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Fowler bedauert, dass es im Endspiel gegen Kanada kein zweites Wunder gegeben hat © getty

Teal Fowler sieht das Problem im deutschen Eishockey in der Quantität, nicht in der Qualität. Der Konkurrenzkampf fehlt.

Von Martin Hoffmann

München - Im zweiten Teil des Sport1.de-Interview (Hier gehts zurück zum erstenTeil) mit Teal Fowler, Trainer der Adler in Mannheim, spricht der Amerikaner über die Qulität des deutschen Eishockey und das große Finale bei den Olympischen Spielen zwischen Kanada und den USA.

Sport1.de: Wegen der Aufgabe in Mannheim haben Sie diesmal darauf verzichtet, für Ihren guten Freund Uwe Krupp als Videocoach mit der deutschen Nationalmannschaft zu Olympia zu reisen. Sind Sie denn trotzdem dazu gekommen, das Turnier zu verfolgen?

Fowler: Ja, ich habe mir sehr viel davon angeschaut.

Sport1.de: Für Deutschland lief es nicht allzu gut?

Fowler: Man muss das Abschneiden im Verhältnis zu den Möglichkeiten der Mannschaft und dem hohen Niveau der Konkurrenz sehen. Für Deutschland war jedes Spiel ein Endspiel. Die 0:2-Niederlage ist für Deutschland schon wie ein Sieg. Und drei Tore in einem Spiel zu schießen, wie gegen Weißrussland, ist auch eine Leistung. Leider hat es da defensiv nicht gut geklappt.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sport1.de: Muss man sich hier damit abfinden, dass man in Deutschland international zweitklassig ist oder sehen Sie Wege, wie sich das ändern lässt?

Fowler: Das Problem ist: Wir bringen nicht so viele Eishockeyspieler wie andere Länder hervor. Es sind zwar sehr gute Spieler wie Jochen Hecht, Dennis Seidenberg, Christian Ehrhoff oder Marcel Goc herangewachsen, die auf dem besten Niveau spielen können. Aber wir haben ein Problem in der Breite. Wir bräuchten mehr Leute im Nachwuchsbereich, mehr belebenden Konkurrenzkampf.

Sport1.de: Wie haben Sie dann als Amerikaner das große Finale zwischen ihrem Heimatland und Kanada erlebt?

Fowler: Oh, das war ganz emotional, immer hoch und runter. Es war schade, dass es gegen Kanada kein zweites Wunder gegeben hat ? gerade für uns Amerikaner, die Underdog-Geschichten lieben. Aber ich bin zufrieden, wie sich mein Land mit dem jüngsten Team der ganzen Konkurrenz geschlagen hat. Es war ein perfektes Turnier, eines, das dem Sport in meiner Heimat einen neuen Boom verleihen könnte.

Sport1.de: Das Eishockey in Europa ist soeben von der Nachricht erschüttert worden, dass die Veranstaltung einer Champions League endgültig geplatzt ist. Wie haben Sie das aufgenommen?

Fowler: Es ist schade, das hat wohl viel mit der schlechten wirtschaftlichen Lage zu tun. Aber mit einer Champions League gäbe es für Teams noch einmal eine ganz andere Motivation, international zu spielen und darum zu kämpfen, einen europäischen Champion zu ermitteln. Ich hoffe, da ergibt sich noch irgendwann etwas.

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