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Doug Mason war als Spieler 1980 niederländischer Meister mit den Heerenveen Flyers © getty

Der Rekordchamp zieht die Reißleine. Nach acht Pleiten aus neun Spielen trennt sich Mannheim vom Trainer. Der Assistent übernimmt.

München - Nach dem Absturz aus den Playoff-Rängen wechseln die Mannheimer Adler ihre komplette sportliche Führung aus (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle).

Der DEL-Rekordmeister trennte sich nach acht Niederlagen in den vergangenen neun Spielen von Trainer Doug Mason, zudem kündigte Manager Marcus Kuhl seinen Rückzug zum Saisonende nach 16 Jahren an.

Der Ex-Nationalspieler, der für fünf Meistertitel verantwortlich zeichnete, wird Sportdirektor.

Kein Vertrauen in Mason

"Das war die Notbremse. Wir werden den sportlichen Bereich komplett neu strukturieren", sagte Adler-Boss Daniel Hopp einen Tag nach der 4:5-Niederlage nach Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG.

Zu Masons Rauswurf sagte der Gesellschafter und Geschäftsführer: "Wir haben nicht mehr geglaubt, dass er noch die Wende einleiten kann."

Fowler übernimmt

Der Holland-Kanadier hatte erst zu Saisonbeginn das Amt des Cheftrainers übernommen. Aus der vollmundig verkündeten Jagd auf den Titelverteidiger Eisbären Berlin wurde nichts, die Adler stürzten auf den neunten Platz ab und müssen um den Einzug in die Playoffs bangen.

An der Bande hat bis zum Saisonende Teal Fowler das Sagen. Der 39-jährige Amerikaner hatte bereits nach der Trennung von Dave King im Februar 2009 für zwei Monate die Adler als Chefcoach betreut.

Tunnelblick bei Kuhl

Der zuletzt heftig kritisierte Kuhl gab Fehler zu. "In den 16 Jahren bin ich ein bisschen betriebsblind geworden", sagte der 53-Jährige, der künftig nicht mehr für das sportliche

Tagesgeschäft, sondern für die Bereiche Kooperation, Scouting und Arena zuständig sein wird: "Ich habe einen Tunnelblick bekommen."

Mit dem höchsten Etat der Liga hatte Kuhl wie schon in den vergangenen Jahren viele erstklassige Einzelkünstler zusammengekauft, doch die Chemie stimmte wieder nicht.

Kuhls Rückzug war, so Hopp, schon länger geplant. Ein neuer Manager soll in den nächsten Monaten gefunden werden.

Mason war eine Fehlentscheidung

Dass er beim sechsten Chefcoach in sechs Jahren daneben gegriffen hat, gab Kuhl zu: "Auch ich habe mich im Trainer getäuscht."

Die fehlende Kontinuität an der Bande und auf dem Eis schlug sich auch in der sportlichen Bilanz der Adler nieder: Nach der Trennung von Bill Stewart, dem letzten Trainer, der länger als zwei Jahre tätig war, Anfang 2004 kam der Liga-Krösus nur noch dreimal ins Halbfinale.

Nur Kreis nicht zufrieden

Gelöste Stimmung herrschte dagegen bei der DEG, die nach fünf Siegen in Folge einziger ernstzunehmender Verfolger von Titelverteidiger Eisbären Berlin ist.

Dennoch war Trainer Harold Kreis nicht ganz zufrieden. "Wir bringen nicht drei Drittel lang unsere Leistung, punkten aber trotzdem", sagte der Ex-Nationalspieler und fügte an: "Das war eines dieser Spiele, in denen ich um zehn Jahre altere."

Nur noch zehn Punkte zurück

Den ersten Düsseldorfer Sieg im neunten Spiel in der neuen Mannheimer Arena sicherte Brandon Reid nach 3:52 Minuten der Verlängerung, die Adam Courchaine 2:28 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit dem 4:4-Ausgleich erzwungen hatte.

Die DEG liegt "nur" noch zehn Punkte hinter Berlin zurück und hat ein Spiel weniger absolviert.

Jackson findet es peinlich

Der Titelverteidiger setzte seine Mini-Krise mit der dritten Niederlage in Folge fort und brachte Trainer Don Jackson auf die Palme.

"Es war ein peinliches Spiel", sagte der Meistercoach nach dem 3:4 gegen die Hannover Scorpions, "peinlich, weil wir 0:4 hinten gelegen haben, das war absolut nicht professionell. Es war peinlich, wie sich die Mannschaft in der ersten halben Stunde verhalten hat."

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