin Braun.

Sein 500. DEL-Spiel absolvierte der Berliner Stefan Ustorf, der den verletzten Steve Walker (Bänderdehnung im Knie) als Kapitän ersetzen durfte.

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