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Patrick Hager hat in dieser Saison schon vier Tore für Krefeld erzielt © imago

Berlins Coach Jackson lobt: "Krefeld ist die beste Mannschaft". Die Eisbären freuen sich auf das CL-Debüt, Wolfsburg klettert heimlich.

Berlin - Die Fans begeistert, die Spieler selbstbewusst, die Gegner beeindruckt: Die Krefeld Pinguine mischen die Deutsche Eishockey Liga (DEL) weiter auf und sind auf dem besten Weg, sich zu einem ernst zu nehmenden Titelkandidaten zu mausern.

"Krefeld ist derzeit die beste Mannschaft der Liga", sagte Meistertrainer Don Jackson von den Eisbären Berlin nach dem 2:3 im Top-Spiel bei den Pinguinen anerkennend.

Die Rheinländer bauten den Vorsprung an der Tabellenspitze vor dem Titelverteidiger auf vier Punkte aus und strotzen nur so vor Selbstvertrauen.

"Wir können jeden Gegner schlagen, wenn wir einen guten Tag haben. Momentan erwischen wir nur gute Tage", sagte Junioren-Nationalspieler Patrick Hager, Torschütze zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung.

Wenig Geld, viel Ertrag

Zwei Tage nach der 6:1-Gala bei den Kölner Haien zeigte der Meister von 2003 vor allem im ersten Drittel, warum es trotz eines bescheidenen Etats, der mit 4,1 Millionen Euro im unteren Drittel anzusiedeln ist, die Mannschaft der Stunde ist:

Torwart Scott Langkow ist kaum zu überwinden, das slowakisches Abwehr-Duo Richard Pavlikovsky/Dusan Milo ist bärenstark, und die vielen "jungen Wilden" wie Hager sorgen für Entlastung.

Begeisterung im Umfeld steigt

Auch das eher kritische Krefelder Umfeld hat sich inzwischen vom schwarz-gelben Höhenflug anstecken lassen.

Die 6637 Zuschauer im Königpalast sorgten für einen Saisonrekord und Gänsehaut-Atmosphäre, die Anzahl der Journalisten nimmt von Spiel zu Spiel zu.

"Das ist für uns ein bisschen wie Hollywood", sagte Trainer Igor Pawlow und warnte: "Meine Spieler müssen lernen, damit umzugehen."

Eisbären mit eklatanten Schwächen

Die Berliner sind so einen Rummel gewohnt, nicht jedoch, als Verlierer das Eis zu verlassen.

Die zweite Saisonniederlage kam angesichts der Champions-League-Premiere am Mittwoch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Vor allem in der Defensive offenbarten die Eisbären eklatante Schwächen.

Vorfreude auf CL-Debüt

Die Vorfreude auf das Debüt in der neu eingeführten und lukrativen "Königsklasse" gegen den finnischen Meister Kärpät Oulu ist jedoch ungebrochen. "Ich freue mich wahnsinnig", sagte Eisbären-Kapitän Stefan Ustorf: "Da treffen die Besten der Besten aus Europa aufeinander."

Gegner Oulu geht wegen einer Grippewelle noch angeschlagener ins Spiel als Berlin.

Am Wochenende musste sogar ein Spiel in der heimischen Liga abgesagt werden, da 15 Profis erkrankt waren. Die Partie am Mittwoch findet laut Eisbären-Manager Peter John Lee definitiv statt.

Wolfsburger Papineau der gefeierte Held

Hinter dem Spitzen-Duo hat sich in der DEL heimlich, still und leise der EHC Wolfsburg vorgekämpft, der die Straubing Tigers mit 9:4 aus der eigenen Halle schoss.

Anschließend wurde vor allem Stürmer Justin Papineau, der zwei Treffer selbst erzielte und drei weitere auflegte, mit Sprechchören gefeiert.

"Papi, Papi, Papi, Papineau", schallte es von den Rängen, die jedoch mit 1634 Zuschauern erneut nur spärlich besetzt waren.

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