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Bill Stewart erzielte in 260 Spielen in der NHL 71 Scorerpunkte © getty

Für die Haie scheint sich der Trainerwechsel auszuzahlen. Im Interview mit Sport1.de verrät Bill Stewart, was er verändert hat.

Von Olaf Mehlhose

Köln - Einstand nach Maß für Bill Stewart: Unter dem neuen Trainer gewannen die Kölner Haie beide Spiele - nachdem sie zuvor vier Pleiten kassiert hatten. Aber der Kanadier glaubt nicht, dass es so weitergehen wird, wie er im Sport1.de-Interview sagt.

Vor der Partie gegen seinen Ex-Klub Adler Mannheim am Freitag (19.30 Uhr LIVESCORES) erklärt der 52-Jährige, wie er den Haien, die häufig in der Schlussphase das Heft aus der Hand gaben, das Nervenflattern austrieb.(DATENCENTER: 27. Spieltag)

Außerdem äußert er sich zu den Saisonzielen der Kölner Haie und zu einigen Fehltritten aus seiner Vergangenheit.

Sport1.de: Herr Stewart, bevor Sie in Köln Trainer wurden, gab es eine Niederlagen-Serie von vier Spielen - zuletzt aber zwei Siege in Folge. Was haben Sie verändert?

Bill Stewart: In der kurzen Zeit konnte ich gar nicht so viel verändern. Ich habe versucht, den Spielern ihr Selbstbewusstsein zurückzugeben, dass ist es was sie jetzt benötigen. Ich habe Ihnen gesagt, dass Sie nicht zu weit in die Zukunft denken sollen, sondern von Spiel zu Spiel. Vor uns liegt noch viel Arbeit. Wir werden nicht von jetzt an alle Spiele gewinnen.

Sport1.de: Sie gelten als ziemlich harter Coach. Köln scheint aber einen Psychologen zu benötigen. Wie passt das zusammen?

Stewart: Ich kann sehr bestimmend sein, aber ich bin auch fair. Ich denke, die Spieler wissen das zu schätzen. Ich will hier ein Umfeld erschaffen, das den Spielern das Lernen ermöglicht. Damit sie den Kopf wieder freibekommen. Dafür ist Spaß wichtig - den hatten sie zuletzt verloren. Wenn die Spieler Spaß haben, vergessen sie den Druck unter dem sie stehen.

Sport1.de: Sie vertreten klare Ziele. Welche Erwartungen stellen Sie an Ihre Spieler?

Stewart: Ich erwarte von jedem Spieler hundertprozentigen Einsatz. Das ist genauso wie in jedem anderen Job auch. Die Spieler müssen bereit sein zu lernen - das ist alles eine Sache der Einstellung. Wenn die Einstellung stimmt, dann kommt auch irgendwann die Leistung. Wichtig ist mir, dass wir es schaffen ein Team zu werden und dass jeder Spieler etwas dazu beitragen kann.

Sport1.de: In der Vergangenheit sind Sie auch durch einige bunte Geschichten aufgefallen, z.B. als Sie einen ukrainischen Spieler über die amerikanisch-kanadische Grenze schmuggelten oder Ihre körperliche Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Eisbären-Trainer Pavel Gross. Glauben Sie, dass Ihre jetzige Arbeit dadurch beeinflusst wird?

Stewart: Ich habe in meinem Leben viele richtige und viele falsche Entscheidungen getroffen, aber ich hoffe, dass ich aus meinen Fehlern gelernt habe. Ich will aber auch nicht zu viel an die Vergangenheit denken, sondern nach vorne schauen.

Sport1.de: In der Presse haben Sie den Spitznamen "Kill Bill". Gefällt er Ihnen?

Stewart: Für mich ist das okay.

Sport1.de: Sie arbeiten mit dem ehemaligen Haie-Spieler Niklas Sundblad als Co-Trainer zusammen. Haben Sie sich vorher schon gekannt?

Stewart: Ja, als ich noch Trainer in Mannheim war, hat er mich mit Köln im Finale geschlagen. Bisher habe ich ihn als meinen Menschen voller Energie kennengelernt, der genauso wie ich Erfolg will. Ich denke, dass die Zusammenarbeit gut klappen wird.

Sport1.de: Am Freitag geht es gegen Ihren Ex-Club Adler Mannheim, mit dem sie 2001 Meister geworden sind. Ist das für Sie ein besonderes Spiel? (Adler rücken wieder auf Platz zwei)

Stewart: Im Moment ist jedes Spiel ein besonderes.

Sport1.de: Was wird Ihrer Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg sein?

Stewart: Wichtig ist, dass wir smart spielen, von Beginn an wach und konzentriert sind. Wir treffen auf eine starke Mannschaft, aber wir können gewinnen. Wir haben in dieser Woche gut trainiert, deswegen bin ich zuversichtlich.

Sport1.de: Welche Ziele haben Sie sich für diese Saison mit den Kölner Haien Saison gesetzt?

Stewart: Jeder sagt, wir müssen die Playoffs erreichen. Ich sehe das ein bisschen gelassener. Ich will gar nicht zu weit nach vorne denken, sondern Schritt für Schritt.

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