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Chris Schmidt kam 2009 aus Iserlohn nach Mannheim © imago

Nach der 3:6-Klatsche gegen Berlin liegen in Mannheim die Nerven blank. Coach Teal Fowler zieht persönliche Konsequenzen.

Mannheim - Nach dem fünften Cross-Check gegen die Bande wurde es Jeff Friesen zu bunt.

Der Kanadier, kampferprobt in fast 1000 Spielen in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL, entledigte sich seiner Handschuhe und knöpfte sich Übeltäter Sven Butenschön vor.

Der Mannheimer bezog mächtig Prügel, doch am Sonntag wurden alle Adler von den Eisbären Berlin gerupft.

Durch das phasenweise blamable 3:6 gegen den überlegenen Tabellenführer der DEL spitzt sich die Krise in Mannheim weiter zu.

Fowler sagt Krupp ab

Die Situation ist schwierig. Wir tun uns sehr schwer, die Wende einzuleiten", sagte Adler-Coach Teal Fowler nach der achten Niederlage aus den vergangenen neun Partien.

Nur noch zwei mickrige Punkte trennen die Kurpfälzer von Rang elf, der das Aus bereits nach der Hauptrunde bedeuten würde. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Als Konsequenz sagte der US-Amerikaner seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Vancouver ab, wo er für den Bereich Videoanalysen dem Betreuerstab von Bundestrainer Uwe Krupp angehören sollte. `Wir haben hier zu viel zu tun", begründete Fowler seinen Verzicht.

Die Baustellen beim DEL-Rekordmeister sind kaum noch zu zählen. Jetzt droht sogar ein Torhüter-Problem. Gegen Berlin steckte sich der sonst so zuverlässige Freddy Brathwaite bei seinen verunsicherten Vorderleuten an und ließ sich teilweise düpieren.

Nach dem 0:5 durch Travis James Mulock mit einem Schuss durch die Schoner räumte Brathwaite entnervt das Tor für Ersatzgoalie Lukas Lang.

Denkzettel für Leistungsträger

Das war kein berauschendes Spiel von Freddy, aber ich mache mir keine Sorgen, dass er sich das jetzt zu Herzen nimmt", sagte Fowler.

Einen Torhüter ohne Selbstvertrauen könnte er auch nicht gebrauchen, denn schon fast alle Feldspieler laufen ihrer Form hinterher.

Die hochbezahlten Profis Scott King, Justin Papineau und Ahren Spylo bekamen im Mitteldrittel einen Denkzettel verpasst, als das Trio für längere Zeit nicht aufs Eis durfte.

Zu diesem Zeitpunkt war der Arbeitstag für Butenschön und Friesen bereits beendet. Für die Rauferei in der 8. Minute wurden beide mit einer Spieldauer-Strafe belegt.

Dabei wird es möglicherweise nicht bleiben, denn auch beim Gang in die Kabine konnten die beiden Streithähne nicht voneinander lassen und gingen erneut mit wüsten Beschimpfungen und Fäusten aufeinander los.

Jubilar Felski im Blickpunkt

Friesens Sperre blieb aber der einzige Wermutstropfen für die Berliner, die an der Tabellenspitze weiter einsam ihre Kreise ziehen. (Die Stenogramme des 46. Spieltages)

Dieses Mal glänzte Nationalstürmer T.J. Mulock mit drei Treffern. "Das war mein erster Hattrick. Wichtiger aber war, dass wir die drei Punkte mitgenommen haben", sagte Mulock.

Am Dienstag bei den Krefeld Pinguinen steht ein anderer Berliner im Rampenlicht: Nationalstürmer Sven Felski absolviert sein insgesamt 800. DEL-Spiel und tritt damit als vierter Spieler dem elitären 800-er-Klub bei.

Felski gibt immer einhundert Prozent und ist ein absolutes Vorbild", lobte Bundestrainer Krupp den `Bürgermeister", wie Felski wegen seiner Treue zu Berlin genannt wird.

Der 35-Jährige war während seiner gesamten Karriere nie für einen anderen Verein tätig.

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