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Seit 2009 ist Teal Fowler auch im Trainerteam der deutschen Nationalmannschaft aktiv © getty

Als Interimscoach ist Teal Fowler am Ende, als wohl neuer Manager hat er bei den Adlern viel vor, wie er im Interview erklärt.

Von Martin Hoffmann

München - So wie aussieht, rückt Teal Fowler ab der kommenden Saison bei den Adler Mannheim wieder zurück ins zweite Glied.

Zumindest was die Position des Cheftrainers angeht, schließlich wechselt Harold Kreis von der Düsseldorfer EG zum Rekordmeister.

Gleichwohl hat der Interims-Coach noch eine Menge vor beim DEL-Gründungsmitglied: "Ich weiß, in Mannheim gibt es im nächsten Jahr viel Arbeit", sagt Fowler im Interview mit Sport1.de.

Dass er dann - wie hinter den Kulissen verlautet - Marcus Kuhl als Manager beerbt, lässt der Amerikaner zwar unbestätigt. Doch Fowler lässt tief blicken, wenn er sagt: "Jeder weiß: Hier in Mannheim ist der beste Arbeitsplatz im deutschen Eishockey."

Playoffs direkt wieder möglich

Konkreter wird Fowler, was die Gründe für die bislang mehr als mäßige Spielzeit angeht, in der die Direkt-Tickets zu den Playoffs nach zuletzt acht Siegen in Serie wieder in Sichtweite ist. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sport1.de: Herr Fowler, bis vor kurzem war die Saison für ihr Team ? vorsichtig gesagt ? missraten. Wie haben Sie das Team wachgeküsst?

Teal Fowler: Wir mussten die Art und Weise, wie wir gespielt hatten, ändern. Das Team musste wieder zuerst kommen. Jeder musste verstehen, dass er für den Namen spielt, der vorne auf seinem Trikot steht und nicht für den hinten.

Sport1.de: Mannheim hatte hervorragende Einzelkönner, die aber nicht zu einem Team zusammengewachsen waren. War das das Hauptproblem?

Fowler: Ich denke schon. Wir haben individuell sehr viel Talent, aber Talent ist nicht genug auf diesem Niveau. Der Mannschaft war ihre eigene Identität nicht so klar, die Antwort auf die Frage: Was sind wir für eine Mannschaft? Ich will, dass wir eine arbeitende Mannschaft sind, eine kämpferische. Man braucht Arbeit, Kampfgeist und diesen Teamspirit ? wenn das die Basis ist und dann unsere Offensivstärke hinzukommt, dann haben wir ein sehr gutes Team.

Sport1.de: Ihre Spieler haben vor dem Wiederaufschwung viel Prügel bezogen. Viel Geld einstreichen, wenig leisten, war der Tenor. Wie sind Sie damit umgegangen?

Fowler: Jeder weiß: Hier in Mannheim ist der beste Arbeitsplatz im deutschen Eishockey. Wir haben den gleichen Ruf wie der FC Bayern im Fußball. Aber wie bei Bayern gilt: Dafür sind auch die Erwartungen viel höher als anderswo. Von uns wird jedes Jahr von Fans und Sponsoren erwartet, auf Meisterjagd zu gehen, auch wenn wir das nicht sagen.

Sport1.de: Hat die schlechte Presse die Spieler letztlich auch angestachelt?

Fowler: Man wächst daran, wenn man durch Tiefen geht ? und wir sind in diesem Jahr durch viele Tiefen gegangen. Wir hatten auch das eine oder andere Problem in der Kabine, das wir lösen mussten und gelöst haben. Es ist spürbar, dass wir zusammengewachsen sind, dass die Spieler auf dem Platz inzwischen mehr füreinander tun, auch in kritischen Situationen. Vor drei, vier Monaten haben Spieler da noch auf eigene Faust Lösungen gesucht, statt beim Spielplan zu bleiben.

Sport1.de: In Sachen Playoff-Qualifikation sieht es nun gut aus. Was erwarten Sie sich vom Saison-Endspurt?

Fowler:: Wir haben in den letzten Wochen hart gearbeitet, um in die Position zu kommen, Druck auf Platz sechs ausüben zu können. Wir müssen nun die nächsten Spiele gewinnen, um den nächsten Schritt zu machen und auch unter die ersten Sechs zu kommen. Wir spielen aber im Moment sehr gutes Eishockey und haben jetzt gute Voraussetzungen, unsere Ziele zu erreichen. (zum Artikel: Heißer Fight um die letzten Tickets)

Sport1.de: Für die neue Saison soll Harold Kreis als neuer Trainer schon unterschrieben haben. Können Sie das bestätigen?

Fowler: Man hört vieles. Was ich weiß, ist, dass Harold ein sehr guter Trainer ist. Ich habe einen Vertrag für dieses Jahr und keinen für das nächste Jahr. Ich muss jetzt arbeiten und sehen, was die Zukunft bringt.

Sport1.de: Es heißt, dass Sie Marcus Kuhl als Manager beerben sollen?

Fowler: Das ist auch etwas, was man hört. Ich weiß, in Mannheim gibt es im nächsten Jahr viel Arbeit, aber es gibt auch in diesem Jahr viel Arbeit. Und was heute und morgen ist, ist mir wichtiger als das, was im nächsten Jahr passiert.

Sport1.de: Wäre es denn ein reizvoller Job? Sehen Sie sich denn nicht eher als Coach, der auch mal wieder länger auf einem Chefposten bleiben will?

Fowler: Es ist eine besondere Aufgabe gewesen, hier zweimal als Feuerwehrmann zu arbeiten. Aber was das nächste Jahr bringt, heißt es in Ruhe abzuwarten.

HIER gehts zum zweiten Teil des Interviews

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