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Iserlohn-Coach Ulrich Liebsch blieb mit seinem Team auf der Autobahn stecken © imago

Für die Roosters beginnt nach der Niederlage in Straubing auf dem Heimweg das Leiden richtig. Kassel unterliegt Hannover.

Berlin - Um 4.00 Uhr in der Früh geriet der Ausflug des Eishockeyklubs Iserlohn Roosters endgültig zum Desaster.

Auf dem Rückweg vom unnötigen 1:2 nach Verlängerung bei den Straubing Tigers steckte der Mannschaftsbus im Stau fest.

Wegen Glatteis wurde die A 45 in der Nähe von Olpe gesperrt, das Team musste notgedrungen die Nacht auf der Autobahn verbringen.

"Das war die schlimmste Nacht meines Lebens", sagte Manager Karsten Mende. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sechs Stunden ausgeharrt

Nachdem die Mannschaft mehr als sechs Stunden auf der so genannten "Sauerlandlinie" ausgeharrt hatte, verließ sie um 10.30 Uhr auf eigene Faust den Bus und lief zu Fuß rund einen Kilometer bis zur Ausfahrt Olpe, wo ein Ersatzfahrzeug auf die Pechvögel wartete.

Die schwere Eishockey-Ausrüstung blieb im Fahrzeug zurück.

Mit Fassung getragen

"Die Sache war zwar ärgerlich, aber wir haben es mit Fassung getragen", sagte nachher Top-Scorer Robert Hock erstaunlich gelassen.

Die meisten Spieler hätten die Zeit mit Schlafen überbrückt, zudem habe die Standheizung des Busses das Warten erträglich gemacht.

Humor bewies Mannschaftsbetreuer Markus Schreiber, der angesichts fehlender Nahrungsmittel scherzte: "Das Frühstück fiel spärlich aus."

Hilfe vom Roten Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz hatte jedoch an die Roosters und ihre zahlreichen Leidensgenossen Decken und heiße Getränke verteilt.

Am Mittwochmittag war der Stau auf 40 Kilometer angewachsen.

Aufgrund der Torturen verzichtete Trainer Ulrich Liebsch auf die für Mittwoch vorgesehenen Kraftübungen und gab seinen größtenteils übermüdeten Profis frei.

Heimspiel gegen Kassel gefährdet

Eistraining war schon vor dem Zwischenfall nicht angesetzt, da die Eishalle am Seilersee wegen der Schneemassen auf dem Dach derzeit gesperrt ist.

Deswegen ist auch das Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Kassel Huskies gefährdet. Angesichts der Odyssee geriet die Iserlohener Niederlage in Straubing völlig in den Hintergrund.

Durch den Patzer beim Tabellenvorletzten verpassten es die Sauerländer, DEL-Rekordmeister Adler Mannheim vorübergehend von Platz zehn zu stoßen, der zur Teilnahme an den Vor-Playoffs berechtigt.

Freitagsgegner Kassel verlor unterdessen am Mittwoch sein Heimspiel gegen Hannover mit 1:3. Die Scorpions kletterten durch den Sieg kletterte auf den Playoff-Rang sechs.

Mit nun 70 Punkten zogen die Niedersachsen an den Frankfurt Lions vorbei. Zudem haben die Scorpions zwei Spiele weniger absolviert als die Lions. Der sechste Platz ist der letzte, der nach Ende der Vorrunde die direkte Qualifikation für die Playoffs ermöglicht.

Berlin mit Pleite

Für Sven Felski von Meister Eisbären Berlin hätte der Spieltag ebenfalls besser laufen können.

Der 35-Jährige, der bei der 4:5-Niederlage nach Penaltyschießen bei den Krefeld Pinguinen seine 800. DEL-Partie bestritt, verschoss ausgerechnet in seinem Jubiläumsspiel zwei Penaltys.

Dabei schien zunächst alles auf einen Matchwinner Felski hinauszulaufen. Das Berliner Urgestein, das nie für einen anderen Klub als die Eisbären auflief, war an allen vier Toren der regulären Spielzeit mit Vorlagen beteiligt.

Krefeld mit Glück

Am Ende aber hatten die ersatzgeschwächten Pinguine, die ohne acht Spieler antraten, das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite.

"Vor allem im ersten Drittel hat Krefeld uns überrascht", gab Eisbären-Stürmer Stefan Ustorf zu.

Trotz der ersten Niederlage nach zuvor sechs Siegen baute der Titelverteidiger seine Tabellenführung auf 13 Punkte aus, da Verfolger Düsseldorfer EG mit 2:4 bei den Frankfurt Lions unterlag.

Young kassiert Matchstrafe

Negativ fiel bei dieser Partie der Frankfurter Jason Young auf, der für seinen Check gegen den Kopf des Düsseldorfers Chris Harrington eine Matchstrafe kassierte.

Harrington musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Eis getragen werden.

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