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Harold Kreis' erste Station als Cheftrainer war der EC Bad Nauheim in der 2. Bundesliga © imago

Der DEG-Coach verflucht den Schuldigen am zweiten Spielabbruch in der DEL in nur sechs Tagen und bemüht den "Eishockey-Teufel".

Düsseldorf - Eine defekte Eismaschine hat den zweiten Spielabbruch in der DEL innerhalb von nur sechs Tagen verursacht und für große Verärgerung bei allen Beteiligten gesorgt.

"Ich bin stinksauer. Man muss schleunigst die Person ausfindig machen, die diesen Mist verbockt hat. Gott sei Dank arbeitet diese Person nicht als Flugtechniker", sagte ein aufgebrachter Trainer Harold Kreis.

Sein Klub Düsseldorfer EG führte zum Zeitpunkt des Abbruchs nach dem zweiten Drittel 3:0 gegen den Angstgegner ERC Ingolstadt.

Alles wertlos, das Spiel wird wiederholt, über die Findung eines neuen Termins spricht die DEL am Montag mit den Klubs (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle).

"Ich kann von einem Eishockey-Teufel sprechen. Offenbar dürfen wir gegen Ingolstadt nicht gewinnen", sagte Kreis. Die DEG hat die vergangenen sechs Spiele saisonübergreifend gegen Ingolstadt verloren.

Eismaschine spielt verrückt

Den möglichen Sieg verhinderte ein 1x3 Meter großes schwarzes Loch hinter einem Tor im Düsseldorfer Dome.

Die Eismaschine hat sich ins Eis gefräst anstatt die Spielfläche wieder spiegelblank zu machen.

Während des Spiels zwischen den Straubing Tigers und den Frankfurt Lions am vergangenen Sonntag fiel das mit Gas betriebene Ungetüm aus, ein ebenfalls entstandenes Loch hatte mit konventionellen Mitteln nicht mehr geschlossen werden.

Feuerwehr machtlos

"Möglicherweise handelt es sich um einen technischen Defekt an der Hebeeinrichtung der Maschine. Das Messer hat sich regelrecht ins Eis gefressen", sagte Manfred Kirschenstein, Hallenchef in Düsseldorf.

Am Freitag waren die Bemühungen ebenso rührig wie zwecklos, den um 21.03 Uhr entstandenen Schaden zu beheben.

Zunächst versuchten Helfer, das Loch mit 15 bis 20 Gießkannen-Füllungen Wasser zu schließen. Vergeblich.

Dann rückten zwei Feuerwehrleute mit sogenannten Trockeneis-Löschern an. Auch nichts.

Zuschauer und Spieler entgeistert

Um 22.20 Uhr, 13 Minuten vor Ende der von der DEL festgelegten Maximal-Unterbrechungs-Zeit von 90 Minuten, brach Hauptschiedsrichter Willi Schimm nach Rücksprache mit den Klubs und DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke das Spiel ab.

Zurück blieben 4787 entgeisterte Zuschauer, Spieler und Verantwortliche. "So ein Mist. Jetzt stehen wir vor einem Sieg gegen Ingolstadt und dann sowas. Das ist mir in 14 Profijahren noch nicht passiert", sagte DEG-Kapitän Daniel Kreutzer.

Einmal zuvor hatte in der DEG-Geschichte ein Spiel abgebrochen werden müssen. Am 11. Oktober 2005 konnte die Pokalbegegnung gegen den Duisburger EV an der Brehmstraße nicht fortgesetzt werden, weil die Gäste nach einer Verletzung des Torhüters keine Goalies mehr hatten.

Kosten in fünfstelliger Höhe

Zu dem Ärger über den Abbruch und die Terminfindung kommen nun auch Zusatzkosten in fünfstelliger Höhe auf die DEG zu. Das DEL-Reglement besagt, dass der gastgebende Verein im Falle eines Abbruchs die Kosten tragen muss.

Lediglich die Zuschauer bekommen nun zum gleichen Preis fünf anstatt drei Drittel Eishockey zu sehen.

"Die Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Die Fans müssen sie nur aufbewahren", erklärte DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp.

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