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Günther Hertel übernahm die Nürnberg Ice Tigers GmbH 2006 als alleiniger Gesellschafter © imago

Tigers-Boss Günther Hertel denkt offenbar an einen Ausstieg bei den Nürnberg Ice Tigers. Die Folge wäre wohl das DEL-Aus.

Von Felix Götz

Nürnberg - Helle Aufregung in Nürnberg: Ausstiegs-Drohungen von Tigers-Boss Günther Hertel machen die Runde. Und auch sportlich läuft es nicht optimal.

Die Franken treten in der DEL auf der Stelle. Der Klub rangiert mit drei Siegen aus sieben Spielen nur auf Rang zwölf.

Das ist für die Ice Tigers, die vergangene Saison nach der regulären Saison auf dem ersten Platz standen und für diese Spielzeit die direkte Qualifikation für die Playoffs als Ziel ausgegeben haben, eindeutig zu wenig.

"Wir können nicht zufrieden sein. Aber wir bewahren Ruhe und das Saisonziel werden wir erreichen", erklärte Geschäftsführer Norbert Schumacher gegenüber Sport1.de.

Finanzielle Sorgen

Aber auch abseits der Eisfläche ist nicht alles in Butter. Die Zuschauer-Zahlen sind bisher enttäuschend. Zum Kellerduell gegen die Füchse Duisburg kamen nur 2723 Fans in die Nürnberger Arena.

"Wir planten vor der Saison mit 4000 bis 4500 Zuschauern pro Spiel." Außerdem plagten die Ice Tigers in der Vergangenheit immer wieder finanzielle Sorgen.

Im Januar 2008 gab Alleingesellschafter Günther Hertel, der den Ice Tigers mehrfach Geld aus eigener Tasche zur Verfügung stellte, bekannt, dass der Verein nicht mehr zahlungsfähig sei, wenn nicht innerhalb der näheren Zukunft neue Sponsoren gefunden würden.

Zitat sorgt für Aufregung

Zwei Monate später war das Thema allerdings wieder vom Tisch. Hertel selbst hatte bei einer Pressekonferenz Entwarnung gegeben.

Vor dem Spiel am Freitag gegen die Adler Mannheim sorgt ein Zitat des Geschäftsführers der Aichinger GmbH (Ladenbau) gegenüber der "Bild" erneut für helle Aufregung. Ihn nerven offenbar die geringen Zuschauer-Zahlen.

"Wenn da nicht mindestens 5000 Besucher kommen, ist halt in Nürnberg kein Interesse für Eishockey da. Man muss nichts aufrechterhalten, was keiner sehen will."

Das Aus für die Ice Tigers

Diese Drohung hat gesessen: Würde Hertel aussteigen und die DEL-Lizenz verkaufen, wäre das für die Ice Tigers das Aus.

Sport1.de fragte beim Tigers-Geschäftsführer Norbert Schumacher nach.

"Das ist überhaupt kein Thema. Das könnten wir auch gar nicht so einfach machen. Da müsste auch die DEL mitspielen", versuchte Schumacher die Gemüter zu beruhigen.

"Wie bei Beckstein"

Hertel wurde vielleicht einfach falsch verstanden: "Das ist wie bei Günther Beckstein. Der wurde mit seiner Aussage über das Bier (Mit zwei Maß kann man noch Autofahren) auch missverstanden", sagte Schumacher.

Fakt ist: Hertel hat schon öfter mit einem Ausstieg und dem Verkauf der DEL-Lizenz gedroht.

Vergangenes Jahr hat es wohl ernsthafte Verhandlungen gegeben, ob die Lizenz für die DEL nicht nach Stuttgart verkauft werden sollte.

Ob das Thema tatsächlich so ganz vom Tisch ist, wird sich zeigen.

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