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Sascha Goc (r.) im Zweikampf mit Nürnbergs Tyler Mosienko © imago

Im DEL-Saisonendspurt kämpfen vier Teams um die letzten zwei Plätze in der Direktqualifikation. Sport1.de checkt die Anwärter.

Von Rainer Nachtwey und Martin Hoffmann

München - Die heiße Phase der regulären DEL-Saison ist eingeläutet.

Berlin, Frankfurt, Wolfsburg und Düsseldorf stehen schon sicher in den Playoffs, zwei weitere Direkt-Tickets in die Endrunde sind noch zu vergeben.

Wie eng es in dem Vierkampf um die Plätze fünf und sechs zugeht, haben die Dienstagsspiele gezeigt:

Dort siegte der ERC Ingolstadt zwar 4:3 nach Verlängerung in Köln ? verlor aber trotzdem Rang sechs an die Hannover Scorpions, die nach regulärer Spielzeit 3:2 gegen Kassel gewannen.

Dazu noch im Rennen: Die Ice Tigers aus Nürnberg und der wieder erstarkte DEL-Rekordmeister Adler Mannheim. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sport1.de checkt die vier Anwärter und gibt eine Prognose ab.

Thomas Sabo Ice Tigers (52 Spiele, 5., 85 Punkte)

Die Franken haben noch die beste Ausgangslage, aber das Team von Andreas Brockmann ist nicht gut aus der Olympia-Pause gekommen.

In vier Spielen gab es drei Niederlagen, nach dem 1:3 in Augsburg ist der Vorsprung auf Platz sieben auf zwei Punkte geschmolzen.

Und: Die Nürnberger haben schon ein Spiel mehr bestritten als die drei Konkurrenten.

Das Restprogramm: Nürnberg empfängt zu Hause noch die direkten Konkurrenten Hannover und Ingolstadt, auswärts hat es Brockmanns Team womöglich leichter: Die Eisbären haben Platz eins sicher und experimentieren für die K.o.-Runde, Hamburg hat die Playoffs bereits abgehakt.

Sport1.de-Tipp: Offiziell ist das Direkt-Ticket gar nicht das Ziel der Nürnberger, Platz zehn auswärts ist ausgelobt. Trotzdem scheinen die Ice Tigers von einem belastenden Erfolgsdruck erfasst. Ihnen geht auf der Zielgeraden die Puste aus, es reicht nur zum offiziellen Saisonziel Pre-Playoffs: Platz sieben.

Hannover Scorpions (51 Spiele, 6., 84 Punkte)

Die Mannschaft des scheidenden Trainers Hans Zach hat sich mit einem mühsam erkämpften 3:2-Heimsieg gegen Schlusslicht Kassel in Position gebracht.

"Das war ganz wichtig", meint Verteidiger Sascha Goc gegenüber Sport1.de: "Wenn man in die Playoffs will, muss man gerade solche Spiele gewinnen."

Es war eine Niederlage gegen den Trend: Hannover ist unter den Playoff-Anwärtern das schwächste Team in eigener Halle (Platz 13 in der Heimtabelle).

Auch das Penaltyschießen ist eine Achillesferse: Nur zwei von elf Spielen hat Hannover im Shootout gewonnen.

Dazu könnte der Abgang von Trainer Hans Zach die Spieler belasten, wobei Goc das als unbedeutend betrachtet: "Das beschäftigt uns eigentlich nicht. Es ist gang und gäbe, dass Trainer gehen, wir müssen uns darauf konzentrieren, was auf dem Eis passiert."

Das Restprogramm: Drei Duelle gegen die direkten Konkurrenten aus Nürnberg, Mannheim und Ingolstadt, dazu noch gegen die derzeit Zweit- und Drittplatzierten der Tabelle: Das Restprogramm könnte für die Scorpions nicht schwerer sein. "Es ist richtig schwer", weiß Goc, "zumal wir eigentlich am besten jedes Spiel gewinnen müssten".

Sport1.de-Tipp: Das schwere Restprogramm und die Heimschwäche sprechen gegen die Scorpions. Zudem kostet Hannover die Schwäche im Penaltyschießen wichtige Punkte. Immerhin ist ihnen das Heimrecht in den Pre-Playoffs nicht mehr zunehmen, aber ob das für die heimschwachen Scorpions so gut ist? Platz acht.

ERC Ingolstadt: (51 Spiele, 7., 83 Punkte)

Seit dem Trainerwechsel von Bob Manno zu Greg Thomson läuft es bei den Ingolstädtern wieder rund.

In Thomas Greilinger haben sie den besten Scorer der DEL in den Reihen, vor allem die erste Reihe um Greilinger, Bob Wren und den derzeit an der Schulter verletzten Rick Girard hat überzeugt.

Eine starke Reihe haben die Panther auch in Carl Corazzini, Pat Kavanagh und Tyler Bouck - alles ehemalige NHL-Spieler.

Das Restprogramm: Es spricht für die Oberbayern. Wie Nürnberg haben sie noch Hamburg und Berlin vor der Flinte, dazu Augsburg und Nürnberg, für die es noch um die Pre- bzw. direkte Playoffqualifikation geht. Das direkte Duell mit Hannover am letzten Spieltag könnte das Zünglein an der Waage spielen.

Sport1.de-Tipp: Der Verlust der Verletzten Rick Girard, Glen Goodall und Michael Bakos schmerzt in der entscheidenden Phase, trotzdem wird der ERC Hannover hinter sich lassen. Platz sechs.

Adler Mannheim (51 Spiele, 8., 81 Punkte):

Mit zuletzt acht Siegen in Serie ist der Rekordmeister dabei, der Katastrophen-Saison noch einen versöhnlichen Abschluss zu geben.

Coach Teal Fowler hat das Team nach der Entlassung von Doug Mason wieder in die Spur gebracht.

"Wir haben hart gearbeitet und uns auf einige Kleinigkeiten fokussiert und uns wieder darauf konzentriert als Team aufzutreten", erklärt er gegenüber Sport1.de.

Die Abwerbung von Adler-Idol Harold Kreis als Trainer für die kommenden Saison könnte - wenngleich noch nicht offiziell bestätigt - noch für einen zusätzlichen Euphorieschub sorgen.

Restprogramm: Köln und Iserlohn kämpfen um die Pre-Playoffs, Frankfurt hat die direkte Playoff-Quali sicher haben und für Kassel geht es um nichts mehr: Das Restprogramm ist gerade im Vergleich zu Hannover zu bewältigen.

Sport1.de-Tipp: Mit dem Rückenwind von sieben Siegen in Serie überflügeln die Adler noch Hannover, Ingolstadt und auch Nürnberg. Platz fünf.

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