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Stein des Anstoßes: Die Eismaschine gab in Straubing den Geist auf © imago

Da staunten selbst die abgebrühten DEL-Profis: Eine defekte Eismaschine sorgt in Straubing für den Abbruch der Partie.

Straubing - Die Profis filmten das unglaubliche Treiben mit ihren Handykameras, Straubings Oberbürgermeister eilte vom Theater in die Halle, und die herbeigerufene Feuerwehr kapitulierte.

Das abgebrochene Spiel der Straubing Tigers gegen die Frankfurt Lions wird in die Geschichte der DEL eingehen, obwohl die Partie durch die Neuansetzung auf dem Papier nie stattgefunden hat.

Eine defekte Eismaschine und ein Loch auf der Spielfläche garantierten eine knapp zweistündige Show aus der Rubrik Pleiten, Pech und Pannen. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Batterie streikt

"Ich dachte, ich hätte im Eishockey schon alles erlebt", sagte Frankfurts Manager Dwayne Norris, "aber das war selbst für mich neu. Sollte ich mal ein Buch über mein Leben schreiben, dann ist das mein letztes Kapitel."

Die Szenen, die sie zwischen 20.05 und 21.55 Uhr im Stadion am Pulverturm abspielten, könnten in jedem Fall viele Seiten füllen. In der zweiten Drittelpause beim Stand von 2:1 für die Gastgeber gab die Eismaschine offenbar wegen eines Defekts an der erst vor zwei Wochen reparierten Batterie ihren Geist auf und steckte fest.

Gelächter auf den Rängen

Nachdem sich der Straubinger Eismeister zunächst alleine vergeblich gemüht hatte, die Kuh bzw. die Maschine vom Eis zu bekommen, packten erst Ordner, später auch Spieler und Zuschauer mit an. Immer wieder rutschten Helfer auf dem glatten Untergrund aus und sorgten für Gelächter auf den Rängen.

Andere Spieler packten ihre Handys aus, um den kuriosen Abend festzuhalten. Mit vereinten Kräften gelang es nach 20 Minuten, die Maschine fortzuschaffen.

Loch im Eis

Durch deren Wärme war auf dem Eis allerdings ein größeres Loch entstanden, das mit herkömmlichen Methoden nicht zu schließen war.

Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr, der beim Theaterbesuch von den Geschehnissen unterrichtet worden war, forderte höchstpersönlich die Feuerwehr zur Unterstützung an. Doch selbst die war mit ihrem CO2-Schaum machtlos. Um 21.55 brach Schiedsrichter Heiko Dahle die Partie offiziell ab.

Spiel neu angesetzt

Die DEL gab am Montag bekannt, dass das Spiel wegen technischer Probleme neu angesetzt wird. "Die Partie wird wiederholt. Das Zwischenergebnis von 2:1 für Straubing wird auf 0:0 zurückgesetzt, die bis dahin verhängten Strafen werden aufgehoben", sagte DEL-Sprecher Alexander Morel.

Laut Spielordnung hätte die Begegnung bereits am Montag wiederholt werden müssen, da jedoch sowohl für die Tigers (bei Hannover Scorpions) als auch für die Lions (gegen Düsseldorfer EG) am Dienstag Spiele auf dem Programm stehen, durften beide Vereine über einen neuen Termin verhandeln.

Nachholspiel am 9. Februar

Die Partie wurde für den 9. Februar 2010 neu angesetzt. Dies erklärte die DEL nach einer Absprache beider Vereine.

Für beide Klubs war ein Abbruch die einzige logische Konsequenz.

"Das war im Interesse der Spieler richtig. Es wäre viel zu riskant gewesen, die Spieler über das weiche Eis fahren zu lassen und sie so einer Verletzungsgefahr auszusetzen", sagte Straubings Trainer Jürgen Rumrich.

"Wir akzeptieren die Entscheidung"

"Aus Gründen der Sportlichkeit und Fairness akzeptieren wir die Entscheidung", sagte Lions-Pressesprecher Matthias Scholze: "Aber für uns ist es natürlich ärgerlich. Zum einen kommen noch einmal Fahrtkosten auf uns zu, zum anderen lag der Ausgleich in der Luft, und wir hätten vielleicht noch gewonnen."

Die Hessen, die nach dem Anschlusstreffer durch Derek Hahn (32.) dominierten, hätten zu Beginn des Schlussdrittels 5:3-Überzahl gehabt.

Eisbären alleine vorne

Unterdessen zieht Meister Eisbären Berlin an der Tabellenspitze weiter einsam seine Kreise.

Das Team von Trainer Don Jackson gewann beim ERC Ingolstadt 5:3 und baute mit dem sechsten Sieg aus den vergangenen sieben Spielen den Vorsprung auf Platz zwei auf acht Punkte aus.

Die Verfolger Adler Mannheim (0:4 gegen Iserlohn Roosters) und EHC Wolfsburg (4:6 gegen Hannover) patzten.

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